Timo Hildebrand: Ein Abgang durch die Hintertür

Timo Hildebrand: Ein Abgang durch die Hintertür

Der ehemalige Torwart der deutschen Nationalmannschaft, Timo Hildebrand, hat das Ende seiner Karriere bekanntgegeben. Der zuletzt vereinslose Keeper kehrt damit nach seinem Engagement bei Eintracht Frankfurt im letzten Jahr nicht mehr auf die große Bühne zurück. In Erringung bleibt er vor allem aufgrund seiner starken Leistungen beim VfB Stuttgart (1999-2007).

Timo Hildebrand hat das Ende seiner Karriere verkündet:

„Ja, das war es. Ich beende meine Karriere. Man muss eben auch den Absprung schaffen.“

Mit diesem Statement gegenüber der Bild schließt Timo Hildebrand mit seiner aktiven Karriere ab. Insgesamt 16 Jahre dauerte die Laufbahn des Torhüters, in der er für den VfB Stuttgart, den FC Valencia, die TSG Hoffenheim, Sporting Lissabon, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt 469 Profispiele absolvierte. Zudem trug er 7 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

„Ich hatte eine tolle Karriere.“

In dem Interview mit der Zeitung gibt sich der mittlerweile 36-Jährige sehr zufrieden mit dem Verlauf seiner Laufbahn. Seine größten Erfolge waren die Deutsche Meisterschaft 2007 mit dem VfB Stuttgart, der Triumph in der Copa del Rey mit Valencia 2008 und der 3. Platz bei der Heim-WM 2006 mit dem DFB-Team.

Zu seinen bittersten Erfahrungen zählt sicherlich die dauerhafte Fehde beim FC Valencia mit seinem damaligen Konkurrenten Santiago Canizares, weswegen er zwischenzeitlich auf der Ersatzbank landete und Spanien nach nur 1,5 Jahren wieder verließ. Sportlich gesehen war der Wechsel auf die iberische Halbinsel ein Fehler, da dort der Niedergang von Hildebrand begann. Seinen Platz im Kader der Nationalmannschaft verlor er daraufhin und wurde von Bundestrainer Joachim Löw kurz vor der Europameisterschaft 2008 ausgebootet.

„Das kam für mich völlig überraschend. Das mental zu verarbeiten, war wirklich schwierig. Heute ist mein Verhältnis zu Löw ganz normal.“

Danach wurde Hildebrand nie wieder für Deutschland nominiert. Im Anschluss lief es für ihn auch bei seinen Vereinsmannschaften nicht mehr richtig rund. In Hoffenheim war er noch Stammtorwart. Im Anschluss, bei Sporting Lissabon, kam er über die Ersatzbank nur ganz selten hinaus. Auf Schalke war Hildebrand nie unumstritten und zum Ende seiner Laufbahn bei Eintracht Frankfurt auch nur noch Ersatz auf Zeit.

Seine mit Abstand beste Zeit erlebte er beim VfB Stuttgart, aus dessen Jugend er den Sprung bis zum Kapitän und zur Nationalmannschaft schaffte. Zur damaligen Zeit galt Hildebrand als aussichtsreichster Kandidat für das Erbe von Oliver Kahn im deutschen Tor. Im Nachhinein würde der gebürtige Wormser den VfB wohl nicht nochmal in Richtung Valencia verlassen. Und so bleibt die Liedzeile, die Xavier Naidoo ihm im Danke-Song der WM 2006 widmete, unvollendet und bewahrheitete sich nie:

Und auch Timo Hildebrandt saß nur am Spielfeldrand,

doch halt dich bereit, bald kommt deine Zeit,

wo dieses Land nach dem Elfmeterschießen deinen Namen schreit.

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