Thomas Häßler: Ein Weltmeister im Abseits

Thomas Häßler: Ein Weltmeister im Abseits

Letzter Ausweg Dschungelcamp! Die RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ hat sich längst zu einer Art Auffangbecken für Prominente in Existenz-Not entwickelt. Mit Thomas Häßler versucht sich in der 11. Staffel sogar erstmals ein Welt- und Europameister im australischen Dschungel. Der 50-Jährige reiht sich damit in eine immer größer werdende Gruppe aus früheren Bundesligaspielern ein, denen nicht mehr viel von ihrer glanzvollen Sportler-Karriere geblieben ist.

Ob sich Thomas Häßler im Vorfeld mal bei Eike Immel über das Leben im Dschungel informiert hat, ist nicht bekannt. 9 Jahre nach dem ehemaligen Nationaltorhüter zog „Icke“ jedenfalls am Freitagabend ins Camp ein. 2011 gab es zwar mit Thomas Rupprath immerhin auch einen Schwimmweltmeister, doch ein Fußballweltmeister – einer der großen deutschen Helden von Rom – ist eine Premiere für das Dschungelcamp.

Fazit nach Tag 1 von 16: Mit Ausnahme einer gescheiterten Prüfung, wo die Stars täglich um ihre Essensrationen kämpfen, legte der einstige Filigrantechniker einen recht unauffälligen Start in sein Dschungel-Abenteuer hin. Im Gegensatz zum Sprücheklopfer Thorsten „Kasalla“ Legat, im letzten Jahr mit seiner Art fast maßgeschneidert für die Show mit Fremdschämcharakter, sieht sich Häßler ohnehin in einer anderen Rolle:

„Ich bin Trainer, will Konflikte lösen und alle im Camp zusammenhalten.“

Ich bin ein Star – und brauche das Geld

Dennoch wirkt der Ex-Profi (früher bei Juventus Turin, AS Rom, dem 1. FC Köln, Karlsruher SC und Borussia Dortmund) im australischen Regenwald zwischen den anderen Campern irgendwie am falschen Platz. Wie schon bei der 10. Ausgabe wurden die 12 Kandidaten in 2 Lager aufgeteilt. Zwischen Kakerlaken am Lagerfeuer wird Häßler im sogenannten „Team Snake Rock“ nun mit den Problemen von Kader Loth oder Mallorca-Jens Büchner konfrontiert.

Bei den Reaktionen in den sozialen Netzwerken kristallisierte sich schnell eine klare Meinung heraus: Sätze wie „Das hat ein Weltmeister doch nicht nötig“ und „Warum tut sich Icke sowas nur an.“ häuften sich. Auf die beliebte Frage nach dem Warum antworte Häßler wie einige seiner Vorgänger: „Es geht mir nicht um das Geld.“ Die kostspielige Scheidung von seiner 1. Ehefrau Angela, die sich über einige Jahre hingezogen hatte, lassen anderes vermuten.

Ende Februar geht der Aufstiegskampf weiter

Auch die Karriere nach der Karriere ist beim 3-fachen Vater ins Stocken geraten. Nach Stationen beim 1. FC Köln (Technik- und Nachwuchstrainer) und einigen Intermezzos im Ausland übernahm Thomas Häßler im Juli 2016 den Berliner Bezirksligisten Club Italia 80. „Es gibt nichts Schlimmeres, als monatelang zu Hause rumzusitzen und die Wände anzustarren“, gab der 50-Jährige damals zu.

Aus Mangel an Alternativen wagte sich der Mann, der über 100 Länderspiele für die DFB-Elf absolviert hatte, zuvor bereits bei „Let’s Dance“ auf das Tanzparkett (10. Platz). Im Dschungelcamp wird er als Mitfavorit auf die Krone gehandelt. Ob ihm dieser Weltmeister-Titel für seine Trainerkarriere weiterhilft, darf bezweifelt werden. Zum Vergleich: Thorsten Legat trat einige Monate nach seinem Auftritt im Dschungelcamp als Trainer des FC Remscheid zurück. Am 26. Februar geht für Häßler mit dem Club Italia 80, aktuell 2. in der Bezirksliga, das Rennen um den Aufstieg weiter.

Thomas „Icke“ Häßler (rechts) feierte einst mit Lothar Matthäus und Rudi Völler den Triumph im WM-Finale gegen Argentinien (1:0).
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