Sportdirektor-Baustelle: FC Bayern sollte umdenken!

Sportdirektor-Baustelle: FC Bayern sollte umdenken!

Bei der Suche nach einem neuen Sportdirektor hat sich der FC Bayern München mehrere Absagen eingefangen. Die Personalie entwickelt sich zunehmend zur Dauer-Baustelle beim Rekordmeister. Soll – wie von Uli Hoeneß geplant – bis Juli eine Lösung her, muss der Verein möglicherweise Anforderungsprofil oder Strukturen ändern.

Wenn der FC Bayern als deutscher Rekordmeister und einer der renommiertesten Vereine Europas einen Sportdirektor sucht, könnte man annehmen, dass die Kandidaten dafür Schlange stehen. An der Säbener Straße locken Stars, ein fürstliches Gehalt und natürlich die Garantie auf Meisterschaften sowie andere Titel.

Doch 8 Monate nach dem Rücktritt des meinungsstarken Matthias Sammer ist der Posten noch immer vakant. Philipp Lahm, der erklärte Wunschkandidat aus den eigenen Reihen, gab dem FCB einen Korb. Ebenso der gebürtige Bayer Max Eberl. Stattdessen verlängerte der 43-Jährige seinen Vertrag bei Borussia Mönchengladbach – ungewöhnliche Zustände für die Münchner mit ihrem speziellen Mia san Mia-Selbstverständnis.

Die Bayern-Hierarchie schreckt ab

Vor allem Lahm hatte die Führungsetage des FC Bayern mit seinem Rücktritt zum Saisonende und dem anschließenden Nicht-Wechsel vom Spielfeld an den Schreibtisch förmlich überrumpelt. Über seine Absage erklärte der Kapitän im Stern-Interview unter anderem auch:

„Ich glaube, dass Uli Hoeneß noch zu tatkräftig ist, um loszulassen. Zu jung. Er will die Dinge selbst beeinflussen.“

Wie Lahm war auch Eberl wohl nicht dazu bereit, im von Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge dirigierten Bayern-Orchester die 3. oder 4. Geige zu spielen. Kann es da noch Zufall sein, wenn mit dem Augsburger Stefan Reuter ein langjähriger FCB-Profi schon vorab sein Interesse dementiert? Nach dem Motto Bayern sucht den Sportdirektor („BSDS“) kursieren längst neue Namen wie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und der zuletzt ebenfalls beim DFB tätige Hansi Flick durch die Medien.

Beförderung von Michael Reschke denkbar

„Als Sportdirektor beim FC Bayern braucht man sportlichen und wirtschaftlichen Sachverstand“, beschreibt Hoeneß das Profil. Bevor ernsthafte Gespräche mit weiteren Kandidaten geführt werden, sollten die FCB-Bosse vielleicht den Aufgabenbereich eines Sportdirektors im Klub noch einmal überdenken. Alternativ wäre eine interne Lösung mit Trainer Carlo Ancelotti, der schon beim FC Chelsea als Trainer und Manager gearbeitet hatte, sowie Michael Reschke möglich.

Der langjährige Leverkusener wechselte 2014 als Technischer Direktor nach München und stielte einige wichtige Transfers aus dem Hintergrund ein. Unter anderem war Reschke maßgeblich an den Verpflichtungen von Joshua Kimmich oder Douglas Costa beteiligt. Der 59-Jährige wird auch ein wichtiger Faktor sein, wenn der Rekordmeister in den nächsten Jahren Julian Brandt vom kommenden Gegner Bayer 04 verpflichten will.

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