Sebastian Rudy: In Bestform zum FC Bayern

Sebastian Rudy: In Bestform zum FC Bayern

Die TSG Hoffenheim nimmt Kurs auf die erstmalige Teilnahme an der Champions League. Ein Grund für die starken Leistungen in dieser Saison ist Nationalspieler Sebastian Rudy. Zuletzt glänzte der Mittelfeldspieler sogar als Torschütze. Gerade weil der 27-Jährige im Sommer zum FC Bayern wechseln wird, überzeugt er aktuell mehr denn je im Trikot der Kraichgauer.

Im Dezember wurde der Wechsel von Sebastian Rudy von der TSG Hoffenheim zu Bayern München bekanntgegeben. Wer geglaubt hat, dass der Nationalspieler fortan bereits mit seinen Gedanken beim Rekordmeister ist und das Trikot der TSG nur noch spazieren trägt, der wird aktuell eines Besseren belehrt. Das komplette Gegenteil ist der Fall. Seit dem feststehenden Transfer scheint Rudy es den Kritikern, die seinen Schritt zum FCB vorab als Fehler deklarieren, zeigen zu wollen.

Ungeahnte Stärken

Der Mittelfeldspieler ist einer der Erfolgsgaranten für den Aufschwung der TSG in dieser Saison. Rudy, der in der Vergangenheit oft unsichtbar das Spielfeld beackerte, rückt in dieser Spielzeit mehr und mehr in den Mittelpunkt der Nagelsmann-Elf – vor allem in der Offensive. Das untermauert ein Blick auf seine Statistiken. Nach 23 Pflichtspielen, 21 in der Bundesliga und 2 im DFB-Pokal, kommt der 27-Jährige auf 11 Torbeteiligungen. Für einen Akteur, der in seinen vorherigen 6 Jahren in Hoffenheim eher durch Defensivarbeit auf sich aufmerksam machte und vor dieser Spielzeit auf lediglich 34 Torbeteiligungen in 178 Pflichtspielen für die TSG kam, ein äußerst starker Wert.

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Sebastian Rudy gab im Mai 2014 sein Debüt für Deutschland.

In den vergangenen 2 Partien glänzte der ehemalige Stuttgarter als Torschütze. Sowohl beim Unentschieden auf Schalke (1:1) als auch beim Sieg über Ingolstadt (5:2) erzielte Rudy einen Treffer. Dazu kommt ein Tor im DFB-Pokal. Aktuell fehlt ihm nur noch ein Treffer, um seinen Bestwert (4 Tore) aus der Saison 2014/15 einzustellen. Dafür hat er noch 11 Spiele im TSG-Trikot Zeit.

Selbstbewusst zum FCB

Nicht wenige sehen Rudy in der kommenden Saison beim FC Bayern nur als Rotationsspieler und Lückenfüller. Angst, in München nur Bankdrücker zu sein, hat er nicht. Das erklärte er vor wenigen Tagen in einem Interview mit bundesliga.de:

„Ich würde den Schritt ja nicht wagen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, mich durchzusetzen. Ich denke, dass noch viel mehr in mir steckt, ich will meine Grenzen ausloten.“

Verstecken muss sich Rudy im Starensemble des Rekordmeisters nicht. Das zeigt die aktuelle Saison. Er ist deutscher Nationalspieler (12 Einsätze) und hat bereits 9 Jahre Bundesliga-Erfahrung auf dem Buckel. Drucksituationen sind für ihn kein Neuland. Mit der TSG kämpfte er sich 2 Mal erfolgreich durch den Abstiegskampf. Auch weiß er, wie man persönliche Rückschläge meistert. Im Sommer 2016 wurde der Mittelfeldspieler kurz vor der EM aus dem endgültigen Kader der Nationalmannschaft gestrichen. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, entwickelte er eine neue Mentalität:

„Diese Nichtnominierung löste ein Jetzt-erst-recht-Gefühl bei mir aus. Das war ein Knackpunkt, ich habe mir gesagt: Da will ich unbedingt wieder hin.“

Die Tatsache, dass mit Philipp Lahm der langjährige Rechtsverteidiger der Bayern im Sommer seine Karriere beendet, kommt Rudy ebenfalls zugute – auch wenn er sich beim Serienmeister bevorzugt im zentralen Mittelfeld durchsetzen will. Eines steht fest: Wer Sebastian Rudy beim FCB vorab keine Chance gibt, der macht einen Fehler.

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