„Schmidteinander“ in China

„Schmidteinander“ in China

Nach dem enttäuschenden Abschied aus der Bundesliga bei Bayer 04 Leverkusen hätte es für Trainer Roger Schmidt (50) kaum besser laufen können. Als Coach des chinesischen Super League-Klubs Peking Guoan sorgte Schmidt mit 5 Siegen und 2 Remis aus 8 Spielen für Furore. Seinen Wunschspieler bekam er bei den Chinesen jedoch nicht…

Roger Schmidt strahlte mit seinem Assistenten Jörn Wolf um die Wette. Das deutsche Duo beim chinesischen Hauptstadtklub Peging Guoan erwischte einen Traumstart ins „Abenteuer“ Fernost. „Es macht extrem viel Spaß“, verriet der ehemalige HSV-Mediendirektor Wolf der Fußball BILD.

In China gelang Roger Schmidt ein Traumstart

Roger Schmidt, am 5. März 2017 nach einer 2:6-Klatsche bei Borussia Dortmund von seinen Aufgaben als Übungsleiter bei Bayer 04 Leverkusen entbunden, heimste bereits seine 1. individuelle Auszeichnung in China ein. Im Juli wurde der Sauerländer zum „Trainer des Monats“ in der Chinese Super League gekürt. Neben dem mehrfachen Meistercoach Felix Magath ist Schmidt der 2. deutsche Trainer in Chinas Superliga.

Schmidts Team konnte seit dem Einstieg des Trainers am 1. Juli die ersten 4 Liga-Spiele allesamt gewinnen. Es folgten 2 Remis und ein 4:0 gegen Lianoning FC mit Ex-Bundesligastürmer Anthony Ujah. Die 0:2-Niederlage gegen Hebei Chinese Fortune am Samstag konnte die Freude über den geglückten Einstand bei Schmidt und Co. nicht trüben.

Unbestrittener Star der Mannschaft ist der ehemalige Leverkusener Renato Augusto. Der inzwischen 29-jährige Brasilianer, seit Januar 2016 im Verein, erzielte in dieser Saison in 21 Liga-Spielen 4 Tore. Ebenfalls zur „Schmidt-Connection“ gehört der 31-jährige spanische Stürmer Jonatan Soriano. Er spielte unter Schmidts Regie in Salzburg, beide wurden 2014 gemeinsam österreichischer Meister.

Fehlt eigentlich nur… Kevin Kampl. Der 26-jährige Mittelfeldrenner von Bayer 04 Leverkusen hatte am Saisonende unmissverständlich klar gemacht, dass er den Bundesligisten nach dem Schmidt-Aus verlassen würde. „Das mit Roger hat mich verletzt, hat Spuren hinterlassen. Wohin ich gehe, ist komplett offen, ich habe viele Angebote“, erklärte der slowenische Nationalspieler im Sommer im Kicker, „China ist sehr weit weg. Wenn ich da hingehe, dann nur wegen Roger.“ Kampl hatte zwischen 2012 und 2014 unter Roger Schmidt bei RB Salzburg gespielt.

Leverkusen verhinderte Kampls Wechsel nach China

Zu einem Engagement beim neuen Schmidt-Klub kam es jedoch bisher nicht. Trotz eines Angebots der Chinesen über 20 Mio. €. blieb Kampl bei Transferschluss in China am 14. Juli weiter in Leverkusen. Dass der Musterschüler von Roger Schmidt, in der noch jungen Saison unter Leverkusens neuem Coach Heiko Herrlich 2-mal in den Pflichtspielen in der Startelf, doch noch ins Reich der Mitte wechseln wird, ist nach dem geplatzten Deal Mitte Juli erst einmal fraglich.

Roger Schmidt (l.) und Kevin Kampl arbeiteten schon in Salzburg und Leverkusen (Foto) zusammen.

 

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