Santi Cazorla: Spanien verneigt sich vor dem magischen Stehaufmännchen

Santi Cazorla: Spanien verneigt sich vor dem magischen Stehaufmännchen

Ob er die Tage genau mitgezählt hat, ist nicht überliefert. Zwischen dem 77. und 78. Länderspiel-Einsatz von Santi Cazorla lagen exakt 1299 Tage (!) und eine beispiellose Leidensgeschichte. Der spanische Europameister von 2008 und 2012, dem eine Infektion die Karriere und beinahe sogar sein rechtes Bein gekostet hätte, meldete sich beim 4:1-Erfolg auf den Färöer Inseln im Kreise der Furia Roja zurück.

In Spanien und auch im Mutterland des Fußballs kennen sie Santi Cazorla als den „kleinen Magier“. Lediglich 1,68 Meter misst der Mittelfeldmann, der das Spiel des FC Arsenal seinerzeit wie ein Orchester dirigierte. Genauso stilecht wurde im Sommer 2018 seine Rückkehr zum FC Villarreal inszeniert. Man nehme: Einen echten Magier, eine durchsichtige Kapsel und Nebel. Wie von Zauberhand und unter tosendem Applaus tauchte mit Cazorla der spanische Fußballer des Jahres von 2007 im Estadio de la Cerámica auf. 

11 Operationen seit 2013

Es glich bereits einem Wunder, dass der Fast-Sportinvalide seine Karriere fortsetzen konnte. Schwer gezeichnet von dicken OP-Narben und körperlich eine Art Wrack. Arsenal-Coach Arsène Wenger sprach von der „schwersten Verletzung“, die er in seiner Karriere gesehen habe. 10 Monate später verneigt sich nicht nur bloß sein langjähriger Förderer, sondern quasi das ganze Land vor Cazorlas Willenskraft, die ihn mit nun 34 Jahren zum Comeback in der Nationalelf getragen hat. 

Dein Startvorteil: Die 100 Euro-Jokerwette!

In der EM-Qualifikation siegten die Iberer am Freitagabend 4:1 auf den Färöer Insel. Während Abwehrchef Sergio Ramos den Sieg einleitete und mit seinem 122. Sieg im 164. Länderspiel den Rekord von Torwart-Legende Iker Casillas übertraf, hielt das Stehaufmännchen 90 Minuten durch. Ein Einsatz aus Mitgefühl? Könnte man denken, wenn es sich nicht um Ex-Barca-Coach Luis Enrique handeln würde, der hier seit knapp einem Jahr die Nominierungen ausspricht.

Perspektive in Richtung EURO 2020?

Einem Trainer, dem aus seiner Zeit bei den Katalanen nachgesagt wird, nie mit jemandem verheiratet gewesen zu sein. Also keine Lieblinge im Team kennt. Und ja: Auch Lionel Messi nicht! Santi Cazorla wusste Disziplinfanatiker Enrique mit sportlichen Argumenten zu überzeugen, die sich nicht allein auf den Doppelpack gegen Real Madrid (2:2) reduzieren lassen. Mit insgesamt 14 Tor-Beteiligungen übertraf der Filigrantechniker im Comeback-Jahr übrigens die Zahl seiner Operation und Eingriffe (11).

Wie seine künftige Perspektive in der Nationalelf aussieht? Mit 34 Jahren ist Cazorla nun der älteste Spieler im Team. Allein durch seine Mentalität wäre er jedoch ein Vorbild für die neue Generation, die bei der EURO 2020 wieder um den Titel mitspielen will. Und was seinen lädierten Fuß angeht: Inzwischen zaubert der „kleine Magier“ auch mit links…

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