Roberto Hilbert: Die Schnelllebigkeit des Fußballs

Roberto Hilbert: Die Schnelllebigkeit des Fußballs

Im Fußball zählt das Hier und Jetzt. Gute Leistungen vergangener Tage interessieren nicht. Sichtbar wird das Ganze aktuell bei Roberto Hilbert. Dem Akteur von Bayer Leverkusen wurde von Roger Schmidt die Teilnahme am Trainingslager in Florida verwehrt. Dabei lobte ihn der Trainer vor nicht allzu langer Zeit noch über den grünen Klee.

„Ich weiß nicht, ob es einen besseren deutschen rechten Außenverteidiger gibt im Moment.“

Diese Aussage von Bayer-Coach Roger Schmidt über Roberto Hilbert ist noch keine 2 Jahre alt. Seitdem hat sich das Blatt allerdings extrem gewendet. Für Hilbert gibt es im Kader von Bayer Leverkusen keine Verwendung mehr. Am Dienstag fliegt die Werkself nach Florida ins Wintertrainingslager zur Vorbereitung auf die Rückrunde – und Hilbert ist nicht mit an Bord. Zur Bild sagte der 32-Jährige:

„Es stimmt, dass ich nicht dabei bin. Aber ich habe mich stets professionell verhalten, das wurde von den Verantwortlichen des Klubs mehrmals öffentlich und auch intern bestätigt.“

hilbert
Roberto Hilbert absolvierte seit Juli 2013 70 Pflichtspiele für Bayer.

Von seiner profihaften Einstellung und seinem tadellosen Verhalten kann sich der ehemalige Nationalspieler, der zwischen März 2007 und Februar 2008 7 Länderspiele für Deutschland bestritt, allerdings nichts kaufen. Getreu dem Motto „Undank ist der Welten Lohn“ muss sich Hilbert einen neuen Verein suchen. Sein aktueller Vertrag in Leverkusen läuft noch bis zum Ende der aktuellen Saison.

Warum der flexibel einsetzbare Spieler nicht mit ins Trainingslager fliegen darf, bleibt das Geheimnis von Schmidt. Es ist im Fußball gang und gäbe, dass Akteure nicht in das Konzept eines Trainers passen und den Klub verlassen müssen. Meistens wurde zuvor allerdings der Trainer ausgetauscht und der neue Übungsleiter gestaltet dann den Kader nach seinen Wünschen. Dass ein Coach allerdings einem Spieler, der noch im Sommer in einem Testspiel die Kapitänsbinde trug, ohne großes Fehlverhalten die Teilnahme an einem Trainingslager verweigert, ist eine Seltenheit. Sie zeigt allerdings deutlich, dass der Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist, wo auf das Schicksal Einzelner keine Rücksicht genommen wird.

Bereits in der Hinrunde verzichtete Schmidt weitestgehend auf den 32-Jährigen. Nur beim Pokalspiel in Lotto, wo die Werkself sich bis auf die Knochen blamierte und im Elfmeterschießen ausschied, durfte er auflaufen. Auf den Außenverteidiger-Positionen haben ihm Wendell, Tin Jedvaj, Benjamin Henrichs und Danny Da Costa den Rang abgelaufen. Ein Vereinswechsel wäre für beide Seiten die beste Entscheidung. Allerdings könnte dieser auch stattfinden, wenn Hilbert mit ins Trainingslager fliegen dürfte. So bekommt das Verhalten von Schmidt erneut einen faden Beigeschmack.

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