Robert Pires über die Situation beim FC Arsenal, Mesut Özil und Jens Lehmann

Robert Pires über die Situation beim FC Arsenal, Mesut Özil und Jens Lehmann

Robert Pires prägte zwischen 2000 und 2006 eine der erfolgreichsten Ären im Mittelfeld des FC Arsenal mit und holte mit dem Klub 5 nationale Titel. Nicht zu vergessen der Welt- und Europameistertitel (1998 und 2000) mit der französischen Nationalmannschaft. Jetzt gibt er als Mitglied der Trainerstabs seine Erfahrungen an die jüngeren Spieler der Gunners weiter. Unsere britischen Kollegen aus der bwin Redaktion haben ihn zum Exklusivinterview getroffen und ihn über die aktuelle Lage bei Arsenal und auch zu Jens Lehmann und Mesut Özil ausgefragt.

Pires über Arsenals Probleme in dieser Saison …

Ich bin sicher, der Ausfall von Santi Cazorla hat das Team arg getroffen. Wir würden besser dastehen, wenn er fit gewesen und gespielt hätte. Technisch ist er einer der besten Spieler der Premier League. Ich habe mit ihm noch bei Villarreal zusammengespielt. Er kann das Spiel diktieren und ist beidfüßig. Das wichtigste ist jedoch, dass er in schwierigen Situationen des Spiels das Tempo kontrollieren kann und ruhig bleibt. Das hat der Mannschaft gefehlt.

Welchen Spieler würde er verpflichten würde, wenn er Arsenal-Trainer wäre …

Antoine Griezmann! Er wäre perfekt für Arsenal, aber ich weiß, dass er sehr teuer ist. Er würde mit Sicherheit mehr als € 100. Mio kosten und ich weiß das Manchester United ein Auge auf ihn geworfen hat. Trotzdem würde ich jeden Penny für ihn zusammenkratzen. Er ist hinter Ronaldo und Messi einer der besten Spieler der Welt.

Antoine Griezmann
Laut Pires ist Landsmann Antoine Griezmann einer für den FC Arsenal.

Pires über die Zukunft von Arsene Wenger …

Ich denke wenn der Trainer Arsenal verlässt, wird er eines Tages Nationaltrainer von Frankreich. Es wäre großartig, ihn in der Rolle zu sehen.

Pires über Mesut Özil …

Natürlich müssen Fußballer mit Kritik leben, aber ich finde Mesut wird überkritisiert. Er ist ein unglaublich wichtiger Spieler für den Klub, den Trainer und das Team. Eine Sache, die mich stört ist, dass Fans sagen Özil wäre faul auf dem Platz. Das ist verrückt und eine krasse Fehleinschätzung. Er ist ein Siegertyp, weil er hart arbeitet und auch Drecksarbeit für das Team erledigt.

Jeder weiß, dass Mesut ein Weltklassespieler ist. Es ist aber unmöglich, über 10 Monate auf demselben hohen Level zu spielen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Manchmal spielt man gut und manchmal weniger. Wenn er mal einen schlechten Tag erwischt, wird bei ihm zu viel daraus gemacht.

Pires über das FA Cup-Finale gegen Chelsea …

Das wird ein unfassbar schweres Spiel. Chelsea hat eine fantastische Mannschaft, aber es ist ein Finale und nur ein Spiel. Es ist wichtig, dass die Spieler und Fans das Resultat an der Stamford Bridge zu Beginn der Saison aus den Köpfen bekommen. Chelsea wird Meister, aber das ist Wembley und ich denke, dass wir uns durchsetzen werden. Wir können auf hohem Level spielen. Ich bin zuversichtlich.

Pires über die Chancen des AS Monaco die Champions League zu gewinnen …

Monaco hat eine sehr gute Chance, die Champions League zu gewinnen. Sie sind die beste Mannschaft in Frankreich und in Europa, weil sie momentan das beste Offensivspiel auf dem Kontinent haben. Ja, wir sprechen über Kylian Mbappe und Falcao, aber sie haben auch Valere Germain und Thomas Lemar. Sie haben nicht nur ein, zwei Spieler sondern ein ganzes Team.

Pires über die Rote Karte gegen Jens Lehmann im Champions League-Finale 2006 gegen den FC Barcelona (1:2) …

Das Foul war nicht der Fehler von Jens. Der Schiedsrichter hat falsch entschieden. Ich habe mit Jens und vielen anderen von damals eine gute Beziehung. Wir stehen noch immer in Kontakt.

Robert Pires und seine Frau Jessica.

Ob er in Zukunft als Trainer arbeiten möchte …

Ich bin in einer wunderbaren Situation momentan. Ich trainiere jeden Tag mit dem Team und ich kann den Spielern Ratschläge und einige Fertigkeiten mit auf den Weg geben. Es macht mir Freude, mit der Mannschaft zu arbeiten, aber momentan will ich kein Trainer sein. Das ist ein verdammt harter Job. Mir ist momentan wichtig, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und die Zeit mit den Spielern auf dem Feld zu genießen. Eines Tages vielleicht, warum nicht, aber derzeit hat das Thema keine Priorität.

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