RB Leipzig: Champions-League-Kurs auf allen Ebenen

RB Leipzig: Champions-League-Kurs auf allen Ebenen

Während die Konkurrenz aus Dortmund und Hoffenheim Federn ließ, hat RB Leipzig mit 3 Siegen die perfekte englische Woche in der Bundesliga hinter sich. Damit befindet sich der Aufsteiger sportlich auf dem besten Weg in die Champions League. Aber auch auf vereinspolitsicher Ebene haben die Leipziger einen großen Schritt in Richtung UEFA-Lizenz gemacht.

Nach 3 sieglosen Spielen in Folge meldete sich RB Leipzig in der englischen Woche eindrucksvoll zurück und sammelte innerhalb von einer Woche volle 9 Punkte. Da der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund dieses Kunststück nicht gelang, wuchs der Vorsprung auf die Plätze 3 und 4 auf 7 beziehungsweise 8 Zähler an. Wenn nichts komplett Unerwartetes passiert, hat Leipzig seinen Platz in der Königsklasse damit sicher.

Zauberwort: Entflechtungsprozess

Damit die Sachsen überhaupt Chancen auf eine Europapokal-Lizenz haben, mussten juristische Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Problem: Die UEFA gestattet nur einen Verein vom selben Investor in ihren Wettbewerben. Wohl wissend haben die Rasenballer bereits frühzeitig alle Vorkehrungen getroffen. Das Standbein in Salzburg wurde formal von Investor Red Bull getrennt. Der Brausehersteller tritt bei den Österreichern seither nur noch als Sponsor in Erscheinung.

Den Salzburgern ist die Meisterschaft in der österreichischen Bundesliga und somit die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation kaum mehr zu nehmen. Ohne die Trennung beider Klubs hätten die Leipziger den Kürzeren gezogen und keine Lizenz erhalten. Auch wenn sich die Verbindungen zwischen RB Leipzig und RB Salzburg nicht von der Hand weisen lassen, ist der Entflechtungsprozess beider Vereine rein juristisch abgeschlossen, sodass beide Klubs keine Probleme mit der Lizenzierung für die Königsklasse zu erwarten haben.

Beigeschmack beseitigt

Dass RB Leipzig Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zeitgleich den Job als globaler Fußballchef von Red Bull innehatte, sorgte stets für einen faden Beigeschmack. Nun gaben die Leipziger bekannt, Mintzlaff habe den Posten schon vor geraumer Zeit geräumt. Dieser Schritt stehe aber in keinen Verbindungen zum Entflechtungsprozess und sei den wachsenden Aufgaben und Herausforderungen geschuldet, so der Verein.

Auf den Lizenzierungsprozess der UEFA hat Mintzlaffs Entscheidung, sein Amt als Fußballchef bei Red Bull niederzulegen, keinen Einfluss. Dieser Schritt signalisiert vielmehr, dass beide Vereine unabhängig voneinander agieren und nicht mehr von den selben Köpfen geleitet werden. So nimmt Mintzlaff den Kritikern einigen Wind aus den Segeln. Diese müssen sich mehr und mehr damit anfreunden, dass RB Leipzig in der kommenden Saison die Bundesliga in der Champions League vertritt. Die sächsischen Rasenballer wollen sich den sportlichen Erfolg schließlich nicht durch juristische Komplikationen verbauen lassen.

Startet das Trio in der nächsten Saison in der Champions League durch?
Die Väter der Leipziger Erfolgsgeschichte: Oliver Mintzlaff, Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick (von links).
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