Rafael Benitez: Unterschiedliche Gründe für sein Scheitern

Rafael Benitez: Unterschiedliche Gründe für sein Scheitern

Rafael Benitez ist ein Trainer, der schon viele Erfolge gefeiert hat. Trotzdem scheitert er regelmäßig bei Klubs. Warum? Unsere Analyse.

Rafael Benitez hat alles erreicht, was man auf Klub-Ebene erreichen kann: Den FC Liverpool führte er – in einem dramatischen Endspiel – zum Titel in der Champions League, mit Valencia gewann er den UEFA-Pokal und mit Chelsea den Nachfolge-Wettbewerb Europa League. FIFA-Klub-WM? Spanische Liga? Englischer Pokal? Italienischer Pokal? Ebenfalls auf seiner Visitenkarte! Underdog Extremadura und CD Teneriffa führte der 55-Jährige von der Segunda Division in die Primera Division. Und wenn Rafael Benitez mal keinen Klub trainiert, dann ist er in TV-Studios quer durch Europa gern gesehener Experte oder erklärt im Internet taktische Feinheiten von internationalen Top-Begegnungen.

Nicht immer rosige Zeiten

Trotzdem lief es in Benitez‘ Karriere nicht immer nach Wunsch. Er hatte auch Stationen dabei, wo es nicht passte. Bei Inter Mailand, Chelsea und gerade eben bei Real Madrid blieben entweder die Erfolge aus, es passte zwischenmenschlich nicht – oder beides …

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Bei Inter Mailand – hier mit Klub-Ikone Javier Zanetti – hatte Rafael Benitez ein schweres Erbe anzutreten.

Inter Mailand: Als Nachfolger von Jose Mourinho zu arbeiten, ist nicht leicht. Wenn Mou zuvor auch noch das Triple geholt hat, dann ist das Engagement eigentlich von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Benitez gewann mit Inter zwar den italienischen Supercup und – wie oben erwähnt – die Klub-WM, doch Rang 7 in der Serie A kurz vor Weihnachten war den Verantwortlichen zu wenig und sie setzten den Spanier vor die Tür. Etwas mehr Geduld – und Benitez hätte bei den Nerazzurri durchaus ein starkes Team formen können.

Chelsea: Da war der Erfolg da (Triumph in der Europa League), doch die Rückendeckung fehlte. Die Fans lästerten über den Trainer, die Medien ließen sich aus – und der Klub schaute einfach nur zu. Benitez fühlte sich – zurecht – im Stich gelassen und schmiss nach nicht einmal einem Jahr hin.

Real Madrid: Es hätte die Krönung seiner Trainer-Karriere werden sollen und endete im Desaster. Der gebürtige Madrilene und ehemalige Real-Nachwuchs-Coach als Chef der Profis – das klang gut. Aber: Hier passten die Ergebnisse nicht. 0:4 vor eigenem Publikum gegen Barca, das wird von vielen als persönliche Demütigung empfunden. Dazu das Aus in der Copa del Rey nach einem Wechselfehler – auch wenn der ihm nicht alleine zur Last gelegt werden kann. Die Königlichen sahen ihre Ziele gefährdet und ersetzten den Taktik-Fuchs durch den ehemaligen Mittelfeld-Dirigenten Zinedine Zidane.

Und Rafael Benitez? Ist er jetzt als Trainer am Ende? Nein! Scheitern gehört schließlich zum Leben dazu. Die vorzeitige Entlassung bei Real Madrid wird den Spanier nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil. Er wird um eine Erfahrung reicher und gestärkt bei seinem nächsten Verein Erfolge feiern!

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