PSV Eindhoven - Der etwas ältere Werksklub

PSV Eindhoven – Der etwas ältere Werksklub

Der PSV Eindhoven ist Dauergast im Europapokal. Mit Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam holte die Mannschaft von Trainer Philipp Cocu in den letzten 40 Jahren 37 Meisterschaften. Knapp 40 Jahre liegt auch der letzte Sieg einer PSV-Mannschaft auf deutschem Boden zurück. Wir stellen den Gegner des VfL Wolfsburg vor dem Duell in der Champions League am Mittwoch (Anstoß: 20:45 Uhr) genauer vor. Dabei ergeben sich einige Parallelen zum Gegner aus der Autostadt.

Auch der PSV Eindhoven ist ein astreiner Werksklub. Am 31. August 1913 wurde die Philips‘ Sport Vereniging als Werksverein des Elektronikkonzerns Philips gegründet und ist damit um einiges älter als seine Nachahmer aus Leverkusen oder Wolfsburg.

Strahlender Stern in der Vereinshistorie der Eindhovener ist mit Sicherheit der Sieg im Europapokal der Landesmeister 1988. Doch die vielen Stars, die der Verein aus der 220.000-Einwohner-Stadt hervorgebracht oder groß gemacht hat, gehören zu den bemerkenswertesten Errungenschaften des 22-maligen holländischen Meisters: Ronald Koeman, Arjen Robben, Mark van Bommel, Jefferson Farfan, Ruud van Nistelrooy, Romario und Ronaldo um nur einige aus der Neuzeit zu nennen.

Nicht zu vergessen Philipp Cocu (44), der mittlerweile mit Unterbrechungen seit 2012 beim PSV an der Seitenlinie steht. Im vergangenen Jahr wurde der frühere niederländische Nationalspieler wegen eines Tumors im Rücken behandelt und legte eine mehrmonatige Pause ein. Der Coach gilt mittlerweile als geheilt und holte mit einer Mischung aus erfahrenen und extrem, jungen und veranlagten Spielern die Meisterschaft.

Vor der Saison musste der Klub mal wieder einen großen Aderlass verkraften. Mit Memphis Depay (€ 27,5 Mio. zu Manchester United) Georginio Wijnaldum (€ 20 Mio. zu Newcastle United) verließen, wie so viele vor ihnen, wieder 2 hochtalentierte und vielversprechende Spieler den Verein. Man meint, die Kunst des Vereins besteht darin, sich immer wieder neu zu erfinden. Dabei haben sie sich längst mit der Rolle des Ausbildungsvereins für europäische Top-Klubs abgefunden – und das erfolgreich.

Ebenfalls werden sie sich damit abfinden müssen, dass Hauptsponsor und Geldgeber Philips sich in Kürze vom Trikot verabschiedet. Damit geht eine Ära zu Ende. Der Elektonikkonzern wird nach 34 Jahren ab 2016 nicht mehr Haupt- und Trikotsponsor des PSV Eindhoven sein. Der Verein soll aber nach wie vor unterstützt werden. Stadion- und Vereinsname werden bleiben.

Vielleicht muss sich die Philips‘ Sport Vereniging dann nach langer Zeit doch mal wieder etwas Neues einfallen lassen. Auch beim kommenden Gegner in der Champions League, dem VfL Wolfsburg, wird ausgelöst durch die Krise bei Volkswagen eventuell der Gürtel in Zukunft etwas enger geschnallt werden müssen.

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Arjen Robben (hier noch mit Haaren) spielte von 2002 bis 2004 für Eindhoven (70 Spiele, 21 Tore, 17 Vorlagen) bevor er für € 18 Mio. zum FC Chelsea wechselte.
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