PSG bei Celtic: Mit Neymar im Paradies

PSG bei Celtic: Mit Neymar im Paradies

Es wird ein Duell zweier Fußball-Welten. Emotion gegen Finanzmacht. Celtic Glasgow empfängt zum Start in der Bayern-Gruppe B in der Champions League Paris Saint-Germain mit Superstar Neymar (25). Das „Paradies“, wie das Stadion Celtic Park auch genannt wird, kennt der Brasilianer schon aus seiner Zeit in Barcelona.

Im Paradies hat man aufgerüstet. Zum Auftakt in der Champions-League-Gruppenphase gegen das Star-Ensemble von Paris St. Germain werden die im Celtic Park erwarteten 58.000 Zuschauer zusätzlich durch schwer bewaffnete Polizei beschützt. Die CL-Premiere für Neymar, den mit einer Ablöse von 224 Mio. € teuersten Spieler der Welt, gerät rund um das Stadion, das die Fans liebevoll „Paradise“ nennen, zum Risikospiel.

Neymar will mit Paris die Champions League gewinnen

Neymar selbst merkte man vor dem Start in die Königsklasse mit seinem neuen Verein allerdings nicht die geringste Nervosität an. Der Brasilianer scherzte am Montag im Training mit seinen Teamkollegen. Vor den Journalisten gab er sich tierisch selbstbewusst. „Ich glaube, dass wir mit Paris die Champions League gewinnen und Geschichte schreiben können“, erklärte der 25-Jährige gegenüber dem Massenblatt The Sun, „wir haben dazu die Qualität und die Erfahrung.“

Möglich. Aber die Statistik spricht gegen PSG. Der Scheichklub, von einem Konsortium aus Katar finanziert, kam trotz immenser Investitionen noch nie über das Viertelfinale hinaus. Celtic darf dagegen mit Stolz auf 1967 verweisen. Vor 50 Jahren gewannen die Schotten als erster britischer Klub in Lissabon gegen Inter Mailand (2:1) die europäische Meistertrophäe. Eine Bronzestatue mit Erfolgscoach Jock Stein kündet davon bis heute vor dem Stadion.

Abseits dieser Nostalgie weiß man in Glasgow, wie Hochkaräter in der Champions League zu knacken sind. In der Saison 2012/2013 bezwangen die Hoops im Celtic Park in der Vorrunde den großen FC Barcelona mit 2:1. Mit diesem sensationellen Ergebnis rührten sie ihren Edelfan, Rocklegende Rod Stewart, zu Tränen. Im vergangenen Jahr hatte Celtic gegen den FC Barcelona – inzwischen mit Neymar – nicht den Hauch einer Chance. Barca gewann mit 2:0. Im Rückspiel überrollten die Katalanen Celtic mit 7:0. Ein ähnliches Szenario droht den Schotten nun auch gegen PSG.

Paris spielt mit seinem astronomisch anmutenden Kaderwert von 521 Mio. € um mehr als 460 Mio. € gegenüber Celtic fast in einer anderen Galaxie. Zudem kommt Superstar Neymar in Topform nach Glasgow. Er traf in 4 Ligue-1-Spielen 4-mal und legte 4 Treffer vor.

Experten setzen auf Celtics Außenseitercharme

Es gibt nicht viel, was Celtic Glasgow der Fußball-Supermacht aus Frankreich entgegensetzen kann. Dennoch halten es Experten wie der frühere Celtic-Stürmer John Hartson (42) für gewagt, die Bhoys abzuschreiben. „Es wäre eine Dummheit, Celtic in irgendeinem Spiel im Celtic Park zu unterschätzen“, sagte der Waliser bei BBC Sport, „sie haben sich schon die Skalps von Barcelona und Manchester United geholt. Wenn das Stadion voll ist, gibt es keinen besseren Platz im Weltfußball.“

Scott McDonald, ebenfalls ehemaliger Angreifer des schottischen Meisters, sieht sein früheres Team trotz Neymar, Mbappé, Cavani und Konsorten nicht chancenlos. „Zu Hause gilt: Je größer die Herausforderung, desto größer die Chance“, sagt der 34-jährige Australier, „mit der Mentalität, die Coach Brendan Rodgers dem Team eingeimpft hat, spielen sie voller Selbstvertrauen.“

Selbstvertrauen und Emotion sind Celtics schärfste Waffen in diesem Spiel. In der heimischen Premier League fehlen ihnen – bei 30 Zählern Vorsprung auf Vizemeister FC Aberdeen in der letzten Saison – echte Gegner.

Moussa Dembelé, der hier an der Statue von Trainerlegende Jock Stein vorbeigeht, erzielte im letzten Jahr in 49 Pflichtspielen 32 Tore für Celtic Glasgow.
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