Sporting Lissabon: Ein Präsident und die große Leere

Sporting Lissabon: Ein Präsident und die große Leere

Was eine 0:2-Niederlage und ein paar Facebook-Posts so alles auslösen können: Bei Sporting Lissabon regiert in diesen Tagen jedenfalls das blanke Chaos! Fast der komplette Kader wurde suspendiert – und zwar von Präsident Bruno de Carvalho höchstpersönlich! Ob ausgerechnet der als Heißsporn bekannte Trainer Jorge Jesus die Wogen zu glätten weiß, scheint höchst fraglich.

Wie mache ich bloß den Spielern nach schwachen oder blutleeren Auftritten Beine? Mit dieser Frage sehen sich Trainer und Vereinsbosse häufiger mal konfrontiert. Beim abstiegsbedrohten Bundesliga-Dino aus Hamburg hatte Christian Titz gleich nach seiner Beförderung ein Zeichen gesetzt, in dem er Mergim Mavraj, Walace sowie Kyriakos Papadopoulos in die U23 beordert. Letzterer kehrte trotz harscher Kritik am Trainer wieder zu den Profis zurück. Dann gäbe es da noch die ganz rustikale Methode à la Olympiakos Piräus. Evangelos Marinakis, der mächtige Klubchef des kriselnden Serienmeisters aus Griechenland, schickte unlängst die Spieler inklusive Geldstrafe in den Urlaub. 

19 Spieler suspendiert – Trainer steht hinter dem Team

Exakt daran hat man sich in Lissabon offenbar ein Beispiel genommen. Es wirkt wie ein Olympiakos-Remake, vielleicht noch ein Stückweit emotionaler. Sporting-Präsident Bruno de Carvalho sah sich in Folge des Europa League-Achtelfinales bei Atletico Madrid (0:2) dazu gezwungen, zum verbalen Rundumschlag auszuholen. Die Antwort der eigenen Mannschaft – ebenfalls via Facebook – trieb den 46-Jährigen („Meine Geduld ist am Ende“) nur noch mehr zur Weißglut.

„Guerra total“ (übersetzt: Krieg total) titeln die Sportzeitungen in Portugal und Spanien. Laut Marca sind 19 Spieler aus dem 25-köpfigen Kader von der Suspendierung durch Präsident de Carvalho betroffen:

Patricio, Carvalho, Coates, Coentrao, Gelson Martins, Cristiano Piccini, Marcos Acuna, Rodrigo Battaglia, Bryan Ruiz, Bruno Fernandes, Fredy Montero, Stefan Ristovski, Wendel, Ruben Ribeiro, Seydou Doumbia, Bruno Cesar, Daniel Podence, Joao Palhinha und Rafael Leao.

Was wird aus dem Ex-Wolfsburger Bast Dost?

Kenner des portugiesischen Fußballs vermissen womöglich den Namen eines ehemaligen Bundesliga-Torjägers: Bas Dost war 2016 aus Wolfsburg zu Sporting Lissabon gewechselt. Wohl dem, der sich aus der Social Media-Welt abschottet. Der Niederländer zeigte sich jedoch solidarisch mit dem Team und denkt selbst über einen Abgang nach.

Trainer Jorge Jesus versucht sich derzeit als Vermittler zwischen Mannschaft und Bruno de Carvalho. Nicht umbedingt eine Paraderolle für den 63-Jährigen, der sich im Stadion sogar mal mit der Polizei angelegt hatte. Der Rausschmiss-Post wurden inzwischen gelöscht. Ob das schon auf ein Einlenken von Seiten des Präsidenten hindeutet, lässt sich schwer prognostizieren. 

Falls nicht bliebe eigentlich – wie im Fall von Piräus – nur die Möglichkeit, die laufende Saison mit Spielern aus der Reserve und Jugend zu beenden. Dann jedoch auch ohne Trainer Jesus, der sich eher auf die Seite seiner gescholtenen Spieler schlägt. Wir meinen: Es wird in jedem Fall einen großen Verlierer geben. Entweder riskiert de Carvalho den Rückhalt innerhalb des Vereins oder die sportlichen Ziele des 22-maligen Meisters.

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