Pep Guardiola: Weshalb er langfristig bei Man City bleiben will

Pep Guardiola: Weshalb er langfristig bei Man City bleiben will

Pep Guardiola steht erst seit wenigen Monaten bei Manchester City unter Vertrag. Doch bereits jetzt spricht der Katalane von einem langfristigen Engagement bei den Skyblues. Das würde seinen bisherigen Gewohnheiten bei seinen Jobs in Barcelona und München zwar widersprechen, aber seine Pläne sind nachvollziehbar. Manchester City ist für Guardiola das Schlaraffenland des Fußballs.

Seit Juli arbeitet Pep Guardiola als Trainer bei Manchester City. Sein Vertrag bei den Engländern ist datiert bis zum 30. Juni 2019. Bis dahin fließt noch eine Menge Wasser den Rhein herunter. Der Katalane bekräftige allerdings bereits jetzt in einem Interview, dass er nicht vorhat, die Skyblues nach seinem Vertragsende zu verlassen:

„Was ich sagen kann, dass es wohl nicht nur 3 Jahre werden.“

Diese Worte aus dem Mund des 45-Jährigen klingen erstaunlich, denn bislang favorisierte Guardiola immer eine kurze Verweilzeit bei einem Verein. Beim FC Bayern blieb er von 2013 bis 2016, zuvor leitete er von 2008 bis 2012 die Geschicke beim FC Barcelona – wobei er sein 4. Jahr bei den Katalanen im Nachhinein als Fehler bezeichnete.

Warum also spricht Guardiola bereits nach 5 Monaten von einem langfristen Verbleib bei Manchester City? Die Gründe dafür sind einfach:

Große Macht bei Transfers

Anders als beim FC Bayern hat Guardiola in Manchester eine enorme Macht. Bei den Citizens muss er keine Grabenkämpfe führen, wenn er Spieler verpflichten will. Beim FCB wurde das mit mehreren Personen (u. a. Rummenigge, Sammer, Reschke) abgestimmt. Bei City ist Guardiola für die Kaderzusammenstellung komplett allein verantwortlich. Er darf jeden Spieler verpflichten, wenn er ihn als Verstärkung ansieht.

Großes Budget bei Transfers

Zwar sind auch Barcelona und Bayern finanziell mit riesigen Möglichkeiten ausgestattet, aber bei City ist das nochmal eine andere Dimension. Dort ist die Transferschatulle prall gefüllt – durchgehend. Klubchef Khaldoon Al Mubarak gestand Guardiola bei dessen Verpflichtung ein, dass es kein finanzielles Limit gibt. Ein Transfer wird bei den Skyblues niemals an finanziellen Dingen scheitern.

Spielphilosophie und DNA vermitteln

Im Gegensatz zum FC Bayern hat Manchester City keine Angst davor, dass Guardiola die Identität verändert. Ganz im Gegenteil. In Manchester hat er die uneingeschränkte Macht, einen ganzen Verein komplett nach seinen Wunschvorstellungen umzubauen – und das soll er auch tun. Seine Spielphilosophie und sein System sollen zur City-DNA werden. Dafür hat er auch das komplette Bestimmungsrecht über die Jugendmannschaften.

Mit Txiki Begiristain (Sportdirektor) und Ferran Soriano (Geschäftsführer) sitzen 2 Freunde im Klub in hohen Positionen, die seine Entscheidungen nicht in Frage stellen. Manchester City wird in allen sportlichen Bereichen seine Handschrift tragen. Guardiola will den Verein ähnlich aufbauen und prägen, wie es einst sein Ziehvater Johan Cruyff beim FC Barcelona tat.

Größere, sportliche Herausforderung

Die Meisterschaft in der Premier League ist ein anderer Wettbewerb als die in der Bundesliga. In England können 4-5 Mannschaften den Titel gewinnen. Dort ist jede Saison, eigentlich sogar jedes Spiel, eine neue Herausforderung. Diese übt wöchentlich einen neuen Reiz auf ihn aus. In Deutschland gewann Guardiola in jedem Jahr mit Bayern souverän den Titel. Ein richtiger Wettkampf fand eigentlich nur in der Champions League statt.

Personeller Umbruch

Als der 45-Jährige den FC Bayern übernahm, war das Team auf dem Zenit seines Könnens. Die Mannschaft gewann wenige Wochen vor seinem Amtsantritt das Triple. Guardiola musste also nur wenig ändern, um weiterhin eine dominante Mannschaft auf das Feld zu schicken. Sein Team war schon weltklasse – auch ohne ihn.

In Manchester allerdings hat Guardiola mehr Arbeit vor sich. Er wird den Kader in den nächsten Transferperioden mächtig durcheinanderwirbeln, um ein Team nach seinen Wünschen zu bekommen. Die jetzige Mannschaft ist zu alt und qualitativ nicht auf dem Niveau, wie Pep es möchte. Sie dorthin zu bekommen, benötigt mehr Zeit als beim FCB.

Natürlich macht ihm auch sein üppiges Jahreseinkommen von geschätzt € 15 Mio. einen langfristigen Verbleib in Manchester schmackhaft. Der Verein ist für ihn halt in allen Belangen ein echtes Schlaraffenland.

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