Patrick Ebert: Auf der Suche nach dem sportlichen Zuhause

Patrick Ebert: Auf der Suche nach dem sportlichen Zuhause

2009 gehörte Patrick Ebert zum Kader der deutschen U21-Nationalmannschaft, die in Schweden Europameister wurde. Doch während seine ehemaligen Teamkollegen wie Manuel Neuer, Mats Hummels, Mesut Özil oder Sami Khedira mittlerweile amtierende Weltmeister sind, steckt Ebert im Mittelmaß fest. Jetzt zieht es ihn in die Liga zurück, wo er sportlich zu überzeugen wusste. Ebert wird in der kommenden Saison das Trikot von Rayo Vallecano tragen.

„Ich bin mir oft selbst im Weg gestanden, habe nicht so gelebt, wie man als Profi leben sollte. Dadurch konnte ich meine Leistung nicht zu 100 Prozent abrufen.“ Patrick Ebert fand in einem Interview im Oktober 2014 deutliche Worte zu seiner bisherigen Karriere. Mit viel Talent gesegnet hatte Ebert speziell in jungen Jahren viele Flausen im Kopf. Die Geschichte, in der er zusammen mit seinem Kumpel Kevin Prince Boateng in Berlin nach einer durchzechten Nacht Autospiegel abgetreten hat, fand in Deutschland weit mehr Beachtung als seine sportlichen Leistungen. Dabei absolvierte der gebürtige Potsdamer 148 Profi-Spiele für die Hertha und gehörte über Jahre zum festen Bestandteil der Alten Dame. Doch gemessen an seinem Potential fehlte es Ebert immer an Konstanz, an dem endgültigen Durchbruch vom begnadeten Talent hin zum festen Leistungsträger.

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Patrick Ebert erlebte bei Real Valladolid seine sportlich beste Zeit.

Starke Auftritte in der Primera Division

Sein Wechsel im Sommer 2012 nach Spanien zu Real Valladolid kam für viele deshalb nicht wenig überraschend – und sollte sich auszahlen. In 38 Spielen erzielte er für Valladolid neun Tore und bereitete zwölf weitere vor. Wie seine ehemaligen Teamkollegen Ashkan Dejagah, Kevin-Prince Boateng und Jerome Boateng gelang es auch Ebert: Raus aus Berlin und richtig Fuß fassen in der Fußballwelt. Die Fans seines Klubs wählten ihn sogar zum Spieler der Saison. Schnell gab es Angebote größerer Klubs. Eberl stand damals kurz vor einem Wechsel zu Atletico Madrid, landete aber letztendlich in Russland bei Spartak Moskau. Wie schon bei so einigen Kickern vor ihm kam dieser Wechsel zu schnell. Statt seine Leistungen in Valladolid zu bestätigen und weiter zu reifen, war der Ruf nach einem größeren Verein, einem besseren Gehalt und die Aussicht auf Titel stärker.

Auf den Spuren von Gerhard Poschner

In Moskau fand Eberl nie zu seiner Form aus Spanien zurück. Er hatte viel mit Verletzungen zu kämpfen, lief lediglich 25 Mal für die Russen auf. Jetzt wechselt er zurück in die Primera Division, in die Liga, wo er sportlich bisher am besten zu überzeugen wusste. Der feine technische Tempo-Fußball, der in Spanien gespielt wird, scheint Ebert am besten zu liegen. Abseits des Platzes ist es ruhig um ihn geworden, er ist professioneller als früher. „Ich arbeite eng mit einem Physiotherapeuten zusammen. Er ist ein Freund von mir und war schon in Spanien fast jede Woche bei mir. Das zahlt mir zwar kein Verein, aber es tut mir gut. Außerdem ernähre ich mich nach meiner Blutgruppe. Ich muss einiges weglassen, aber ich fühle mich dadurch frischer“, sagte Ebert bereits zu seiner Moskauer-Zeit. Jetzt muss er dauerhaft nur noch seine Leistung bringen, um den Menschen in Deutschland wieder ins Gedächtnis gerufen zu werden. Bei Rayo Vallecano tritt er in die Fußstapfen von Gerhard Poschner. Der heutige Sportdirektor von 1860 München spielte zwischen 1999 und 2001 erfolgreich für den Vorstadtklub aus Madrid.

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