SC Paderborn: Die Angst vor dem Super-GAU

SC Paderborn: Die Angst vor dem Super-GAU

Vor rund zweieinhalb Jahren reiste der SC Paderborn am 5. Spieltag der Bundesliga-Saison 2014/15 noch als Spitzenreiter zum Auswärtsspiel beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München (0:4). Unter dem damaligen Cheftrainer André Breitenreiter war zuvor der erste Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte gelungen. Jetzt droht den Ostwestfalen der Abstieg in die viertklassige Regionalliga West.

Was ist passiert? Trotz einer insgesamt soliden Hinserie mit 19 Punkten, mit denen der SCP auf Rang 10 überwinterte, reichte es in der bisher einzigen Paderborner Erstliga-Saison nicht für dem Klassenverbleib. In der Rückrunde holte der SCP nur 12 Zähler und beendete die Spielzeit mit 31 Punkten als Tabellenletzter.

Noch weniger Punkte in der 2. Bundesliga

In der darauffolgenden Saison in der 2. Bundesliga ging Paderborn mit einem neuen Cheftrainer an den Start. André Breitenreiter wechselte zum FC Schalke 04, Markus Gellhaus wurde sein Nachfolger. Nach 10 Punkten aus 11 Spielen war für den jetzigen Co-Trainer von Daniel Stendel bei Hannover 96 aber schon wieder Schluss.

Aber es wurde nicht besser. Weder die prominente Verpflichtung Stefan Effenberg noch Interimstrainer René Müller konnten die sportliche Talfahrt der Blau-Schwarzen stoppen. Die Folge: Paderborn stieg zum zweiten Mal in Folge als Tabellenschlusslicht ab – diesmal sogar mit nur 28 Punkten.

Auch ein kompletter Umbruch führt nicht zum Erfolg

Im Sommer 2016 gab es dann einen kompletten Umbruch. Selbst Präsident Wilfried Finke stellte sein Amt nach über 19 Jahren für einen sportlichen Neuanfang zur Verfügung. Unter der Regie von René Müller, der nach dem Abstieg Cheftrainer blieb, stellte sich aber auch in der 3. Liga kein Erfolg ein. Nach dem 0:6-Debakel beim Aufsteiger und DFB-Pokal-Viertelfinalisten Sportfreunde Lotte am 15. Spieltag war auch für Müller die Zeit in Paderborn beendet.

Um den absoluten Super-GAU – den Gang in den Amateurfußball – zu verhindern, kehrte Finke als Präsident zurück und brachte Stefan Emmerling als neuen Trainer mit. Aber auch der 51-jährige Fußball-Lehrer schaffte es bisher nicht, eine sportliche Wende einzuleiten. Nach einem guten Start mit 3 Siegen aus den ersten 4 Spielen holte Paderborn aus den letzten 5 Partien nur 4 Punkte. Der SCP rangiert mit 28 Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Jetzt kommen auch noch finanzielle Probleme dazu

Und als wenn der sportliche Misserfolg nicht schon genug wäre, ist jetzt auch noch die finanzielle Situation in Paderborn kritisch. Die Drittliga-Lizenz, wofür die Unterlagen am 1. März fristgerecht beim DFB eingereicht worden sind, ist gefährdet. SCP-Aufsichtsratschef Elmar Volkmann geht davon aus, dass sich bis Saisonende rund 2,5 Millionen Euro neue Schulden anhäufen.

Das heißt: Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ist vom SC Paderborn in den kommenden Monaten Höchstleistung gefordert. Ansonsten geht es innerhalb von 3 Jahren von der 1. Bundesliga runter in die Regionalliga. Das ist vorher noch nie einem Verein passiert.

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