Otto Rehhagel wird 80: Ottokratie und Sensationen

Otto Rehhagel wird 80: Ottokratie und Sensationen

„Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen“ ist nur einer seiner vielen legendären Sprüche. Am Donnerstag feiert nur einer: Otto Rehhagel. Der Europameister-Trainer von 2004 wird runde 80 Jahre jung. Eine Hommage.

„Modern spielt, wer gewinnt“ – Mit dieser simplen Weisheit düpierte Otto Rehhagel am 4. Juli 2004 in Lissabon ganz Fußball-Europa. Der Trainerfuchs führte den Außenseiter Griechenland ausgerechnet am 50. Jahrestag des deutschen „Wunders von Bern“ gegen Gastgeber Portugal und Cristiano Ronaldo zum Europameistertitel. Eine Fußball-Sensation, mit der sich Rehhagel unsterblich machte. In 9 Jahren als Griechenland-Coach (Alle Wetten zur UEFA Nations League) erfüllte sich Otto Rehhagel 2010 auch den Traum von der WM-Teilnahme.

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Am Donnerstag feiert der gebürtige Essener seinen 80. Geburtstag – und die bwin-Redaktion verneigt sich vor dem Grandseigneur der deutschen Trainergilde.

Otto Rehhagel triumphierte gleich 2-mal in Lissabon

Eine Schatztruhe an Fußball-Anekdoten, seine Erfolge, seine Sprüche, aber auch seine legendäre Fehde mit Udo Lattek († 2015 / „Er ist neidisch, missgünstig und hat kein Format“) machen Otto Rehhagel zu einer absoluten Ausnahmeerscheinung im deutschen Fußball. Seine unglaubliche Bilanz: 832 Liga-Spiele als Trainer, 8 Titel, davon 5 mit Werder Bremen. Seit 1981 an der Weser im Amt, führte Rehhagel Werder als Coach 1988 und 1993 zur Deutschen Meisterschaft und 2-mal zum DFB-Pokal. Der Europapokal-Coup 1992 in Lissabon ließ seinen langjährigen Reporter-Begleiter Rolf Töpperwien jegliche journalistische Distanz aufgeben. „In diesem Moment betritt Otto Rehhagel deutschen Boden“, jubelte der ZDF-Mann bei der Ankunft auf dem Bremer Flughafen wie bei einem Papst-Empfang.

1999: Sforza contra „König“ Otto Rehhagel

Ottos größtes Ding in der Bundesliga: Die Meisterschaft mit Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern 1998. „Beim FCK war er eine riesige Respektsperson, man konnte aber immer und mit jedem Belang zu ihm gehen“, erinnert sich der damalige FCK-Meisterspieler Martin Wagner. In Lautern fand er auch seinen größten Kritiker. FCK-Kapitän Ciriaco Sforza („Ich spiele für den FCK und nicht für den FC Rehhagel“) stellte sich im September 1999 offen gegen König Otto. Der Schweizer hatte von der „Ottokratie“ („Hier kann jeder sagen, was ich will“) des oft als selbstherrlich und oberlehrerhaft abgekanzelten Rehhagel genug. Der Meistercoach suchte jedoch die Versöhnung mit seinem Führungsspieler – und gewann viele Sympathiepunkte.

In München konnte Rehhagel nur scheitern

Rehhagels medienträchtigstes „Aus“ als Trainer erlebte er 1996 in München. Trotz des wenige Tage zuvor in Barcelona mit 2:1 (!) erreichten UEFA-Cup-Finales trennte sich der FC Bayern von Rehhagel. Der zuvor als „König von Bremen“ verabschiedete Erfolgscoach stand in München auf verlorenem Posten. Einerseits hatte Rehhagel anders als zuvor in Bremen mit Dr. Franz Böhmert und später in Kaiserslautern mit Jürgen „Atze“ Friedrich sowie Hubert Kessler bei den Bayern keinen wirklichen Unterstützer im Vorstand. Zum anderen legte er sich in der Medienstadt mit dem mächtigen Boulevard an. „Keiner ‚ne Frage? Gut, dann gehe ich zum Training“, überrumpelte Rehhagel an der Säbener Straße einmal die wartenden Journalisten. Der Bundesliga-Startrekord von 7 Siegen in den ersten 7 Spielen 1995/96 war für den Ex-Bundesligaprofi (Hertha und Lautern) nicht genug.

Entlassung verhinderte UEFA-Cup-Erfolg

3 Wochen vor dem Saisonende folgte die spektakuläre Trennung zwischen den Bayern und Rehhagel. „In München“, ist Martin Wagner bis heute sicher, „haben sie ihm einen Titel gestohlen.“ Rehhagel selbst spricht bis heute so gut wie nicht über die Episode in München: „Junger Freund, was von Bayern München kommt, kommentiere ich nicht“, belehrte er nach dem CL-Viertelfinale 1999 mit Lautern gegen die Münchner einen jungen Reporter…

Riesen-Fußballsachverstand, unglaubliche Anekdoten

„Er verstand und versteht mehr als die allermeisten vom Fußball“, nähert sich Hertha-Manager Michael Preetz, der ihn 2012 als Coach in die Bundesliga zurückholte, dem Phänomen Rehhagel. Diesen enormen Sachverstand und sein Gespür für die richtigen Spielertypen spielte Rehhagel in 40 Trainer-Jahren gegenüber den Journalisten nur allzu gern aus. „Ich fühle mich nicht verfolgt, die Journalisten sind dünnhäutig“, sagte er einst.

In seiner Anfangszeit als Coach, u. a. holte Rehhagel mit Fortuna Düsseldorf 1980 den DFB-Pokal, galt Otto als Irrwisch an der Außenlinie. „Mit 50 bin ich im Irrenhaus“, seufzte er damals, „bis dahin habe ich hoffentlich so viel Geld verdient, dass ich 1. Klasse liegen kann.“ Alles Kokolores, wie er selbst sagen würde. Rehhagel landete nicht in der Klapse, sondern in der Ruhmeshalle des deutschen Fußballs. Alles Gute zum Geburtstag!

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Gestenreich und wortgewaltig: Trainerlegende Otto Rehhagel (l.) wird 80.
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