Österreich-Boom: Wie Burgstaller und Co. die Bundesliga bereichern

Österreich-Boom: Wie Burgstaller und Co. die Bundesliga bereichern

Gegen Ende einer Saison wird häufig über neue Trends diskutiert. Eine Entwicklung fällt nach fast 2 Dritteln nicht sofort ins Auge, ist aber unverkennbar: Österreichische Spieler erobern unsere Bundesliga fast wie zu Zeiten von Andy Herzog und Toni Polster im Sturm. Wie kam es zum neuen Ösi-Boom? Unsere Infografik liefert Fakten und Antworten!

Neben Bayerns David Alaba – dem mit Abstand bekanntesten ÖFB-Profi – tummeln sich mittlerweile 18 weitere Kicker aus der Alpenrepublik in Deutschland. Ein Großteil gehört zum Stammpersonal, wie das Leipziger Duo Stefan Ilsanker und Marcel Sabitzer oder auch Augsburgs Martin Hinteregger.

Sie machen ihr Heimatland zu einem der größten Bundesliga-Importschlager. Vor Frankreich (16 Spieler) und Spanien (13), selbst der einstige Dauerbrenner Brasilien (15) kann da nicht mehr mithalten. Erst seit etwa 3 Monaten zählt Guido Burgstaller zu diesem Kreis. Der Mann aus Villach folgte Alessandro Schöpf ein Jahr später vom Zweitligisten Nürnberg zum FC Schalke 04 und kurbelte den Österreich-Boom in der Rückrunde weiter an.

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Schalke-Zugang vor Comeback bei Koller

Bei seiner Verpflichtung für rund € 1.5 Mio wurden zunächst nicht nur in unserer Redaktion Vergleiche mit dem Schalker Noteinkauf Edi Glieder (2003) getätigt. Überraschend zeigte Burgstaller eine Klasse höher aber kaum Anpassungsschwierigkeiten. Der 27-Jährige netzte gleich bei seinem Debüt (1:0 gegen den FC Ingolstadt), überzeugt seit Wochen durch unermüdliche Laufbereitschaft und Ruhe vor dem Tor – klassischer Fall von Spätzünder!

„Ich mache nicht viel anders, als in der 2. Liga“, erklärt der Sturmtank, der zuvor für Nürnberg immerhin auf 34 Buden bei 70 Einsätzen gekommen war. Seine Torquote auf Schalke bringt Guido Burgstaller nun sogar zurück in die Nationalmannschaft. Das Comeback ist am Freitag (ab 20:45 Uhr) im WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien geplant. ÖFB-Trainer Marcel Koller baut für ihn sogar sein System um und will künftig mit Marc Janko und Burgstaller als Doppelspitze zur Weltmeisterschaft nach Russland stürmen.

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Werder Bremen feiert österreichisches Triple

Ösi-Power ist in der Bundesliga auch beim FC Ingolstadt (Markus Suttner, Lukas Hinterseer) und Werder Bremen im Abstiegskampf gefragt. An der Weser kann man bereits von fester Tradition sprechen. Andreas Herzog – als Alpen-Maradonna in Bremen unvergessen – liegt mit 70 Treffern auf dem 13. Platz in der ewigen Werder-Torjägerliste. Über den jüngsten 3:0-Heimsieg seines Ex-Klubs gegen RB Leipzig dürfte sich der 48-Jährige ganz besonders gefreut haben.

Erstmals in der Bundesliga-Historie trafen 3 Spieler aus Österreich für einen Klub. Zunächst leitete Kapitän Zlatko Junuzovic mit einem herrlichen Distanzschuss die Führung ein, legte dann für seinen Landsmann Florian Grillitsch zum 2:0 auf. Am letzten Treffer von Florian Kainz war Junuzovic ebenso beteiligt.

Derartige österreichische Co-Produktionen müssen keine Ausnahme bleiben. Die Alpenrepublik stellt hinter der Schweiz den größten Ausländeranteil (7,5%) in der Bundesliga. Im 2. Teil der Infografik zeigt sich unter andrem die steigende Entwicklung. Schon in der kommenden Transferperiode könnte Österreich in der Gastarbeiter-Allzeitstatisik auf Rang 3 vorrücken und Kroatien ablösen.

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