Nils Petersen: Der Fleisch gewordene Wahnsinn

Nils Petersen: Der Fleisch gewordene Wahnsinn

Macht sich Nils Petersen zur Einwechslung bereit, verbreitet er schon Angst und Schrecken beim Gegner. Kein anderer Bundesliga-Stürmer drückt dem Spiel so seinen Stempel auf, wenn er von der Bank ins Spiel kommt. Mit seinem 8. Joker-Treffer schoss der 28-Jährige seinen SC Freiburg gegen den FSV Mainz 05 (1:0) zum Sieg und egalisierte einen Rekord. Wir erklären das Phänomen Petersen:

Das der SC Freiburg eine nahezu sorgenlose Saison hinlegt, geht beim Hype um die Überflieger von RB Leipzig fast etwas unter. Schon 6 Spieltage vor dem Saisonende ist der Klassenerhalt mit 41 Punkten so gut wie eingetütet. Daran hat Nils Petersen trotz geringeren Einsatzzeiten als in der Aufstiegssaison einen Bärenanteil. 22 Mal wechselte Trainer Christian Streich den im Harz geborenen Stürmer in dieser Saison ein, 8 Tore machen Petersen zum Inbegriff eines Jokers.

Seine Tor-Quote und Rolle lässt sich mit André Schürrle bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien vergleichen. Den jetzigen Dortmunder (jeweils 3 Treffer und Vorlagen als Joker im Turnier) taufte Bundestrainer Joachim Löw als „Spezialkraft“. Wenig Anlaufzeit benötigt meist auch Nils Petersen, wenn er in Halbzeit 2 für Jannik Haberer oder Florian Niederlechner ins Spiel kommt.

Noch eine Bude bis zum alleinigen Rekord

„Nils geht auf den Platz und ist frei, weil er ein hohes Maß an Verantwortung trägt“, sagte Christian Streich schon mehrmals. „Patsch ist er dann da und dann macht es bumm.“ So auch beim jüngsten 1:0 gegen Mainz. 33 Sekunden im Spiel, erster Ballkontakt, Tor! Sein Gegenspieler wusste gar nicht wie ihm geschah.

Die Chemie stimmt: Nils Petersen und Trainer Christian Streich.

Während die Breisgauer heimlich mit einem Auge nach der Europa League schauen, zog Petersen durch das 18. Joker-Tor in seiner Karriere mit dem langjährigen FC Bayern-Stürmer Alexander Zickler gleich. Wie unsere Statistik unter dem Artikel zeigt, benötigte der Freiburger im Vergleich zum Ex-Nationalspieler (12 Länderspiele) dafür aber deutlich weniger Einsätze.

Stellt Nils Petersen schon über Ostern bei RB Leipzig eine neue Bestmarke für die meisten Tore nach Einwechselungen auf? Nach Maximilian Philipp (Muskelfaserriss) verletzte sich im Mainz-Spiel mit Vincenzo Grifo ein weiterer Offensivspieler, sodass Trainer Streich seine Spezialkraft am kommenden Samstag möglicherweise von Beginn an aufstellt. Bei 5 Startelf-Einsätzen sprangen für Petersen in dieser Saison nur 2 Torvorlagen heraus.

Die besten Joker der Bundesliga-Historie

1. Alexander Zickler – 18 Treffer – 102 Einwechselungen

1. Nils Petersen – 18 Treffer – 55 Einwechselungen

3. Claudio Pizarro – 16 Treffer 115 Einwechselungen

4. Mehmet Scholl – 14 Treffer – 123 Einwechselungen

4. Hans-Jörg Crien – 14 Treffer – 67 Einwechselungen

6. Frank Ordenewitz – 13 Treffer – 84 Einwechselungen

6. Nelson Valdez – 13 Treffer – 83 Einwechselungen

6. Stefan Kohn – 13 Treffer – 91 Einwechselungen

6. Robert Lewandowski – 13 Treffer – 30 Einwechselungen

6. Günter Thiele – 13 Treffer – 64 Einwechselungen

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