Nicht nur Juventus: Diese Klubs änderten ihr Vereinslogo

Nicht nur Juventus: Diese Klubs änderten ihr Vereinslogo

Das 10. Klubemblem in fast 120 Jahren erfolgreicher Juventus-Geschichte lässt die Fans der „alten Dame“ kopfschüttelnd zurück. Global und sexy soll es sein – andere würden es abstrakt und schmucklos nennen. Mit der Umgestaltung seines Vereinslogos ist der italienische Rekordmeister jedoch in bester Gesellschaft.

Schlimmer hätte es für die eingefleischten Fans von Juventus Turin kaum kommen können. Zwei stilisierte „J“, die die Form des „Scudetto“, der italienischen Meistertrophäe, erahnen lassen sollen. Ah ja. Und dann stammte dieser abstrakte Entwurf auch noch von der Firma Interbrand – und die sitzt in der Stadt des erklärten Erzrivalen AC – in Mailand.

Nix mehr zu sehen vom Turiner Stier im Wappen, nicht mal mehr der Vereinsname und auch nicht die berühmten Farben Schwarz und Weiß, die ebenfalls als Synonym für den italienischen Rekordmeister und Tabellenführer der Serie A stehen! Umso bemühter war es Juve-Präsident Andrea Agnelli, den Esprit der Mailänder Kreativ-Direktoren dem Fanvolk zu erklären: „Es ist ein Schritt in die Zukunft, ein Synonym für Exzellenz und Ambition, dem viele Klub folgen werden. Es wirkt global und sexy.“

Das einzig Gute für die ratlosen Fans: Das neue Vereinslogo wird erst ab der kommenden Saison die Brust der Juventus-Stars zieren.

Mit der radikalen Veränderung seines Vereinswappens steht die „alte Dame“ in Europa allerdings nicht allein. Vor allem auf der Insel waren und sind Wappenänderungen eine für viele Traditionalisten unliebsame Mode.

Chelseas Buchstabensalat

Beim FC Chelsea unterliegt das Vereinslogo einem beinahe schon traditionellen Wandel. Sah man auf der stolzen Brust der „Blues“ bis 1952 noch den „Chelsea Pensioner“, einen ehemaligen Soldaten, so gab es in der Folgezeit fast in jeder Dekade eine Wappenänderung. Ab 1952 versuchte man es mit der Buchstabenkombi „CFC“, die jedoch zu viel Ähnlichkeit mit dem Wappen des schottischen Rekordmeisters Glasgow Rangers aufwies. Ab 1953 war dann der Chelsea-Löwe auf der Brust, 1964 hieß es wieder „CFC“, von 1986 bis 2005 bildeten dann Löwe und CFC-Logo in wechselnder Anordnung eine Einheit. Mit der Ankunft von Klubbesitzer Roman Abramowitsch (2003) waren auch die Tage des alten Chelsea-Logos gezählt. 2005, nach dem 1. Meistertitel seit 50 Jahren, war Schluss mit der CFC-Buchstabenkombination, der Schriftzug „Chelsea Football Club“ wurde gemeinsam mit dem Löwen ins Wappen integriert.

Manchester City: Schluss mit Latein!

Das Wappen von Manchester City schien den vielen Veränderungen, die mit dem Einstieg der Klubeigentümer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten 2008 einhergingen, zunächst Stand zu halten. Von 1997 bis 2016 schien bei den „Citizens“ niemand am Klublogo mit dem Adler und dem lateinischen Wahlspruch „Superbia in Proelio“ („Stolz im Wettstreit“) zu rütteln. Das änderte sich 2016: Rund, blau-weiß und mit dem Schriftzug des vollständigen Klub-Namens – so sieht das neue Abzeichen seit dem letzten Sommer aus. Es war die insgesamt 4. Änderung in der Vereinsgeschichte.

Cardiff: Im Zeichen des Drachen

Vincent Tan, malaysischer Eigentümer des walisischen Hauptstadt-Klubs Cardiff City, kippte 2010 eine 100 Jahre alte Tradition: Er ließ nicht nur das Vereinslogo der Bluebirds ändern, sondern auch die Farben. Von Blau-Weiß auf Rot, dazu ein fernöstlicher Drache, die Fan-Proteste ließen nicht lange auf sich warten. Die asiatische Farbenlehre und Symbolik hielten sich in Wales gerade mal 5 Jahre: 2015 gesellte sich der Seevogel auf dem Wappen wieder zum deutlich kleiner geratenen Drachen dazu.

Einmal Löwe, immer Löwe? Nicht in der Bundesliga!

Der FC Bayern München und Borussia Dortmund änderten im Verlauf ihrer Geschichte 4-mal das Vereinslogo. Dass der BVB ab 1976 von der Tabakfirma Samson finanziert wurde, spiegelte sich – typisch für die Siebzigerjahre mit Jägermeister-Hirsch in Braunschweig und Bayer-Kreuz in Leverkusen – auch im Vereinswappen wieder. Ein Löwe zierte die Brust der Schwarz-Gelben, allerdings nur für zwei Jahre. Seit 1978 steht nur noch „BVB 09“ im Wappen des 5-maligen Bundesliga-Meisters.

Der Braunschweiger Löwe, seit dem Mittelalter mit der niedersächsischen Stadt verbunden, musste 1973 dem Hirsch, dem Markenzeichen der Likörfirma Jägermeister, weichen. Erst mit dem Ende des finanziellen Engagements der Firma im Jahr 1986 kehrte Braunschweig zum klassischen Logo mit dem Löwen zurück.

Erwin Kostedde im gewöhnungsbedürftigen Sponsoren-Trikot.
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