Namen, die bleiben

Namen, die bleiben

Fußballer werden von Fans, Mitspielern oder Medien oft nicht so genannt, wie sie wirklich heißen. Die Spitznamen haben völlig unterschiedlichen Ursprung. Manche sind anerkennend, manche kritisch, andere wiederum einfach nur lustig. Eine Rundschau.

Der bekannteste Spitzname von allen ist wohl „Der Kaiser“. Unter dieser Bezeichnung kennt man Franz Beckenbauer nicht nur in Deutschland, sondern fast überall auf der Welt. Die Herkunft ist nicht eindeutig geklärt, am weitverbreitetsten ist aber die Version mit einem Pressefoto mit Kaiser Franz I. anlässlich eines Wien-Aufenthalts. Vor allem im Norden Deutschlands ist „Uns Uwe“ jedem Kleinkind ein Begriff. Uwe Seelers Popularität ist auch lange nach dem Ende seiner aktiven Karriere ungebrochen. Die meisten anderen Spitznamen lassen sich in Kategorien zuordnen:

Spielstil: Ansgar Brinkmann wurde wegen seiner feinen Technik „Der weiße Brasilianer“ genannt. Uli Borowka liebte es eher rustikal, was durch den Beinamen „Die Axt“ Bestätigung findet. Kalle Riedle war stark mit dem Kopf, folgerichtig wurde er zu „Air Riedle“. Sein harter Schuss verhalf Thomas Hitzlsperger zum Spitznamen „The Hammer“. Und weil Gerd Müller so verlässlich traf, wurde er zum „Bomber der Nation“.

Frisur: Seine Haarpracht brachte Rudi Völler den Kosenamen „Tante Käthe“ ein. Wegen seiner ehemals weiblich wirkenden, lockigen Frisur wurde aus Michale Zorc „Susi“. „Der göttliche Zopf“ gehörte Roberto Baggio. Und Bernd Schuster war in seiner Karriere nicht immer ein „Blonder Engel“.

Körper: Schnell, trotz dickem Bauch – das war „Kugelblitz“ Ailton. Messi ist körperlich nicht der Größte, so erklärt sich „Der Floh“ (La Pulga). Weil der Kopf von Jupp Heynckes schnell rot „leuchtete“, bekam er den Spitznamen „Osram“ verpasst. Und Diego Maradona brachte sein umstrittenes Tor gegen England bei der WM 1986 die Bezeichnung „Hand Gottes“ ein.

Charakter: Jose Mourinho gilt bei Kollegen und Journalisten als speziell, kein Wunder, dass er sich selbst „The Special One“ nennt. Andi Möller raunzte als Aktiver so viel, dass ihn die gegnerischen Fans nur noch „Heulsuse“ nannten. Gleiche Eigenschaft, nur aggressiver vorgetragen – so kam Matthias Sammer zu „Motzki“. Und wer, wie Helmut Rahn, eine Führungspersönlichkeit ist, heißt verdientermaßen „Der Boss“.

Namens-Spielereien sind ebenfalls beliebt: Klaus Fichte(l) wurde zur „Tanne“. Harry Kane ist auf der Insel auch als „Hurricane“ bekannt. Neben dem Kaiser gibt es noch Eric „The King“ Cantona und natürlich „Prinz Poldi“. Über den Adelstiteln stehen eigentlich nur Matthew Le Tissier als „Le God“ und Oliver Kahn, der bei der WM 2002 zum „Titan“ wurde. Fest steht: Egal, wie ein Spitzname zustande kommt – je mehr man sich dagegen wehrt, umso mehr bleibt er!

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In Manchester wurde Eric Cantona zu „Eric the King“.

 

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