Nach Ibrahimovic-Anschuldigung: Die Dopingfälle im Fußball

Nach Ibrahimovic-Anschuldigung: Die Dopingfälle im Fußball

Die Unterstellungen von Ulf Karlsson schlugen ein wie eine Bombe. Der renommierte Leichtathletik-Nationaltrainer Schwedens sorgte mit seiner Aussage, dass Superstar Zlatan Ibrahimovic während seiner Zeit bei Juventus Turin gedopt habe, für großes Aufsehen. Die Sportwelt reagiert entsetzt, denn Doping wird im Fußball noch weitestgehend totgeschwiegen. Einige Fälle aus der Vergangenheit sind dennoch bekannt.

 Wie aus dem Nichts löste Ulf Karlsson mit folgender Aussage eine Welle der Empörung los:

„Zlatan legte bei Juventus Turin in einem halben Jahr über 10 Kilo an Gewicht zu. Ich glaube, dass er gedopt war. Das steht für mich fest.“

Zwischen 2004 und 2006 lief Zlatan Ibrahimovic für Juventus Turin auf. Nie zuvor wurde der Stürmer bislang mit Doping während dieser Zeit in Verbindung gebracht. Dementsprechend groß war das Echo, welches Karlsson umgehend um die Ohren flog. Mino Raiola, Berater des schwedischen Superstars, kündigte bereits eine Klage gegen Karlsson an und wies die Anschuldigungen zurück. Auch der schwedische Fußballverband reagierte mit Unverständnis und schenkt den Aussagen keinen Glauben.

Fakt ist allerdings: Auch im Fußball wird gedopt und im Verhältnis zu anderen Athleten werden Fußballspieler nur sehr selten kontrolliert. Auch gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte über EPO-Doping bei Juventus Turin, was allerdings nie bewiesen wurde.

Natürlich gilt auch im Fall Ibrahimovic zunächst die Unschuldsvermutung. Nur Anhand der Karlsson-Aussagen lässt sich kein Urteil fällen. Bewiesen wurde die Schuld aber in den folgenden Fällen:

Frank de Boer: Früher spielte der Niederländer für Ajax Amsterdam, den FC Barcelona und die Glasgow Rangers, heute ist er seit 2010 erfolgreicher Trainer von Ajax. Nach einem UEFA-Cup-Spiel mit Barcelona gegen Celta Vigo im April 2001 wurde de Boer positiv auf Nandrolon getestet. Die UEFA sperrte ihn aufgrund des vierfach erhöhten Werts für ein Jahr für alle internationalen Spiele. Die Sperre wurde später auf nur noch 2,5 Monate verkürzt. Bis heute beteuert de Boer seine Unschuld.

Deco: Der frühere Star von Porto, Barcelona und Chelsea wurde auf seiner letzten Station, bei Fluminense in Brasilien, aufgrund auffälliger Werte gesperrt. Am 30. März 2013 wurde beim Portugiesen die verbotene Substanz Furosemid, die Dopingmittel verschleiern kann, nachgewiesen. Daraufhin wurde Deco für 30 Tage gesperrt und beendete anschließend seine Karriere.

Pep Guardiola: Der heutige Coach des FC Bayern hat einen fetten Makel in seiner Fußball-Karriere. Im November und im Oktober 2001 wurden ihm nach 2 Spielen im Dress von Brescia Calcio Spuren von Nandrolon nachgewiesen. Die FIFA und die FIGC sperrten ihn zunächst für 5 Spiele, erhöhten später die Sperre auf 4 Monate. Zudem wurde er als erster Spieler überhaupt zu einer Haftstrafe von 7 Monaten und einer Geldstrafe von € 9.000 verurteilt. Bis zur Berufungsverhandlung blieb er auf freiem Fuß und wurde 2009 letztendlich von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen.

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Diego Maradona macht bei der WM 1994 seine letzten Länderspiele für Argentinien.

Diego Maradona: Auch einer der größten Fußballer aller Zeiten wurde beim vorsätzlichen Betrügen ertappt. Während der WM 1994 in den USA wurden in seiner Urinprobe mehrere verbotene Substanzen nachgewiesen, u. a. Ephedrin. Er wurde von der FIFA vom Turnier ausgeschlossen. Auch wurde ihm während seiner Zeit als Spieler die Einnahme von Kokain nachgewiesen.

Ebi Smolarek: Vor seinem Wechsel zu Borussia Dortmund in der Winterpause 2004/05 wurde der Pole beim Betrügen erwischt. Nachdem Viertelfinalspiel im UEFA-Cup in der Saison 2002 in Diensten von Feyenoord Rotterdam wurde Smolarek positiv auf Cannabinol getestet. Daraufhin wurde er für 3 Monate gesperrt.

Auch bekannte Spieler wie Kolo Touré, Ibrahim Tanko, Jaap Stam, Angelo Peruzzi oder Lee Bowyer wurde aufgrund positiver Doping-Tests gesperrt – und die Liste ist noch weitaus länger. Auch im Fußball ist das Betrügen mit leistungsfördernden Mitteln Gang und Gäbe, nur will davon keiner etwas hören.

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