Nach dem Calhanoglu-Urteil: Die längsten Sperren der Bundesliga

Nach dem Calhanoglu-Urteil: Die längsten Sperren der Bundesliga

Es war die Schocknachricht für Bayer Leverkusen: Hakan Calhanoglu wurde vom Internationalen Sportsgerichtshof CAS wegen Vertragsbruch für 4 Monate gesperrt. Damit ist die Saison für den Türken beendet. In der internen Liste der längsten Bundesliga-Sperren steht Calhanoglu damit auf Platz 3.

Bayer Leverkusen ist erbost über die lange Sperre von Hakan Calhanoglu. Da der türkische Nationalspieler 2011 als 17-Jähriger einen Vorvertrag bei Trabzonspor unterschrieb, im Anschluss aber beim Karlsruher SC blieb und dann zum HSV wechselte, wurde er für 4 Monate gesperrt. Rudi Völler kann das Urteil des CAS und das Verhalten von Trabzonspor in der Bild nicht nachvollziehen:

„Die Scheinheiligkeit, die aus der Türkei und auch von Trabzonspor Richtung Hakan kommt, ist eigentlich zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. In dem Land werden Verträge und Gehaltsvereinbarungen mit Spielern oft nicht eingehalten. Das setzt dem Ganzen die Krone auf.“

Da das Urteil vom CAS rechtskräftig ist, wird Calhanoglu der Werkself erst ab Juni wieder zur Verfügung stehen. Der 22-Jährige muss eine lange Zeit pausieren, aber es gab in der Bundesliga einige Akteure, die aufgrund von Sperren noch länger zum Zuschauen gezwungen waren. Hier die 5 längsten Sperren in der Geschichte der Bundesliga:

1. Levan Kobiaschwili (Hertha BSC), 7,5 Monate Sperre: Im Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf am 15. Mai 2012 verpasste der Georgier Schiedsrichter Wolfgang Stark im Kabinengang während einer Spielunterbrechung einen Faustschlag. Die daraufhin verhängte Sperre durch das DFB-Sportgericht ist bis heute die längste im deutschen Profi-Fußball.

2. Timo Konietzka (1860 München), 6 Monate Sperre: Am 8. Oktober 1966 im Spiel gegen Borussia Dortmund beging der Löwen-Stürmer eine Tätlichkeit gegen Schiedsrichter Max Spinnler. Er soll ihm vor die Brust gestoßen und vor das Schienbein getreten haben. Beweiskräftige TV-Bilder gab es damals nicht, trotzdem wurde Konietzka für lange Zeit auf die Tribüne verbannt.

kruse
Axel Kruse (l.) trug von 1993 bis 1996 das Trikot des VfB Stuttgart

3. Erwin Kremers (Schalke 04), 14 Wochen Sperre: Im Bundesligaspiel 1. FC Kaiserslautern gegen Schalke 04 (4:0) am 18. Mai 1974 beleidigte Kremers den Schiedsrichter Max Klauser schwer, sogar wiederholt. In einem späteren Interview sagte Kremers: „Ich habe den Schiedsrichter massiv beleidigt. Als er fragte, ob er richtig gehört habe, habe ich gesagt: Und jetzt noch mal für Doofe.“

4. Axel Kruse (VfB Stuttgart), 10 Wochen Sperre: Im DFB-Pokal-Spiel VfB Stuttgart gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:6 n. V.) am 25. August 1993 beging der Heißsporn der Schwaben eine Tätlichkeit gegen Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers. Weil dieser in einer Szene nicht auf Handelfmeter für den VfB entscheiden wollte, tickte der Neu-Stuttgarter aus. „Wie der Osterhase“ sei Osmers über den Rasen gekullert, sagte Kruse einmal dem Magazin 11 Freunde.

5. Paolo Guerrero (Hamburger SV), 8 Spiele Sperre: Am 3. März 2012 grätschte der Peruaner im Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart Torwart Sven Ulreich an der Eckfahne brutal von hinten in die Beine. Guerrero war ein Wiederholungstäter: 2 Jahre zuvor hatte er nach Ende der Partie Hamburger SV – Hannover 96 (0:0) am 4. April 2010 eine Wasserflasche einen Zuschauer an den Kopf geworfen. 5 Spiele Zwangspause folgten.

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