Moritz Leitner: Ein neuer Anlauf zum Durchbruch

Moritz Leitner: Ein neuer Anlauf zum Durchbruch

Moritz Leitner galt einst als große Hoffnung im deutschen Fußball. Bereits mit 20 Jahren wurde er Deutscher Meister. Über den Status des Talents ist er aber in der Folgezeit nie hinausgekommen. Nach einem total enttäuschenden halben Jahr bei Lazio Rom zieht es ihn nun zurück in die Bundesliga. Beim FC Augsburg soll jetzt der endgültige Durchbruch gelingen. Das Potential dazu ist vorhanden.

Der FC Augsburg holt den verlorenen Sohn zurück. Moritz Leitner wird ab sofort wieder das Trikot der Fuggerstädter tragen. Bereits in der Rückrunde der Saison 2010/11 absolvierte der hochveranlagte Kicker 9 Spiele für den FCA. Damals wurde er für ein halbes Jahr vom BVB ausgeliehen. Nun verpflichtete Augsburg den mittlerweile 24-Jährigen fest.

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Moritz Leitner überzeugte in seiner ersten Zeit beim FCA.

Leitner hat trotz seines noch jungen Alters bereits viel erlebt. In seiner Vita stehen Spiele für 1860 München, Augsburg, Borussia Dortmund, den VfB Stuttgart und Lazio Rom. Mit dem BVB gewann er 2012 als aufstrebendes Talent das Double. Der endgültige Durchbruch gelang ihm aber weder im Ruhrpott, noch später im Ländle und schon gar nicht zuletzt in Italien.

Zwischen Spielfeld, Bank und Tribüne

In Dortmund war die Konkurrenz im Mittelfeld zu stark. Hinter Mario Götze, Shinji Kagawa, Jakub Blaszcykowski, Kevin Großkreutz, Nuri Sahin, Sven Bender, Ivan Perisic oder Ilkay Gündogan blieb nur wenig Einsatzzeit für Leitner. In den Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 kam der damalige Youngster auf insgesamt 56 Einsätze, allerdings stand er in diesen 2 Jahren nur 17 Mal in der Startelf.

Deshalb folgte eine 2-jährige Leihe zum VfB Stuttgart. Dort sollte sich Leitner entwickeln und zum Leistungsträger reifen, um dann im Anschluss beim BVB endgültig durchzustarten. Aber auch bei den Schwaben wurde Leitner nie zum unangefochtenen Stammspieler. Der Ruf des ewigen Talents, der sein volles Potential nicht ausschöpft, haftete ihm schnell an. Besonders Trainer Huub Stevens missfiel seine teils lasche Einstellung. In 2 Jahren beim VfB kam Leitner auf 45 Spiele, davon 34 in der Startelf. Allerdings stand er in der letzten Saison ab dem 27. Spieltag nicht mehr im Kader, sondern musste sogar zeitweise bei der 2. Mannschaft mittrainieren.

Auch beim BVB hatte Thomas Tuchel für ihn nach seiner Rückkehr nur wenig Verwendung. Zwischenzeitlich schnürte Leitner für die Reserve in der Regionalliga die Schuhe. In der Saison 2015/16 kam er nur auf 13 Einsätze für die Profis, weshalb er in der Sommerpause zu Lazio Rom wechselte. Aber dort fand er sich überhaupt nicht zurecht. Das halbe Jahr in Italien war vergeudete Zeit. Sein Stammplatz war die Bank. Nur 2 Mal wurde er in der Serie A eingewechselt und absolvierte lediglich 13 Pflichtspielminuten für die Römer. Jetzt kann es in Augsburg nur bergauf gehen.

Jetzt oder nie

Leitner verfügt über genügend Potential, um ein gestandener Bundesliga-Spieler zu werden. Der Zug für die ganz große Karriere ist abgefahren. Sein Profi-Debüt feierte er im Alter von 18 Jahren. Seitdem hat er 140 Profi-Pflichtspiele absolviert. Das macht im Schnitt „nur“ 23 Partien pro Saison. Für einen Spieler mit seinen Fähigkeiten und gemessen an dem Start seiner Karriere ist das eindeutig zu wenig. In Augsburg ist er jetzt gefordert, seine Laufbahn wieder in die richtige Richtung zu lenken. Nimmt er auch beim FCA nur eine Nebenrolle ein, ist der Traum vom Bundesliga-Profi schneller ausgeträumt als gedacht.

Gute Technik, Spielübersicht, Erfahrung – Leitner bringt viele Attribute mit, um den endgültigen Durchbruch zu schaffen. Macht ihm sein Phlegma keinen Strich durch die Rechnung, dann hat er die besten Jahre noch vor sich. Es liegt an ihm selbst.

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