Mönchengladbach: Eberl verlängert und wird Zerfall verhindern!

Mönchengladbach: Eberl verlängert und wird Zerfall verhindern!

Noch vor der großen Jahreshauptversammlung am Montag verkündet Borussia Mönchengladbach die Vertragsverlängerung mit Max Eberl. Der langfristige Verbleib des umworben Managers (bis 2022) ist für die Fohlen – allen Spekulationen aus München zum Trotz – in der aktuellen Situation wichtiger als jeder Neuzugang für die Mannschaft. Die Führungsetage der Fohlen legt zurecht große Hoffnungen in den 43-Jährigen.

Der Aufschwung am Niederrhein seit dem Fast-Abstieg 2011 ist unverkennbar und eng mit dem Namen Max Eberl verbunden. Wo andere Überraschungsteams nach dem Einzug in den Europapokal oft komplett untergingen, schaffte es der gebürtige Niederbayer, die Borussia trotz prominenter Abgänge Jahr für Jahr neu zu erfinden.

Eberls Spezialität: Neue Führungsfiguren finden

Schlechtestes Ergebnis in dieser Phase: Platz 8 in der Saison 2012/13 nachdem das erfolgreiche Gerüst um Marco Reus, Roman Neustädter und Dante weggebrochen war. Auch in den Folgejahren kompensierte die Borussia durch nachhaltige Nachwuchsarbeit und kluge Investitionen (Max Kruse, Granit Xhaka oder zuletzt Lars Stindl) die Verluste von Leistungsträgern. So gelang zuletzt 2 Mal in Folge die Champions League-Qualifikation.

Fehleinkäufe wie Luuk de Jong, der 2012 nicht so recht in das System von Ex-Trainer Lucien Favre passte, leistete sich Max Eberl nur selten. In den nächsten Wochen und Monaten ist einmal mehr das ganze Verhandlungsschick des Managers gefragt. Die Abgänge von Eigengewächs Mo Dahoud (für rund € 10 Mio zu Borussia Dortmund) und Abwehr-Juwel Andreas Christensen, der nach 2-jähriger Leihe zum FC Chelsea zurückkehrt, reißen große Lücken in das Team.

Alle Freiheiten bei den Personalplanungen

Noch weitaus schlimmer hätte Mönchengladbach aber ein Abgang von Eberl in Richtung FC Bayern getroffen. Allein bei der Suche nach einem Nachfolger wäre kostbare Zeit für die Kaderplanungen verloren gegangen. Der wohl entscheidende Faktor für den langfristigen Verbleib: In Mönchengladbach genießt der Sportfachwirt wesentlich mehr Entscheidungskompetenzen als beim Rekordmeister, wo Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge stets das letzte Wort haben.

„Das Geld, das wir für Dahoud bekommen, investieren wir in einen Nachfolger. Weitere Abgänge soll es nicht geben“, wirkt Max Eberl einem möglichen Zerfall der Borussia-Elf entgegen. Als Neuzügange werden bereits der Freiburger Freistoßspezialist Vincenzo Grifo sowie Senkrechtstarter Nadiem Amiri aus Hoffenheim gehandelt – beide passen hervorragend in Eberls Beuteschema.

Schafft es das unter Trainer Dieter Hecking wieder stabiler auftretende Team über die Liga oder den DFB-Pokal noch in die Europa League, vergrößert sich der Handlungsspielraum für Transfers. Mehr Tatsache als April-Scherz: Unter Eberl als Manager können die Gladbacher in der kommenden Saison wesentlich stärker zurückkommen, als viele Experten vielleicht heute glauben.

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