Mönchengladbach: 3 Gründe für den Aufschwung unter Hecking

Mönchengladbach: 3 Gründe für den Aufschwung unter Hecking

Seinem Ruf als Aufbauhelfer wird Dieter Hecking auch bei Borussia Mönchengladbach wieder gerecht. Nach der Amtsübernahme zur Winterpause führte der 52-jährige Trainer die „Fohlen“ durch 10 von 12 möglichen Punkten in Windeseile aus dem Abstiegskampf heraus. Die Europa League – am Donnerstag (ab 19:00 Uhr) wartet der AC Florenz – kann kommen!

Für eine solche Serie müssen auch alteingesessene Borussia-Fans schon ein paar Jahre weiter zurückdenken. 3 Siege zu Beginn einer Rückrunde schafften die „Fohlen“ vor Dieter Hecking nur unter der Regie von Bernd Krauss in der Saison 1993/94. Lediglich die sich hartnäckig haltenden Gerüchte um einen möglichen Weggang von Sportdirektor Max Eberl (zum FC Bayern München) können die Euphorie am Niederrhein aktuell ein wenig trüben.

Belebt das Flügelspiel: Patrick Herrmann traf bei seinem Comeback gegen Freiburg (3:0).

Auch im Europa League-Hinspiel gegen den AC Florenz (Sieg-Quote: 2.05) trauen die Buchmacher der Hecking-Elf einiges zu. „Es war wichtig, in den ersten Wochen etwas Druck vom Kessel zu nehmen. Die Mannschaft wirkt gefestigt, agiert mit einer hohen Laufbereitschaft“, stellt der Neu-Trainer zufrieden fest. Dabei krempelte Hecking das Team nicht komplett um, veränderte einige kleine Dinge und setzt auf Automatismen.

So schafften die „Fohlen“ die Trendwende

Festes System: Mit Ex-Trainer André Schubert spielte Borussia Mönchengladbach beinah wöchentlich „System, wechsel dich“. Sein Nachfolger setzt dagegen auf eine klare Ausrichtung, meist im 4-4-2 mit einer hängenden Spitze. So agiert die Mannschaft fast wie in den besten Zeiten unter Lucien Favre (2011 bis 2015) und kann vor allem ihre Stärken durch die schnellen Außenbahnspieler Thorgan Hazard und Patrick Herrmann optimal einsetzen.

Defensive Stabilität: Mit der dauerhaften Rückkehr zur 4er-Kette schaffte Dieter Hecking gleichzeitig eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive. In 4 von 5 Pflichtspielen hielten die Gladbacher hinten die Null – und das obwohl Abwehr-Neuzugang Timothée Kolodziejczak (vom Europa League-Sieger FC Sevilla) seine Qualitäten verletzungsbedingt noch gar nicht einbringen konnte. Andreas Christensen, der zusammen mit Jannik Vestergaard die Danish Dynamite-Innenverteidigung bildet, unterlaufen zurzeit kaum Fehler. Die Folge: Sein letztes Gegentor kassierte Torhüter Yann Sommer vor 326 Minuten.

Auswärtsschwäche abgestellt: Selbst während der Erfolgsphase von André Schubert patzte Mönchengladbach oft in der Fremde. Nun dürfte die Auswärtsschwäche bald der Vergangenheit angehören. Nach dem torlosen Remis beim SV Darmstadt 98 zum Einstand feierte Hecking mit den „Fohlen“ 2 Auswärtssiege bei Bayer 04 Leverkusen (3:2 nach 0:2-Rückstand) und Werder Bremen (1:0). Dazu gelang durch ein 2:0 beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth der souveräne Einzug in das DFB-Pokal-Viertelfinale. Beim jüngsten Dreier in Bremen siegte die Borussia-Elf sogar ohne den gelbgesperrten Kapitän Lars Stindl und den in der Offensive fast ebenso unverzichtbaren Brasilianer Raffael (muskuläre Probleme).

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