Mission China: Magaths „härtester Job“

Mission China: Magaths „härtester Job“

Er steht für Erfolg und Disziplin: Felix Magath (63) holte mit dem FC Bayern München 2-mal das Double aus Meisterschaft und Pokal und war 2009 Sensationsmeister mit dem VfL Wolfsburg. In der Chinese Super League kann Magath nach dem 1. Jahr bei Shandong Luneng ebenfalls eine positive Bilanz vorweisen. 

Die neue sportliche Herausforderung in der chinesischen 6-Millionen-Stadt Jinan, die er am 8. Juni 2016 antrat, beschreibt Felix Magath gern als „die bisher größte Herausforderung in meiner Laufbahn.“

Als der 43-fache deutsche Nationalspieler im letzten Sommer ins Reich der Mitte kam, erinnerten die sportlichen Rahmenbedingungen beim 4-maligen Meister der Chinese Super League nicht etwa an die beim FC Bayern München, wo er in 3 Spielzeiten 4 Titel gewann.

Magaths schwieriger Neuanfang in China

Nein. Die Mission lautete „Liga-Erhalt“, wie es Magath von seinen Stationen Werder Bremen, Eintracht Frankfurt oder zuletzt vom FC Fulham (2014) her kannte. Unter dem früheren brasilianischen Nationalcoach Mano Menezes war Shandong Lueng in akute Abstiegsgefahr geraten. Magath löste den glücklosen Menezes ab, schaffte mit 34 Punkten und Platz 14 die Rettung.

Bester Punkteschnitt seit Magaths Schalker Zeiten

In dieser Saison liegt Magaths Team nach fast der Hälfte der Saison mit 24 Zählern aus 14 Spielen auf Rang 4. „Ich schaue optimistisch in die Zukunft, wir sind auf einem guten Weg“, sagt Magath über sein 1. Jahr in China. Mit einem Punkteschnitt von 1,51 Zählern kann der Europameister von 1980 seine beste Trainerbilanz seit seinem Gastspiel auf Schalke vorweisen. Mit Königsblau holte er zwischen 2009 und 2011 in der Bundesliga im Schnitt 1,8 Punkte. Nur in seiner 1. Amtszeit in Wolfsburg zwischen 2007 und 2009 sowie natürlich in München war Magaths Erfolgsquote mit 1,86 bzw. 2,13 Punkten noch besser.

Nächste Saison in die asiatische Champions League

Wertvollster Spieler bei Shandong Luneng ist der Italiener Graziano Pelle, den die Chinesen für € 15 Mio. vom FC Southampton losgeeist hatten. Top-Torjäger in der aktuellen Saison ist der Brasilianer Diego Tardelli, der im zarten Stürmer-Alter von 32 Jahren mit 9 Treffern aus 8 Liga-Spielen die klubinterne Torjägerliste anführt. Der ehemalige Freiburger Rekord-Abgang Papiss Demba Cissé, für € 6 Mio. von Newcastle United nach China gewechselt, folgt mit 6 Treffern aus 8 Auftritten.

Die asiatische Champions-League, an der die ersten 3 Klubs aus China teilnehmen dürfen, peilt Magath trotz dieses Zwischenhochs in diesem Jahr noch nicht an. Dennoch spürt man das alte Feuer bei dem für Disziplin und taktische Ordnung stehenden Coach. Auf seiner Homepage schreibt Magath mit Begeisterung: „Mir war die Nähe zu Fans auf allen Stationen meiner Arbeit wichtig. Auch in China mache ich mit dem Fußball-Enthusiasmus der Menschen gute Erfahrungen. Besonders unsere Fans von Shandong Luneng begeistern mich.“

Unter Magaths Regie im 3. Frühling: Diego Tardelli. 

X