Mehdi Benatia: Einer der größten Transferflops des FC Bayern

Mehdi Benatia: Einer der größten Transferflops des FC Bayern

Der Wechsel von Mehdi Benatia vom FC Bayern zu Juventus Turin ist perfekt. Für eine Gebühr von € 3 Mio. wechselt der Abwehrspieler auf Leihbasis für ein Jahr zum italienischen Serienmeister. Gemessen an Gehalt und Ablösesumme im Verhältnis zur gebrachten Leistung ist der Marokkaner einer der größten Transferflops in der Geschichte des FC Bayern.

 „Benatia hat eine neue Mannschaft gefunden. Wir wünschen ihm viel Glück.“

Neu-Trainer Carlo Ancelotti fand auf der Pressekonferenz am Freitag nur wenige Worte für den marokkanischen Abwehrspieler. Es ist offensichtlich: Der FC Bayern weint Benatia keine Träne nach.

Über 2 Jahre war die Beziehung zwischen dem 29-jährigen und den Bayern keine sonderlich glückliche. Von dem € 30 Mio.-Mann hatte sich der deutsche Rekordmeister definitiv mehr versprochen. Nach der Verpflichtung von Mats Hummels war bereits klar, dass Benatia keine Zukunft in München mehr haben würde.

Eigentlich ist der FC Bayern das Paradebeispiel für gutes Wirtschaften. Die Münchner gelten als gesündester Fußballverein der Welt. Ein Grund, warum das so ist, sind die durchdachten Transferentscheidungen der Verantwortlichen. Obwohl schon seit vielen Jahren Spieler für aberwitzige Summen die Klubs wechseln, halten die Bayern mit ihrem Geld haus und investieren nur einen größeren, zweistelligen Millionenbetrag, wenn sie von einm Spieler restlos überzeugt sind.

Bei Mehdi Benatia hat der Klub mit einer hohen, getätigten Transferzahlung gründlich danebengelegen.  Mit € 30 Mio. war Benatia einer der teuersten Einkäufe in der Geschichte des Vereins. Einzig Javi Martinez (€ 40 Mio.), Mats Hummels (€ 38 Mio.), Arturo Vidal und Mario Götze (je € 37 Mio.) sowie Renato Sanches (€ 35 Mio.) waren teurer als der marokkanische Nationalspieler. Preistechnisch steht Benatia in etwa auf einer Stufe mit Douglas Costa, Mario Gomez und Manuel Neuer.

mehdi
Wird wohl nie wieder im Bayern-Trikot zu sehen sein: Mehdi Benatia.

In der Reihe der genannten Spieler fällt Benatia mit seinen gezeigten Leistungen allerdings deutlich ab. In 2 Jahren schaffte er nie den Durchbruch zum Stammspieler und Leistungsträger. Das hatte zum einen damit zu tun, dass er als Spieler nicht ganz den Vorstellungen von Trainer Pep Guardiola entsprach. Zum anderen haben ihn viele Verletzungen seit seinem Wechsel nach Deutschland ausgebremst. Den Benatia, der in der Serie A zu den stärksten Verteidigern gehörte und die Abwehr des AS Rom zusammenhielt, bekam man im Trikot der Münchner so gut wie nie zu Gesicht.

Von August 2014 bis Juli 2016 stand Benatia beim FCB im Kader. In dieser Zeit absolvierte er lediglich 46 von 103 möglichen Pflichtspielen. Er stand also nur in 45% aller Partien auf dem Platz. Umgerechnet hat den Bayern jede Einsatzminute von Benatia € 9.579 an Ablöse gekostet. Rentiert hat sich die hohe Summe allein deswegen überhaupt nicht – von den Gehaltskosten ganz zu schweigen.

Auch wenn Benatia mal fit war, war er nicht gesetzt. Er stand ganz klar im Schatten von Jerome Boateng. Auch David Alaba und Joshua Kimmich – beides keine gelernten Innenverteidiger – liefen ihm zwischenzeitlich den Rang ab, ganz zu schweigen von Javi Martinez. Mit der Rückkehr von Holger Badstuber und der Verpflichtung von Hummels ist auch einfach kein Platz mehr für ihn.

Obwohl Benatia zunächst nur für ein Jahr nach Turin ausgeliehen ist, scheint eine Rückkehr nach München ausgeschlossen. Es gibt einfach Transfers, da passt es zwischen beiden Parteien nicht. Auch Mario Götze kann ein Lied davon singen.

X