Martin Harnik: Zurück in die Zukunft

Martin Harnik: Zurück in die Zukunft

Es ist das Duell um die Meisterschaft in der 2. Liga – Hannover 96 gegen den VfB Stuttgart. Oder: Martin Harnik gegen seinen Ex-Klub VfB. Für den 96-Torjäger ist es mehr als „irgendein“ Spiel gegen den früheren Verein…

Diese Grüße waren eiskalt. Im Winter-Urlaub im österreichischen Gosau im Salzkammergut zeigte Hannovers Martin Harnik bei Instagram ein gemeinsames Foto mit sich und seinem Kumpel Daniel Ginczek vom VfB Stuttgart an einem Gebirgshang. Die dazugehörige Zeile lautete „Den Aufstieg fest im Blick.“

Gilt sowohl für Harniks Klub Hannover 96 als auch für den VfB. Die beiden Branchenführer stehen sich am Sonntag (15.30 Uhr) im direkten Duell um Platz 1 ins der 2. Liga gegenüber. Stuttgart hat dabei mit 66 Zählern und der besseren Tordifferenz die komfortablere Ausgangsposition vor den Roten aus Niedersachsen, die mit 63 Punkten derzeit den Relegationsplatz innehaben.

In Hannover jagt Harnik seine eigenen Torrekorde

Für Harnik steht das Duell gegen seinen Ex-Klub aus Stuttgart, wo er zwischen 2010 und 2016 eine Hochphase seiner Karriere mit Pokalfinale 2013 und EL-Teilnahme erlebte, unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“. Dass Harnik – 53 Tore in 173 BL-Spielen für den VfB – sich beim Mitabsteiger von 2016 aus Hannover sportlich weiterentwickeln würde, hielten viele Skeptiker im Schwabenland für unwahrscheinlich.

Doch der 29-jährige Nationalspieler Österreichs, am 18. Juli 2016 ablösefrei nach Hannover gekommen, blühte in der Niedersachsen-Metropole regelrecht auf. „Wir haben schnell gemerkt, dass er von unseren Ideen begeistert ist“, sagte der inzwischen von Horst Heldt abgelöste 96-Sportdirektor Martin Bader bei seiner Verpflichtung.

Diese Begeisterung drückt sich in Zahlen aus. Den 2:0-Erfolg für 96 beim 1. FC Heidenheim schoss er mit 2 Toren im Alleingang heraus, 17 Saisontore stellen einen persönlichen Bestwert für Harnik dar. Nur in der Saison 2011/2012 kam er im Dress der Stuttgarter auf die gleiche Toranzahl.

Ohne Harnik gewann Hannover nur ein Spiel

Mit mittlerweile 19 Torbeteiligungen übertraf der gebürtige Hamburger, dessen Vater aus der Steiermark stammt, seinen eigenen Bestwert von 2009/2010, damals in Diensten von Fortuna Düsseldorf. Hinter Stuttgarts Simon Terodde (24 Tore) ist Harnik aktuell bester Knipser der 2. Liga.

Für die Roten ist der 15-fache Nationalspieler (u. a. EM-Teilnehmer 2016) Torjäger, Führungsspieler und Lebensversicherung in Personalunion. Teamintern erzielte er fast 3-mal so viele Tore wie Hannovers zweitbester Schütze, Kenan Karaman, der 6 Mal einnetzte. In 3 Spielen musste Harnik in dieser Saison verletzungsbedingt passen oder er stand ohne Einsatz im Kader, dabei gab es nur einen Sieg für Hannover, ein dünnes 1:0 gegen Absteiger Karlsruhe.

„Für solche Spiele wirst du Fußballprofi“

Das Spiel gegen Stuttgart und seinen Freund Daniel Ginczek ist für ihn mehr als nur irgendein Duell gegen einen Ex-Klub. Der Pokalsieger von 2009 (mit Werder Bremen) dazu in BILD: „Es ist die ganze Konstellation, dafür lohnt es sich, Fußballprofi zu werden. Wir wollen alle zusammen den Aufstieg feiern.“

Sein Kumpel Ginczek sieht es ähnlich: „Wir haben beide von Anfang an gesagt, dass wir nur ein Jahr in der 2. Liga spielen wollen und dann am liebsten gemeinsam hoch wollen.“

2 Tore im Pokalfinale 2013 gegen Bayern und Manuel Neuer: Martin Harnik (vorn). Rechts: Vedad Ibisevic.
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