Marko Marin: Endlich wieder ein Held!

Marko Marin: Endlich wieder ein Held!

6 Klubs in 5 Jahren – der ehemalige Nationalspieler Marko Marin (27) wurde vom „deutschen Messi“ zum Wandervogel. Beim griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus wagte er im Sommer 2016 einen Neuanfang, den er jetzt mit dem 1:0-Siegtor bei HNK Rijeka und dem Ticket in die Champions-League-Gruppenphase krönen konnte.

Im kleinen Stadion Rujevica von Rijeka lief am Dienstagabend die 25. Minute, als Marko Marin ein Zuspiel des ehemaligen Hamburgers Vadis Odjidja-Ofoe erlief und überlegt zum 0:1 für Olympiakos Piräus gegen den kroatischen Meister HNK Rijeka einschoss. Mit diesem Treffer brachte der Ex-Bundesligaprofi den griechischen Rekordmeister in die lukrative Champions-League-Gruppenphase, schrieb endlich wieder positive Schlagzeilen.

Zu hohe Erwartungen an den „deutschen Messi“

In 4 CL-Qualifikationsspielen mit den Griechen kommt Marko Marin auf 2 Tor-Beteiligungen. Insgesamt liegt der ehemalige Gladbacher und Bremer bei Olympiakos bei 27 Pflichtspielen und 4 Treffern. Eine durchaus akzeptable Bilanz für einen, der zwischenzeitlich schon in der Rubrik „Wo spielt der eigentlich gerade?“ gelandet war. Seit seinem Wechsel vom SV Werder Bremen zum FC Chelsea im Sommer 2012 für 9 Mio. € hatte sich Marin nie bei einem Verein etablieren können. Von der britischen Zeitung Independent on Sunday wurde er bei seiner Ankunft in London als „deutscher Messi“ gefeiert. Der damalige Chelsea-Coach Roberto di Matteo pries ihn als „technisch hochbegabt“. Dennoch fiel der zierliche Dribbler bei den Blues durch.

Marin tingelte durch halb Europa

In der Premier League bestritt der auch als offensiver Mittelfeldspieler einsetzbare Profi nur 6 Spiele (1 Tor). Marin tingelte ab Saisonbeginn 2013/2014 quasi auf Leihbasis durch Europa. Der FC Sevilla war ab dem 1. Juli 2013 die 2. Auslandsstation des Marko Marin. Der U21-Europameister von 2009 machte für die Andalusier allerdings nur 18 Liga-Spiele. Bei seinem größten Auftritt mit den Sevillistas im Europa-League-Finale 2014 gegen Benfica Lissabon (4:2 n. E.) musste der eingewechselte Marin nach 104 Minuten verletzt vom Platz. Eine Szene, die die Tragik um den einstigen Hoffnungsträger verdeutlicht. Beim AC Florenz blieb der verletzungsanfällige Halbstürmer in der Serie A 2014/2015 ohne Einsatz. Lediglich in der Europa League spielte er 4-mal für die Fiorentina. Es wurde stiller um Marko Marin.

Geglückter Neustart in Piräus

Die Italiener verzichteten gegenüber Marins Noch-Arbeitgeber Chelsea ebenso auf ein Dauer-Engagement wie in der Folgesaison der RSC Anderlecht und Trabzonspor. In der Türkei wurde Marin im April 2016 suspendiert. „Freigestellt wegen unzureichender Leistung“, hieß es dazu von Klubseite via Twitter. Chelsea verkaufte den Mann, der als eines der größten Versprechen des deutschen Fußballs galt, im August 2016 für 3 Mio. € an Olympiakos Piräus. „Ich wünsche mir, wieder fester Teil einer Mannschaft zu sein. Ich will nicht meine ganze Karriere lang jedes Jahr den Klub wechseln“, klagte Marin vor dem Weggang aus England gegenüber der Tageszeitung DIE WELT sein Leid. In Piräus scheint er zurück zu alter Stärke gefunden zu haben. In der letzten Saison steuerte Marko Marin in 19 Liga-Einsätzen 8 Tor-Beteiligungen zu dem für ihn 1. Gewinn eines nationalen Titels bei.

Bei der WM 2010 spielte Marko Marin (m.) 2-mal für Deutschland, u. a. beim 0:1 gegen Serbien in der Vorrunde (Foto).

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