Mario Mandzukic: Auch bei Atletico hat er Probleme

Mario Mandzukic: Auch bei Atletico hat er Probleme

Seit letztem Sommer trägt Mario Mandzukic das Trikot von Atletico Madrid. Sein Start in der spanischen Landeshauptstadt war verheißungsvoll und stark. Mittlerweile allerdings muss der Kroate um seine Einsatzzeiten kämpfen, da er mit seiner Art aneckt – wieder einmal!

NK Zagreb, Dinamo Zagreb, VfL Wolfsburg, Bayern München und nun Atletico Madrid – das sind die Stationen von Mario Mandzukic seit 2005. Sechs Vereine innerhalb von zehn Jahren. Seine durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Verein beträgt 20 Monate. Nur bei Dinamo Zagreb war Mandzukic länger als zwei Jahre. Ein Grund für seine zahlreichen Wechsel war die stetige Verbesserung, sowohl sportlich als auch finanziell. Ein anderer ist sein Charakter, der Konfrontationen mit Vorgesetzten magisch anzieht.

Der Transfer aus der kroatischen Heimat zum VfL Wolfsburg war nachvollziehbar. Sportlich und finanziell ist die deutsche Bundesliga um Welten besser als die kroatische HNL (Hrvatska Nogomentna Liga). € 7 Millionen überwies Wolfsburg damals nach Zagreb. Für die Wölfe erzielte Mandzukic 20 Tore in 60 Spielen. Doch bereits bei den Niedersachsen machten sie Bekanntschaft mit der unbequemen Art des Kroaten. Das Verhältnis zwischen Trainer Felix Magath und Mandzukic galt über die gesamte Zeit als angespannt. Des Öfteren ließ der Coach den Stürmer auf der Ersatzbank schmoren. „Mario hat im läuferischen Bereich überdurchschnittliche Fähigkeiten. Sein Manko ist, dass er zu wenig auf seine Mitspieler eingeht. Daran muss er arbeiten, das muss er lernen“, so der Coach damals. Die ständigen Wechsel-Gerüchte, die auch durch Mandzukics Berater verbreitet wurden, waren Magath letztendlich zu bunt. „Ich halte Reisende nicht auf. Das ist eine Aussage, die ich treffe, egal wie der Spieler heißt. Dann muss derjenige einen Verein bringen und man muss sich einigen“, sagte Magath. Um weitere Unruhe zu vermeiden, verhandelte Wolfsburg nach der EM 2012 mit dem FC Bayern und ließ Mandzukic zum Rekordmeister für € 13 Millionen ziehen.

guardiola-mandzukic
Waren nicht auf einer Wellenlänge: Mandzukic und Guardiola.

Bei den Münchnern avancierte er sofort zum Leistungsträger, steuerte in seiner ersten Spielzeit 40 Pflichtspieltreffer zum Triple-Gewinn bei. Unter Jupp Heynckes lief alles gut, doch mit Pep Guardiola kamen die Probleme. Trotz einer weiterhin guten Torquote wurden die beiden Alphamännchen nicht warm miteinander. Mandzukic fand sich immer häufiger auf der Ersatzbank wieder. Der Gipfel war seine Nichtnominierung für das DFB-Pokal-Endspiel gegen Borussia Dortmund, nachdem beide im Vorhinein verbal aneinandergeraten sein sollen. Guardiola und Mandzukic – das passte von Anfang an nicht. Nach nur einer Saison ging der Stürmer zu Atletico Madrid. Mandzukic machte im Nachhinein einzig Guardiola für die Situation verwantwortlich:

• „Dieser Mann hat mich enttäuscht. Guardiola war nicht fair zu mir.“
• „Gurardiola wollte nicht, dass ich Torschützenkönig werde. Deswegen ließ er mich am Saisonende immer weniger spielen.“
• „Ich habe so hart daran gearbeitet, alle Neuerungen aufzunehmen. Aber damit es klappt, müssen beide Seiten guten Willen zeigen“

Bei Atletico lief es zunächst wie zuvor in Wolfsburg und beim FC Bayern: Mandzukic überzeugte sportlich. Bis zum März traf er 20 Mal für die Rojiblancos. Doch dann folgte ein Bruch. Differenzen mit Trainer Diego Simeone machten die Runde. In den vergangenen zwölf Ligaspielen machte der Kroate kein Spiel mehr über 90 Minuten. Obwohl weder verletzt noch gesperrt, stand er drei Mal nicht im Kader. Einmal schmorte er 90 Minuten auf der Ersatzbank. Simeone zeigt sich immer Öfter genervt vom launenhaften Verhalten des Stürmers. Gerüchte, dass Mandzukic bereits nach dieser Saison wieder das Weite sucht, halten sich hartnäckig.

mandzukic
Den Einsatzwillen kann man Mandzukic nur selten absprechen.

Magath, Guardiola, Simeone – können sich drei große Trainer irren? Alle drei hatten und haben Probleme mit dem Auftreten und Verhalten von Mandzukic. Bisher suchte der Kroate die Schuld stets bei den anderen, zeigte sich wenig einsichtig. Sportlich ist er über jeden Zweifel erhaben, das hat er oft bewiesen. Menschlich allerdings scheiden sich an ihm die Geister. Falls er sich nicht ein wenig anpasst und zurück nimmt, könnte seine Odyssee durch Europas Top-Vereine weitergehen.

X