Lukasz Piszczek: Für immer Borusse!

Lukasz Piszczek: Für immer Borusse!

Bereits seit 7 Jahren trägt Lukasz Piszczek das Trikot von Borussia Dortmund – es sollen 9 werden. Der Pole hat seinen Vertrag beim BVB um ein Jahr bis 2019 verlängert. Seine Zeit bei den Schwarz-Gelben ist eine leise Erfolgsgeschichte, ein kleines Fußballmärchen, das nur selten im ganz hellen Scheinwerferlicht stand.

2010, als Piszczek ablösefrei von der Hertha aus Berlin in den Ruhrpott wechselte, fragten sich viele BVB-Anhänger, wo der neue Pole denn spielen solle. Schließlich hatte dessen Landsmann Jakub Blaszczykowski die Rechtsaußen-Position sicher, auf der Piszczek in Berlin meistens zum Einsatz gekommen war. Viele nahmen den Transfer als Stärkung der Kaderbreite war. Doch Jürgen Klopp hatte ganz andere Pläne.

Ein Backup? Mitnichten!

Heute befindet sich der 31-Jährige in den Top-20 der Rekordspieler von Borussia Dortmund. Nach Urgestein Roman Weidenfeller und Kapitän Marcel Schmelzer ist er der Borusse mit den drittmeisten Einsätzen im aktuellen Kader. Zudem gehört er mit seiner ruhigen Art und seiner kämpferischen Einstellung zu den absoluten Lieblingen des Dortmunder Publikums.

Den Wandel vom gefühlten Backup zum Leistungsträger hat Piszczek einem Geistesblitz von Trainer Klopp zu verdanken. Nach 4 Kurzeinsätzen auf der rechten und linken offensiven Außenbahn stellte Kloppo seinen Neuzugang von Beginn an als Rechtsverteidiger hinter Kuba auf und hob damit das Polen-Gespann aus der Taufe. Ab dem 7. Spieltag (2:0 Heimsieg gegen Bayern München) spielte Piszczek in jedem Spiel seiner ersten BVB-Saison als Rechtsverteidiger und verhalf der Borussia zur Meisterschaft.

Der ruhende Pol(e)

Nach der Transformation vom Offensiv- zum Defensivspieler mauserte sich der Pole zu einem der besten Außenverteidiger der Welt. Piszczeks Weg diente auch als Blaupause für Erik Durm, der nach der Umschulung vom Angreifer zum Verteidiger mit Deutschland Weltmeister wurde.

Seine Qualitäten im Angriff hat der 31-Jährige jedoch auch im höheren Fußballer-Alter nicht verlernt. Mit 5 Saisontoren ist er der torgefährlichste Verteidiger in der aktuellen Bundesliga-Spielzeit. Seine Defensiv-Künste haben sich in den Jahren beim BVB derart entwickelt, dass Thomas Tuchel dem Polen sogar zeitweise in einer noch defensiveren Rolle als Teil einer 3er-Kette vertraut. So spielt Piszczek als routinierter, ruhender Pol eine wichtige Rolle in Dortmunds Talent-Ensemble und absolvierte 31 von 40 möglichen Pflichtspielen in dieser Saison.

Der Albtraum des CR7

Sein wohl größtes Meisterstück gab Piszczek auf dem Weg zum Finale der Champions League in der Saison 2012/13 ab, als Dortmund 4 Mal gegen Real Madrid spielen musste. Dabei brachte der Pole seinen Gegenspieler Cristiano Ronaldo regelmäßig zur Verzweiflung. Nur ein Tor erzielte CR7 aus Piszczeks Bewachung heraus, was beim 4:1-Heimsieg der Dortmunder im Halbfinal-Hinspiel nicht mehr als eine Randnotiz war. Der BVB konnte zwar keines der beiden Auswärtsspiele gewinnen (2:2 und 0:2), Ronaldo brachte es zuhause aber auf keine einzige Torbeteiligung. Piszczek hatte den portugiesischen Weltfußballer vor dessen Heimkulisse komplett im Griff – Majestätsbeleidigung durch den stillen Arbeiter der Borussia.

Piszczek nahm CR7 in Madrid 2x komplett aus dem Spiel.
Zack, da ist der Ball weg! Piszczek ist für Ronaldo wie Kryptonit.
X