Lukas Podolski: Pro und Contra für einen Wechsel nach China

Lukas Podolski: Pro und Contra für einen Wechsel nach China

Kurz vor Weihnachten wurde der Rekordtransfer des Brasilianers Oscar vom FC Chelsea in die chinesische Super League vermeldet. Der Stürmer kostet seinen Verein Shanghai SIPG wahnsinnige € 60,0 Ablöse (Nach dem Wechsel wurde die Summe von seinem neuen Verein auf diesen Wert korrigiert). Im Zuge dessen fragten wir auch, ob in nächster Zeit auch ein deutscher Superstar den Weg nach China findet. Lukas Podolski soll ein heißer Kandidat sein.

Die verbreiteten Gerüchte im Falle eines möglichen Wechsels lesen sich wie folgt: Der amtierende Meister Chinas, Guangzhou Evergrande, soll Lukas Podolski mit einem Jahresgehalt von € 9 Mio. locken. Im gleichen Zug soll sein aktueller Verein Galatasaray Istanbul € 20 Mio. Ablöse bekommen. Laut Sport1 sollen aber auch noch 3 andere Klubs aus China am Ex-Nationalspieler interessiert sein. Was könnte „Poldi“ dazu verleiten zu wechseln und was nicht?

Contra Wechsel:

– Noch im September hatte der Stürmer einen vorzeitigen Wechsel ausgeschlossen. Seit Sommer 2015 schnürt er erfolgreich die Schuhe für Gala, erzielte in 55 Spielen 23 Tore. Sein goldenes Tor im Pokalfinale 2016 gegen den Erzrivalen Fenerbahce macht ihn zur Kultfigur bei Galatasaray. Sein Vertrag läuft noch bis 2018.

– Podolski ist Heimatverbunden. Des Öfteren hält er sich in Köln bei Familie und Freunden auf. Bei 4 Stunden Flugzeit nach Istanbul ist das möglich. Nach China würde die Sache schon ganz anders aussehen.

– Zwar hat der 129-malige Nationalspieler seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet, doch in Istanbul spielt er nach wie vor auf einem guten Niveau. Obwohl die chinesische Liga durch die vielen Stars an Klasse zunimmt, ist sie bei weitem, was Taktik und Tempo betrifft, nicht mit einer Top-Liga in Europa vergleichbar. Viele Fans des 1. FC Köln wünschen sich außerdem eine Rückkehr des verlorenen Sohnes.

– Mike Hanke war bisher der einzige Deutsche, der 2014 in die Chinese Super League wechselte. Aktuell ist Felix Magath Trainer bei Shandong Luneng Taishan. Zuvor versuchten sich mit Jörg Albertz und Carsten Jancker ebenfalls 2 ehemalige Nationalspieler im Reich der Mitte. Jörg Albertz wurde dabei 2003 sogar zu Chinas Fußballer des Jahres gewählt. Trotzdem hat er eine ganz eigene Meinung zum Fußball-Boom in Fernost.

„Der Staat ist sehr daran interessiert, den Fußball nach vorne zu bringen. Aber das sind utopische Summen. Das kann nicht der richtige Weg sein. Man kann nicht oben mit dem Dach anfangen beim Hausbau, wenn der Boden nicht gemacht ist. Mit viel Geld teure Spieler zu holen, sei definitiv der falsche Weg“, sagte Albertz noch in diesem Jahr gegenüber dem Deutschlandfunk.

Pro Wechsel:

– Es wird investiert im Reich der Mitte – vor allem in Beine. Horrende Ablösen für Spieler in Europa sind Normalität. Der Marktwert des Weltmeisters wird bei transfermarkt.de auf € 8 Mio. taxiert. Bei einer kolportierten Ablöse von € 20 Mio. müsste das hoch verschuldete Galatasaray wahrscheinlich nicht lange überlegen Podolski zu verkaufen.

– Auch das Gehalt könnte ein schlagendes Argument sein. Ein Jahresgehalt von € 9 Mio. hat er selbst bei Bayern München und beim FC Arsenal nicht verdient.

– Mario Gomez kehrte im Sommer aus Sicherheitsgründen der Metropole am Bosporus den Rücken. Terroranschläge und die politische Lage machen Istanbul zu einem heißen Pflaster. Zwar scheint das Podolski nicht großartig zu beeindrucken, aber vielleicht denkt er nochmal genauer darüber nach. In China geht erheblich weniger Gefahr von den genannten Faktoren aus.

– Der 31-Jährige und 2-fache Familienvater äußerte sich noch nicht zu den Gerüchten über ein mögliches Engagement in China. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile kommt ein Wechsel des Kölschen Jung für ihn persönlich aber wohl eher nicht in Frage.

Jörg Albertz
Jörg Albertz wurde während seiner 2 Jahre in China (2003 und 2004) Meister und zum Fußballer des Jahres gewählt.
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