Lukas Podolski: Das Ohr gefährdet die Karriere

Lukas Podolski: Das Ohr gefährdet die Karriere

Lukas Podolski ist die personifizierte rheinische Frohnatur. Mit Doppel-Daumen-Hoch-Geste schafft es der inzwischen in der japanischen J-League aktive Ex-Nationalspieler sogar ganz schockierende Bilder, die ihn im Krankenhaus mit Turban zeigen, zu überspielen. Doch wer genau hinsieht, der weiß: Es steht alles andere als gut um den Weltmeister im Spätherbst der Karriere!

„Solange der Kopf und die Beine mitmachen, spiele ich Fußball“, kündigte Podolski nach seinem 34. Geburtstag zu Monatsbeginn an. Sein starker linker Fuß ist weiter für Tore gut. Die ungewöhnliche Problemzone von Prinz Poldi: Das rechte Ohr! Wer hinter den Bildern auf seinem Twitter-Kanal einen Routine-Eingriff vermutet, der irrt gewaltig. Über 2 Stunden dauerte die Operation. „Mein Trommelfell war kaputt und auch am Knochen wurde etwas festgestellt“, spricht der Stürmer von Vissel Kobe nun gegenüber BILD Klartext.

Vissel Kobe: 3 Weltmeister im Abstiegskampf

Auslöser dafür war wiederum eine schwere Virusinfektion, die sich Lukas Podolski in Japan zugezogen hatte. An eine Rückkehr scheint in den nächsten Wochen nicht zu denken. Der Weltmeister mit Flugverbot muss seinem Team aus der Ferne die Daumen im Abstiegskampf drücken. Ob er sich im Krankenbett liegend vielleicht auch die Sinnfrage stellt?

Immerhin hatte der Kölsche Jung (86 Tore in 181 Partien für den Effzeh) das Abenteuer Asien nach Stationen bei Arsenal London, Inter Mailand und Galatasaray der Ambitionen wegen gestartet. Der Plan des Klubs, mit Podolski als Kapitän und Sturmführer sowie dem ehemalige Barcelona-Trio Iniesta/Villa/Samper oben anzugreifen, geht jedoch nicht auf – Abstiegsangst statt Meisterschaft und AFC Champions League!

Vertragsverlängerung macht wenig Sinn

Unter dem Anfang Juni gekommen deutschen Trainer Thorsten Fink holte Vissel Kobe zwar 4 Punkte aus den ersten beiden Spielen. Eine Vertragsverlängerung über Januar 2020 hinaus macht unter diesen Gesichtspunkten nicht wirklich Sinn. „Ich lasse mir alle Richtungen offen und habe ja jetzt ein bisschen Zeit, mir meine Zukunft zu überlegen“, sagt Podolski, dessen letzter Treffer beim 4:3-Auswärtssieg Gamba Osaka inzwischen 3 Monate zurückliegt. In 52 Pflichtspielen netzte er insgesamt 14 Mal ein.

Dass der 34-Jährige die Kapitänsbinde an Andrés Iniesta abgegeben hatte, lässt sich ebenfalls als Abschiedszeichen interpretieren. Gerüchte gibt es über ein Engagement bei mexikanischen Klub CF Monterrey. Wagt Poldi ein erneutes Abenteuer auf einem anderen Kontinent? Es dürfte wohl davon abhängen, ob die Operation entsprechend gut verheilt oder ihn noch nachträglich beeinträchtigt. Ansonsten hat der Kölsche Jung für einen Klub – in welcher Funktion auch immer – stets ein offenes Ohr…

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