PSG: Auf eine Runde System-Roulette mit der Luxus-Offensive

PSG: Auf eine Runde System-Roulette mit der Luxus-Offensive

In Paris üben sich die Fans in Geduld. Gemeinsam gibt es das über 400 Mio. € teure Sturmtrio Neymar/Cavani/Mbappé, mithilfe eines Bauerntricks und der Kohle des steinreichen Scheichs aus Katar zusammengekauft, erst am Freitag in Aktion zu sehen. Nur Unai Emery kommt die Länderspielpause ganz gelegen. Der als Perfektionist geltende PSG-Coach feilt am optimalen System – und das erfordert sein ganzes taktisches Wissen.

Zum Auftakt des 3. Spieltages in der französischen Ligue 1 ist vom Beginn einer Ära die Rede. Größer noch als die von „König“ Zlatan I. (2012 – 2016). Wie unpassend das dabei ausgerechnet das punktlose Schlusslicht, FC Metz, auf den Spitzenreiter aus Paris trifft. Nun aber mal Schluss mit der Ironie.

Für den Angriff auf den europäischen Thron hat der Hauptstadtklub einen Zauberfuß vom Zuckerhut, einen eiskalten Vollstrecker aus Uruguay sowie ein französisches Juwel miteinander vereint. In welchem System harmoniert dieses Trio infernale ohne sich gegenseitig auf den Füßen zu stehen?

Ein 4-4-3 mit Neymar, Cavani und Mbappe

In den ersten 4 Ligapartien (ohne Mbappe) fuhr PSG aus dieser Grundordnung 4 Siege ein. Was fiel auf? Links ist die neue Mitte, was so viel bedeutet wie: Rekordtransfer Neymar stieg gleich zum neuen Fixpunkt der Offensive auf. Dem Tor beim Debüt in Guingamp (3:0) ließ er gegen Toulouse (6:2) einen Doppelpack folgen. Von seinen Vorlagen profitierten Adrien Rabiot sowie Javier Pastore und Edinson Cavani, der weiter das Sturmzentrum beackert.

Jetzt stößt Kylian Mbappé dazu und die Luxus-Probleme fangen an. Auf der Neymar-Seite fühlt er sich wohler als Rechtsaußen. Bleibt Emery bei diesem System, muss sich die Leihgabe aus Monaco umgewöhnen. Bei den Monegassen war er Teil eines 2 Mann-Sturms mit Radamel Falcao.

Ein 4-4-2 mit Neymar, Cavani und Mbappe

An der Seite des erfahrenen Cavani würde Kylian Mbappé wohl am schnellsten zu einem großen Star reifen. Die Spielweise von „El Matador“ gleicht der seines ehemaligen Sturmpartners in Monaco. Dazu könnte Unai Emery durch Angel di Maria noch mehr Geschwindigkeit auf die Außenbahn bringen – für die Bank ist der Argentinier einfach zu schade! Nachteil: Neymar genießt dann links nicht mehr alle Freiheiten für sein Spiel.

Ein 4-2-3-1 mit Neymar, Cavani und Mbappe

Die Rollen für Neymar/Cavani/Mbappe wären ähnlich wie in der ersten Taktik-Variante. Für den Part als Spielmacher, der dem Trio zuarbeitet, kommen Javier Pastore oder Julian Draxler in Frage. Der DFB-Nationalspieler, beim Confed Cup als bester Spieler ausgezeichnet, hatte sich selbst gegen einen Last-Minute-Transfer entschieden. Der Ex-Schalker spekulierte auf einen di Maria-Abgang und muss nun eine neue Rolle im Team finden.

Für ihn wird es eng: Julian Draxler brachte es im ersten halben Jahr bei Paris auf 10 Tore und 3 Vorlagen.

Fazit: Viel spricht dafür, dass Emery zunächst keinen Systemwechsel vollzieht. Als erste Alternative sehen wir ein 4-2-3-1 an. Mit diesem flexiblen System hatte der 45-Jährige den FC Sevilla immerhin zum Europa League-Hattrick geführt. Neymar ging aus Barcelona fort, um der alleinige Star zu sein. Akzeptiert Cavani, selbst ein Asphaltier, die Rollenverteilung, wie es Neymar und Suarez bei Messi getan haben. Ob es PSG ins angepeilte Champions League-Endspiel (Quote: 4.00) schafft, hängt letztlich auch von diesem Faktor ab.

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