Leicester City: Das sind die Stars des Tabellenführers

Leicester City: Das sind die Stars des Tabellenführers

Der 15. Spieltag der Premier League lief wie gewünscht für das Überraschungsteam von Leicester City. Während die Konkurrenz von Manchester United (0:0 gegen West Ham) und Manchester City (0:2 bei Stoke) Punkte einbüßte, siegten die Foxes mit 3:0 in Swansea. Leicester grüßt wieder von Platz 1. Doch wer sind eigentlich die Garanten für den Erfolg? Wir stellen die Leistungsträger vor.

Die Meisterschaft in England wurde in den letzten 20 Jahren nur von Klubs aus London und Manchester gewonnen. Die Blackburn Rovers (1995) sind der letzte Titelträger, der nicht aus diesen beiden Städten kommt. Von der Meisterschaft redet bei Leicester City zwar (noch) niemand, aber schon jetzt ist die Saison der Foxes herausragend. Die guten Ergebnisse sind Resultat einer homogen zusammengestellten Mannschaft. Große Stars sucht man bei den Foxes vergeblich. Nur ein Spieler hat einen Marktwert im zweistelligen Millionenbereich. Das ist sehr erstaunlich für die finanziell gut betuchte Premier League.

Der Trainer
Claudio Ranieri übernahm das Traineramt im Sommer (wir berichteten). Das war ziemlich überraschend, schließlich schaffte Leicester letzte Saison unter Vorgänger Nigel Pearson durch 22 Punkte aus den letzten 9 Spielen sensationell den Klassenerhalt. Doch Ranieri hat das Team nochmal auf ein höheres Level gehoben und pusht in nahezu jedem Spiel seine Mannen an die Leistungsgrenze. Er lässt seine Mannschaft sehr offensiv spielen. Kein Wunder, dass Leicester mit 31 Toren den stärksten Angriff der Liga stellt. Für ihn selbst ist es nochmal die Chance, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Juventus Turin und Inter Mailand, die AS Roma, Napoli und Fiorentina, Chelsea und Monaco, Valencia und Atletico Madrid – Ranieri hat eine Menge großer Klubs trainiert. Meister ist er allerdings nie geworden. Vielleicht ändert sich das jetzt beim kleinen Verein Leicester City.

Der Torjäger
Über Jamie Vardy ist in letzter Zeit viel berichtet worden, auch von uns (hier). Er verkörpert wie kein anderer den Aufschwung der Foxes. Erst letzte Woche brach Vardy den Rekord von Ruud van Nistelrooy und traf in 11 Liga-Spielen in Serie mindestens einmal. 14 Tore in 15 Spielen stehen für ihn momentan zu Buche. Längst sind die großen Vereine auf ihn aufmerksam geworden. Leicester denkt trotz Interesses von Manchester United und vom FC Chelsea allerdings gar nicht daran, den Torgaranten vorzeitig ziehen zu lassen.

mahrez
Riyad Mahrez überzeugt mit Toren und Vorlagen.

Der Motor
Riyad Mahrez ist der wertvollste Spieler (€ 11 Mio. Marktwert) im Kader von City und der Kopf des Teams. Er inszeniert die Angriffe der Foxes und sorgt selbst für Torgefahr. Beim 3:0-Sieg in Swansea am vergangenen Spieltag schoss er mit 3 Treffern sein Team nahezu im Alleingang zum Erfolg. Der 24-Jährige wechselte vor 1,5 Jahren von Le Havre auf die Insel. Der filigrane und wieselflinke Algerier überzeugt durch seine Vielseitigkeit. Er bereitet Tore vor (5 Assists), er schließt ab (10 Tore), er kann beidfüßig Flanken und ist im zentralen offensiven Mittelfeld sowie auf beiden Außenbahnen einsetzbar. Im Schnitt schießt Mahrez pro Spiel 3,1-mal aufs gegnerische Tor. Dies ist ein Wert, den auch Offensivspieler wie Edin Dzeko, Douglas Costa, Henrikh Mkhitaryan, Memphis Depay oder Thomas Müller aufweisen.

Die „Deutschen“
Mit Christian Fuchs und Shinji Okazaki stehen 2 ehemalige Bundesliga-Spieler seit Sommer im Kader der Foxes. Beide haben sich auf Anhieb zu Leistungsträgern entwickelt. Der Japaner stand 14 Mal auf dem Platz (2 Tore), Fuchs überzeugte in 9 Spielen mit Leistung. In der Abwehr wirft sich Robert Huth in jeden Zweikampf. Der ehemalige Nationalspieler verpasste noch keine Spielminute und ist in der Abwehr der Fels in der Brandung. Huth erlebt bei Leicester seinen 2. Frühling, nachdem er bereits für Chelsea, Middlesbrough und Stoke das Trikot in der Premier League trug.

Des Weiteren zählen Torwart Casper Schmeichel, Kapitän Wes Morgan und Mittelfeldspieler N’Golo Kanté zu den Stützen des Teams. Trainer Ranieri setzt auf Beständigkeit und rotiert selten. Auch deshalb sitzt ein erfahrener Akteur wie der Schweizer Gökhan Inler momentan zumeist nur auf der Bank. Ranieri vertraut seiner eingespielten Truppe. Die Resultate geben ihm Recht.

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