KFC Uerdingen: Aufsteiger will weltmeisterlich in die 2. Bundesliga durchmarschieren

KFC Uerdingen: Aufsteiger will weltmeisterlich in die 2. Bundesliga durchmarschieren

Der Vergleich mag naheliegen und doch unterscheidet den KFC Uerdingen und RB Leipzig so vieles. Die Leipziger marschierten in den vergangen Jahren aus dem Amateurfußball in die Champions League, ähnlich großdenkend präsentiert sich aktuell der KFC. Der Drittliga-Neuling flog im vergangenen Jahr als Aufsteiger durch die Regionalliga und peilt nun dank zahlreicher Neuzugänge, darunter auch Weltmeister Kevin Großkreutz, den Aufstieg in die 2. Bundesliga an. 

Dieser Transfer lässt aufhorchen. Kevin Großkreutz, immerhin Weltmeister, zweifacher Deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger, wird in der kommenden Saison in der 3. Liga für den KFC Uerdingen auflaufen. So verwunderlich sich diese Tatsache anhört, so unspektakulär ist sie eigentlich auch. Denn Großkreutz wurde zuletzt beim Zweitliga-Kellerkind SV Darmstadt aussortiert. Logische Konsequenz: Ein Drittligist sichert sich die Dienste des ehemaligen BVB-Spielers.

Doch wer jetzt denkt, dem KFC ist nach Ailton der nächste Marketing-Coup gelungen, sieht sich weit gefehlt. Denn Großkreutz ist ein ganz anderer Spielertyp als der „Kugelblitz“. Ailton war bei seiner Verpflichtung bereits 36 Jahre alt und absolut nicht mehr in Form. Großkreutz ist dagegen erst 29 Lenze jung und somit im oft erwähnten „besten Fußballeralter“. „Wir freuen uns sehr, dass uns dieser Transfer gelungen ist. Für uns zählt weniger der Name als die spielerische Qualität, die Kevin Großkreutz mitbringt. Er wird die Mannschaft sicher noch einmal enorm verstärken können und bringt viel Erfahrung mit, von der wir profitieren werden“, wird KFC-Geschäftsführer Nikolas Weinhart auf der Vereinshomepage zitiert. 

Uerdingen verpflichtet Erfahrung aus fast 1000 Bundesligaspielen

Viel mehr soll Großkreutz eine der vielen erfahrenen Leitfiguren auf dem Weg in die 2. Bundesliga sein. Denn neben dem 29-Jährigen kamen noch weitere Hochkaräter in die Grotenburg, die in der kommenden Saison runderneuert und somit zweitliga-tauglich gemacht wird. Stefan Aigner (Colorado Rapids/MLS), Robert Müller (VfR Aalen), Manuel Konrad (Dynamo Dresden), Dennis Daube (Union Berlin), Maurice Litka (FC St. Pauli) und Ali Ibrahimaj (SV Sandhausen) sind alles Spieler, die bereits in der 1. und/oder 2. Bundesliga gekickt haben. Zusammen kommen die Neuzugänge des KFC auf 979 Bundesliga-Spiele (326 in der 1. Bundesliga, 653 in der 2. Bundesliga).

Mit 200 Zweitliga-Spielen neben Kevin Großkreutz der erfahrenste Neuzugang – Manuel Konrad

Kein Vergleich mit RB

Innerhalb kürzester Zeit aus dem Amateurfußball in den Profisport – dieses Motto kennen wir doch irgendwoher. Genau. Auch RB Leipzig beschritt diesen Pfad. Und das sogar erfolgreich. Trotz einiger Parallelen zwischen dem KFC und den Sachsen gilt es, den Vergleich zu vermeiden. Zu unterschiedlich sind die Projekte. Auch wenn die Uerdinger enorm von der Finanzkraft ihres Präsidenten Mikhail Ponomarev profitieren, war das Projekt RB von vornherein nur als Marketing-Tool eines Getränke-Riesen gedacht. Die Leipziger kauften sich 2009 die Lizenzen des SSV Markranstädt, starteten in der Oberliga. Den KFC Uerdingen gibt es dagegen bereits seit 1995, den Vorgängerverein Bayer 05 Uerdingen bereits seit 1953. In der ewigen Bundesliga-Tabelle belegt Uerdingen mit 14 Spieljahren den 24. Platz.

Erfahren statt jung und talentiert

Anders als RB Leipzig, das als Drittliga-Neuling junge, ambitionierte Spieler verpflichtete (u.a. Youssuf Poulsen, Joshua Kimmich und Diego Demme), setzen die Krefelder auf Erfahrung. Ob diese Variante ebenfalls so erfolgreich ist, wie die der Leipziger, zeigt sich in wenigen Monaten.

Sicher ist aber, dass die Krefelder in der kommenden Saison als einer der Top-Favoriten in die 3. Liga (alle 3.Liga-Wetten) startet. Schon jetzt werden die Rheinländer auf Platz 4 der Quoten-Rangliste geführt. Für den Meistertitel des KFC werden bei 10 € Einsatz aktuell 100 € ausgezahlt.

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