Jürgen Klopp beim LFC: Eine erste Bilanz

Jürgen Klopp beim LFC: Eine erste Bilanz

Seit dem 8. Oktober ist Jürgen Klopp Trainer des FC Liverpool. Als großer Heilsbringer wurde er in England frenetisch empfangen. In Liverpool und rund um den Klub brach eine wahre Hysterie um den ehemaligen Erfolgstrainer von Borussia Dortmund aus. 2 Monate sind seitdem vergangen. Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Die Statistik von Jürgen Klopp liest sich sehr ordentlich. In 10 Pflichtspielen stand der 48-Jährige mittlerweile als Cheftrainer für den FC Liverpool an der Seitenlinie. Verloren hat er nur eins (1:2 gegen Crystal Palace). Ansonsten gab es 6 Siege und 3 Remis.

Auf Platz 10 hatte Klopp die Reds Anfang Oktober von Brendan Rodgers übernommen. Mittlerweile rangiert der Klub in der Premier League auf Rang 6. Der Abstand zur Tabellenspitze beträgt nur noch 6 Punkte. In der Europa League hat Liverpool sich vorzeitig für die nächste Runde qualifiziert und auch im League Cup siegten die Reds. Die Mannschaft ist auf Kurs. Nach anfänglichen Problemen (3 Remis in den ersten 3 Spielen) setzt das Team die Philosophie seines Trainers immer besser um. Mal gelingt das sehr gut, mal hakt es noch. Hervorzuheben sind die Siege beim FC Chelsea (3:1) und bei Manchester City (4:1). Beide Partien erinnerten stark an Vollgas-Aufritte von Borussia Dortmund unter Klopp. Besonders das Spiel beim Tabellenführer aus Manchester kam Klopps Vorstellung von Fußball bereits sehr nah – auch wenn sein Team trotz der 4 Tore noch zahlreiche Chancen liegen ließ und auch dem Gegner einige Möglichkeiten anbot.

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Jürgen Klopp ist in Liverpool bereits allgegenwärtig.

Am vergangenen Sonntag siegte Liverpool daheim mit 1:0 gegen Swansea. Erstmals in der Amtszeit von Klopp gewannen die Reds damit 2 Premier League-Spiele in Folge. Wettbewerbsübergreifend war es der 3. Sieg in Serie. Auch die Art und Weise macht Hoffnung. Das Spiel war kein offener Schlagabtausch, sondern ein Arbeitssieg. Liverpool kann unter Klopp also auch „dreckig“. Dementsprechend zufrieden zeigte sich der Coach im Anschluss: „Heute war es sehr schwierig und in der 2. Halbzeit mussten wir ein wenig ändern, doch das Ergebnis war perfekt.“

Nach etwas mehr als 50 Tagen Amtszeit lässt sich jedenfalls festhalten: Jürgen Klopp und der FC Liverpool – das passt! Die „Kloppo-Mania“ scheint zwar etwas abgeebbt zu sein, was erstens allerdings nicht verwundert und zweitens ziemlich hilfreich ist. Die Spieler schwärmen dennoch von ihrem neuen Trainer. „Seine Ankunft hat mir Energie gegeben“, sagt etwa Mittelfeldspieler Lucas. Den LFC-Akteuren ist anzusehen und anzumerken, dass sie die Vorgaben ihres Trainers umsetzen wollen. Klopps Elf investiert viel und der Wille zum flotten Umschaltspiel ist vorhanden. Auch beim BVB gelang dieser Prozess nicht über Nacht, sondern entwickelte sich in den ersten 2 Jahren. Ohne die damalige Dortmunder-Mannschaft herabstufen zu wollen, aber: Der FC Liverpool von heute hat mehr Talent und Potenzial als der BVB-Kader von 2008. Dementsprechend schneller hoffen die Fans auf Erfolge. Aber Jürgen Klopp weiß genau, worauf er sich eingelassen hat. Bisher erfüllt er die Erwartungen, hat aber natürlich noch Luft nach oben. Wirklich ernsthaft sollte Klopps Arbeit nach einer vollständigen Saisonvorbereitung beurteilt werden, wenn er auch Einfluss auf die Kaderzusammenstellung genommen hat. Aber Zeit und Geduld sind im schnelllebigen Fußball-Business selten.

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