Jürgen Klinsmann: Seine Amtszeit war ein Erfolg

Jürgen Klinsmann: Seine Amtszeit war ein Erfolg

Jürgen Klinsmann ist am Montagabend als Nationaltrainer der USA entlassen worden. 5 Jahre lang leitete der 52-Jährige die Geschicke der Amerikaner und feierte große Erfolge. Trotz der zuletzt harschen Kritik an ihm hat er großen Anteil am dortigen Aufschwung des Fußballs. Er hat die Nationalmannschaft auf den richtigen Weg gebracht. Seine Amtszeit war ein voller Erfolg.

Nach 98 Länderspielen ist die Ära von Jürgen Klinsmann als Coach der US-Auswahl beendet. Verbandsboss Sunil Gulati gab die Trennung auf der Verbandsseite bekannt:

„Wir haben eine schwierige Entscheidung getroffen. Wir möchten Jürgen für seine Arbeit und Hingabe in den vergangenen 5 Jahren danken.“

Klinsmann wurden die schwachen Ergebnisse in der WM-Qualifikation zum Verhängnis. Nach den Niederlagen gegen Erzrivale Mexiko (1:2) und Costa Rica (0:4) steht das US-Team in der entscheidenden Qualifikationsrunde Nord- und Mittelamerikas auf dem letzten Platz. Durch einen neuen Mann auf der Trainerbank erhofft sich der US-Verband einen neuen Impuls. Aussichtsreichster Kandidat ist momentan Bruce Arena, der bereits von 1998 bis 2006 diesen Posten innehatte.

klinsmann

Obwohl die Entlassung Wasser auf die Mühlen der Kritiker ist, die Klinsmann für einen schlechten Trainer halten, muss seine Amtszeit positiv bewertet werden. In den vergangenen 5 Jahren hat der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft viel für den Fußball in den USA getan.

Gute Platzierungen und Titel

Mit dem US-Team nahm Klinsmann an 4 großen Turnieren teil. Dabei schnitt die Auswahl – mit Ausnahme des Gold Cups 2016 – stets gut ab. Der größte Erfolg war der Gewinn des Gold Cups 2013. Es ist bis heute Klinsmanns einziger Titelgewinn als Trainer.

Bei der WM 2014 in Brasilien schafften die USA den Sprung in die K.O.-Phase. Hinter Deutschland qualifizierten sich die Soccer Boys vor Ghana und Portugal für das Achtelfinale. Dort erwies sich Belgien allerdings als eine Nummer zu groß.

Die größte Enttäuschung war der Gold Cup 2015. Als Gastgeber und Favorit schied das Team im Halbfinale aus und musste sich nach einer Niederlage gegen Panama im Elfmeterschießen im Spiel um Platz 3 letztendlich mit Rang 4 zufriedengeben.

Vor wenigen Monaten nahmen die USA zum ersten Mal an der Copa America teil. Bei der Jubiläumsausgabe des Turniers marschierte die Mannschaft bis ins Halbfinale, scheiterte dort aber am späteren Sieger Argentinien.

Neue Spieler und Talente integriert

Unter Klinsmann schafften viele talentierte Spieler den Sprung in die Nationalmannschaft. Der Altersschnitt hat sich dank der Arbeit des Deutschen stark verjüngt.

Ob Christian Pulisic (18 Jahre), John Anthony Brooks (23), DeAndre Yedlin (23), Timothy Chandler (26), Bobby Wood (24) oder Julian Green (21) – sie alle debütierten unter Klinsmann für die USA. Die Zukunft des Teams ist vielversprechend.

Den Fußball vorangetrieben, gute Strukturen geschaffen

„Er hielt alle dazu an, auf neue Art über Dinge zu denken. Dank seiner Bemühungen sind wir als Organisation gewachsen und werden von seiner Arbeit noch Jahre profitieren.“

Verbandspräsident Gulati lobte nach der Trennung ausdrücklich die geleistete Arbeit von Klinsmann und ist davon überzeugt, dass diese in Zukunft noch mehr Früchte tragen wird. Seit 2011 hat der ehemalige Bayern-Trainer die Strukturen  – speziell in der Nationalmannschaft – verbessert und professioneller gemacht. Er hat die Weichen für ein erfolgreiches Arbeiten in den kommenden Jahren gestellt.

Nebenbei ist der Fußball in den USA während seiner Amtszeit immer populärer geworden. Besonders die Erfolge bei der WM 2014 machten aus dem Land eine Fußball-Nation. Der Sport ist auch dank ihm auf einen aufsteigenden Ast und die Nationalmannschaft auf dem Weg zu einem Lieblingsteam der US-Amerikaner.

Klinsmanns Bilanz ist mit 55 Siegen gegenüber 15 Unentschieden und 28 Niederlagen positiv. Auch das ist ein weiterer Beleg dafür, dass seine Amtszeit ein voller Erfolg war.

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