Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC: Der 76-Tage-Trainer

Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC: Der 76-Tage-Trainer

Jürgen Klinsmann (55) ist nicht mehr Trainer von Hertha BSC. Der Welt- und Europameister hat am Dienstagmorgen via Facebook seinen Rücktritt beim Fußball-Bundesligisten erklärt. Damit geht sein unglücklich wirkendes Engagement beim Hauptstadt-Klub nach nicht einmal 3 Monaten bzw. nach nur 76 Tagen zu Ende.

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Klinsmann kündigte via Facebook

Dienstag, 11. Februar 2020, kurz nach 10 Uhr. Über seine offizielle Facebook-Seite verkündete Jürgen Klinsmann seinen Abschied als Coach von Hertha BSC. „Ende November haben wir mit einem hochkompetenten Team dem Wunsch der Vereinsführung entsprochen und ihr in einer schwierigen Zeit geholfen“, schrieb Klinsmann, „wir waren in der relativ kurzen Zeit auf einem sehr guten Weg, haben auch dank der Unterstützung vieler Menschen trotz meist schwieriger Spiele inzwischen 6 Punkte Abstand zum Relegationsplatz.“

Als Hertha-Coach hat Klinsmann offenbar das Vertrauen gefehlt

Seine Begründung für den Rückzug: „Als Cheftrainer benötige ich allerdings für diese Aufgabe, die noch nicht erledigt ist, auch das Vertrauen der handelnden Personen. Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente. Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden.“

Auch Klinsmanns Engagement beim FC Bayern endete mit einer Enttäuschung

Der ehemalige Bundestrainer wird sich nach eigenen Angaben wieder auf sein Amt im Aufsichtsrat des Hauptstadtklubs zurückziehen. Damit endet auch das 2. Engagement von Jürgen Klinsmann als Bundesliga-Trainer vorzeitig. Am 27. April 2009 hatte sich der FC Bayern München von dem ehemaligen Weltklasse-Stürmer getrennt. Nach einem 0:1 gegen den FC Schalke 04 und 2 weiteren, desaströsen Niederlagen im April 2009 – 0:4 beim FC Barcelona im Champions-League-Viertelfinale und 1:5 im Bundesliga-Spitzenduell beim VfL Wolfsburg – zogen die Bayern-Bosse die Notbremse. Klinsmann gewann mit dem Rekordmeister nur 16 von 29 Bundesliga-Spielen. Mit Altmeister Jupp Heynckes retteten die Münchner am Ende Platz 2 und damit die Champions-League-Teilnahme.

Herthas Kaufrausch im Winter war nur Transfer-Theater

Wer Hertha BSC retten wird, ist ungewiss. Co-Trainer Alexander Nouri wird zunächst übernehmen. Fakt ist: Klinsmann, der in Berlin als Coach ohnehin am 30. Juni 2020 wieder ausgestiegen wäre, konnte die hohen Ansprüche der Hertha-Führung und von Investor Lars Windhorst nie auf den Rasen transportieren. Aufbruchsstimmung war in Berlin selten zu spüren. Klinsmann warb im Winter für prominente Neuzugänge. Mario Götze von Borussia Dortmund, Granit Xhaka vom FC Arsenal oder Julian Draxler (PSG) standen auf der Wunschliste. Keiner dieser Spieler folgte dem Ruf zum selbst erklärten „Big City Club.“

Trotz Transfers: Keine Aufbruchsstimmung

Hertha wurde dennoch zum „Transfer-Meister“ dieses Winters. Weltweit gab kein Klub in der zurückliegenden Transferperiode mehr Geld für neue Spieler aus! Allein die Dienste der Stürmer Krzysztof Piatek vom AC Mailand und Matheus Cunha vom Liga-Konkurrenten RB Leipzig ließ man sich insgesamt 40 Mio. € kosten. Der zu Olympique Lyon zurückgeliehene Rekord-Zugang Lucas Tousart (25 Mio. € Ablöse) und Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart (11 Mio. €) trieben die Ausgaben der alten Dame auf fast 80 Mio. € hoch.

Hertha stellt die schwächste Offensive der Liga

Ein Kaufrausch wie noch nie, der von der Konkurrenz kritisch gesehen wurde. „Einmal-Effekte helfen auf Sicht nicht“, kommentierte Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann das Transfer-Theater in Berlin. Das Grundproblem konnten weder Piatek noch die anderen Neuzugänge lösen. Hertha BSC fehlt es an Kreativität und offensiver Durchschlagskraft. 25 Saisontore erzielten die Blau-Weißen in 21 Spielen. Nur Fortuna Düsseldorf (20 Treffer) ist im Angriff noch harmloser als die Berliner. (Alle Bundesliga-Wetten)

Klinsmanns Bilanz bei Hertha BSC ist schmal

Auch sonst ist die Bilanz der Hertha unter Klinsmann karg. In 9 Spielen unter seiner Regie gelangen nur 3 Siege. Kein Spiel gewann man höher als mit einem Tor Unterschied. Das „spannendste Fußball-Projekt in Europa“ (Klinsmann) war ein Langweiler. Die Mannschaft des Ex-Bundestrainers erzielte in den letzten 4 Heimspielen nur ein Tor. Hertha BSC holte nur 5 Punkte aus den letzten 5 Liga-Spielen. Zudem lieferte man mit 23 Punkten aus 21 Partien die schlechteste Zwischenbilanz seit 5 Jahren. Von allen Hertha-Trainern, die mindestens 5 Spiele absolviert haben, hielt sich nur Michael Skibbe (47 Tage / 27. November 2011 bis 12. Februar 2012) kürzer im Amt als Klinsmann.

Rückzug überraschte Hertha komplett

Nach der 1:3 (0:1)-Heimniederlage gegen Abstiegs-Konkurrent Mainz 05 am Samstag versuchte Klinsmann, seinem Team ein Alibi zu verschaffen. „Das hat mit den 120 Minuten auf Schalke zu tun, wo uns körperlich alles abverlangt wurde und was danach kam, war alles ein bisschen viel“, schob er die schwache Darbietung gegen die Rheinhessen in einem Interview mit Sky auf das Pokal-Aus auf Schalke (2:3 n. V.) unter der Woche, „die Frische, die Leichtigkeit hat gefehlt. Ich habe der Mannschaft keinen Vorwurf gemacht und ihr 2 Tage frei gegeben.“ Am Dienstag hat er sich dann selbst verabschiedet – und Hertha ratlos zurückgelassen. „Wir sind von dieser Entwicklung am Morgen überrascht worden“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz am Dienstag, „dafür gab es keinerlei Anzeichen.“

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Sehen wir Jürgen Klinsmann noch einmal als Bundesliga-Trainer?
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