Johannes Flum und die schlimmsten Bundesliga-Verletzungen aller Zeiten

Johannes Flum und die schlimmsten Bundesliga-Verletzungen aller Zeiten

Der jüngste Trainingsunfall mit Johannes Flum (Kniescheibenbruch) bei Eintracht Frankfurt hat vielen Fans und Liebhabern des Fußballs mal wieder vor Augen geführt, wie schnell eine vielversprechende Karriere eine üble Wendung nehmen kann. In der Vergangenheit gab es leider bereits zahlreiche schlimme Verletzungen und Schicksalsschläge, die so niemand auf dem Platz sehen will. Wir haben uns auf die Suche nach ähnlichen schweren Verletzungen von Fußballprofis gemacht.

Was Johannes Flum Hoffnung machen könnte, ist die Tatsache, dass auch einige Spieler wieder auf den Platz zurückkehrten.

Matthias Sammer: Die meisten Leute, die an Matthias Sammer denken, verbinden ihn mit dem Begriff „Erfolg“. 3 Mal Deutscher Meister als Spieler, Europameister 1996, Champions League-Sieger 1997 mit dem BVB – das sind nur die wichtigsten Titel in der Karriere des gebürtigen Dresdners. Dabei vergessen viele jedoch, dass Sammer schon im Alter von 32 Jahren seine Karriere beenden musste. Bei einer Knie-OP im Oktober 1997 hatten sich MRSA-Keime im Gelenk des heutigen Bayern-Sportdirektors eingenistet. Diese multiresistenten Bakterien bekamen die Ärzte nicht mehr in den Griff, sodass Sammer nicht einmal mehr ohne Schmerzen Joggen konnte. An eine Fortsetzung seiner Karriere war in der Folge nicht mehr zu denken.

Sammer

Elkin Soto: Noch gar nicht so lang zurück liegt das Beispiel von Elkin Soto. Der Kolumbianer zertrümmerte sich am 3. Mai dieses Jahres gegen den HSV (1:2) das gesamte Knie. Bei einer Schussaktion schlug der Unterschenkel ungebremst durch, das Knie stoppt diese Bewegung nicht und so zog sich der inzwischen 35-Jährige einen Kreuzband-, Innenband-, Meniskus- und Gelenkkapselriss zu. Trotzdem gibt der Mainzer nicht auf. Sein Klub reagierte umgehend, verlängerte seinen im Sommer 2015 auslaufenden Vertrag um ein Jahr. Soto arbeitet derzeit bereits mit leichten Laufeinheiten, trotz seines fortgeschrittenen Alters, an einem Comeback.

Matias Concha: Eines der hässlichsten Fouls in der Geschichte des deutschen Fußballs musste Matias Concha im Dezember 2010 ertragen. Der damalige Bochumer wurde von Macchambes Younga-Mouhani (1. FC Union Berlin) bei einer Grätsche auf brutalste Art und Weise am Schienbein getroffen, sodass es mehrfach brach. Auch das Wadenbein wurde in Mitleidenschaft gezogen. Erst im Februar 2012 kehrte der Schwede auf den Fußballplatz zurück. Doch auf sein altes Niveau schaffte es Concha nicht mehr. Anschließend kehrte er zu seinem Heimatklub Malmö FF zurück, wo er als Ersatzspieler noch häufig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. 2014 beendete er dann seine Karriere.

Lienen
Ewald Lienen wird nach seiner Verletzung auf einer Trage abtransportiert, vom Schimpfen kann ihn jedoch keiner abhalten.

Henrik Andersen: Welche Schmerzen Johannes Flum gehabt haben muss, kann wohl Henrik Andersen am besten nachvollziehen. Der ehemalige dänische Nationalspieler und Akteur des 1. FC Köln zog sich im Halbfinale der EM 1992 gegen die Niederlande ebenfalls einen Kniescheibenbruch zu. Auch er fiel monatelang aus. Seine Kniescheibe wurde geflickt, doch nach dieser Horror-Verletzung fand er nicht mehr zu alter Form zurück, wurde anschließend immer wieder von Blessuren zurückgeworfen. Trotzdem kickte er noch bis 1998 für die Geißböcke am Rhein.

Jens Nowotny: Wenn sich ein Experte für Knie-Verletzungen unter den Profis befindet, ist es Jens Nowotny. Der ehemalige Kapitän von Bayer 04 Leverkusen erlitt in seiner Karriere sage und schreibe 4 Kreuzbandrisse. Doch erst der letzte stoppte den Abwehrspieler. Trotz dieser enormen Leidensgeschichte kämpfte er sich immer wieder zurück und kommt auf 336 Bundesliga-Spiele. Nicht auszudenken, in welchen Sphären er gelandet wäre, hätte er sich nicht andauernd verletzt.

Ewald Lienen: Einen echten Schock muss Ewald Lienen bekommen haben, als er am 14. August 1981 im Spiel gegen den SV Werder Bremen seinen Oberschenkel betrachtet hatte. Sein Gegenspieler Norbert Siegmann hatte ihm mit dem Stollen bei einer Grätsche den gesamten Oberschenkel aufgeschlitzt. Satte 25 cm lang war die Wunde, die anschließend mit 23 Stichen genäht werden musste. Kurios: Nur 17 Tage nach der Verletzung betrat Lienen bereits wieder den Trainingsplatz seines Klubs Arminia Bielefeld.

X