Jerome Boateng: PSG ist für deutsche Profis ein hartes Pflaster

Jerome Boateng: PSG ist für deutsche Profis ein hartes Pflaster

Jerome Boateng steht vor einem Wechsel zu Paris St. Germain. Der Innenverteidiger traf sich bereits zu Gesprächen mit PSG-Trainer Thomas Tuchel. Sollten sich die Franzosen mit dem FC Bayern auf eine Ablösesumme einigen, wird der Transfer in den nächsten Tagen über die Bühne gehen. Dann würde für den Nationalspieler in Frankreich ein neues Kapitel beginnen. Doch die Vergangenheit zeigt: Deutsche Profis und PSG – das passte bislang noch nicht so gut.

Was vor einigen Wochen mit Aussagen von Jerome Boateng begann, könnte sich in den nächsten Tagen zum Rekord-Verkauf des FC Bayern entwickeln. Vor dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Frankfurt (1:3) äußerte sich der 29-Jährige zu einem möglichen Abschied vom FC Bayern. Damals sagte er: „Das Ausland ist immer interessant. Man hat nicht viele Chancen. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er nochmal die Erfahrung sammeln möchte. Ich bin jetzt in einem anderen Alter als damals bei Manchester City und jetzt an dem Punkt, an dem man nochmal darüber nachdenkt.“

So richtig konnte sich zum damaligen Zeitpunkt niemand einen Boateng-Transfer vorstellen. Nachdem Karl-Heinz Rummenigge und später auch Hasan Salihamidzic allerdings Verhandlungsbereitschaft bei einem großzügigen Angebot signalisierten, nahm die Sache Fahrt auf. Jetzt – 2 Monate nach den Boateng-Aussagen – steht der Wechsel vor dem Abschluss. Der Abwehrspieler will zu PSG und Neu-Coach Tuchel will ihn. Fehlt nur noch die Einigung zwischen den beiden Klubs. Die Bayern verlangen für den deutschen Nationalspieler eine Summe zwischen 50 und 60 Mio. € – Peanuts im Vergleich zu anderen Transfers des französischen Top-Klubs.

Nach Manchester City (2010/11) und Bayern München (seit 2011/12) wäre PSG der 3. Top-Klub in der Vita von Jerome Boateng. Seine Klasse zeigte er nicht nur auf Vereinsebene, sondern auch in der deutschen Nationalmannschaft. Ob er allerdings in Paris angesichts der Konkurrenz mit Thiago Silva, Marquinhos und Presnel Kimpembe unangefochtener Stammspieler wäre, ist zumindest fraglich. Zudem haben und hatten deutsche Spieler in der französischen Hauptstadt bislang immer einen schweren Stand.

Pendeln zwischen Platz und Bank

Mit Kevin Trapp und Julian Draxler stehten 2 weitere Deutsche in Paris unter Vertrag. Torwart Trapp wechselte im Sommer 2015 aus Frankfurt in die Seine-Metropole. War er im ersten Jahr noch die unangefochtene Nummer 1 im Tor des Scheich-Klubs, drückt er seitdem häufig nur die Ersatzbank. Standen 2016/17 immerhin noch 24 Einsätze in der Ligue 1 (alle Ligue 1 Wetten) für ihn zu Buche, waren es in der vergangenen Saison lediglich 4 Partien. Nach der Verpflichtung von Gianluifi Buffon ist der Kampf um Platz 1 im PSG-Tor fast aussichtslos.

Draxler absolvierte seit seinem Wechsel aus Wolfsburg nach Paris im Januar 2017 zwar 72 Spiele für den Klub, in den wichtigen Partien blieb ihm aber oftmals die Rolle des Zuschauers. In der Champions League, dem wichtigsten Wettbewerb für PSG, stand er lediglich 3-mal in der Startelf, in der Liga durfte er nur 4-mal über die volle Distanz sein Können unter Beweis stellen. Vollends zufrieden ist er mit seiner Rolle als Backup für die Stars Neymar, Mbappé und Di Maria zwar nicht, Wechselgedanken hägt er aber aktuell keine.

woerns, PSG,
Christian Wörns spielte nur eine Saison für PSG.

Unglücklich als Stammspieler

Vor Trapp und Draxler trug Christian Wörns als erster deutscher Spieler das Trikot von Paris St. Germain. In der Saison 1998/99 lief der Abwehrspieler für den Hauptstadt-Klub auf. Obwohl Wörns in 30 Partien als Stammspieler zum Einsatz kam, fühlte er sich im Verein nicht wohl:

„Die Stadt ist toll, aber ich sehe sportlich keine Perspektive.“

Wörns verließ Paris nach nur einem Jahr und wechselte zu Borussia Dortmund. Zwar ist das PSG von damals mit dem heutigen nicht mehr zu vergleichen, aber der Fall Wörns zeigt, dass ein Schritt ins Ausland immer mit einem gewissen Risiko behaftet ist. Das kennt Jerome Boateng bereits aus seiner Zeit bei Manchester City. Bleibt für ihn zu hoffen, dass er bei einem Zustandekommen des Wechsels auf Anhieb im Starensemble der Franzosen Fuß fassen kann. Sicher ist: Mit einer Nebenrolle wie Draxler und Trapp sie einnehmen, gäbe sich der 29-Jährige nicht zufrieden.

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