Javi Martinez: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht

Javi Martinez: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht

Seit 2012 trägt Javi Martinez das Trikot von Bayern München. In dieser Zeit gewann der Spanier mit dem FCB 4 Meisterschaften, siegte 3 Mal im DFB-Pokal und triumphierte je einmal in der Champions League, bei der FIFA Klub-WM und im UEFA Supercup. Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte – wären da nicht seine vielen Verletzungen.

Noch immer ist Martinez der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte. € 40 Mio. überwiesen die Münchner im August 2012 nach Bilbao. Weder zuvor noch danach gab der Rekordmeister mehr für einen Spieler aus. Nach über 50 Monaten beim FC Bayern steht allerdings ein ernüchterndes Fazit: Im Verhältnis zu seiner Ablösesumme hat Martinez zu selten auf dem Platz überzeugt.

Das hat nichts mit seinem Leistungsvermögen zu tun, sondern liegt hauptsächlich an seinen vielen und teilweise langen Verletzungspausen. Besonders seine Knieprobleme kosten den 28-Jährigen immer wieder Einsätze. Entstanden sind diese durch einen Kreuzbandriss im Supercup-Spiel beim BVB im August 2014. Seitdem werfen den Spanier immer wieder Folgeverletzungen zurück.

Seit er das Trikot der Bayern trägt, verpasste Martinez fast die Hälfte aller Spiele. In nur 120 von 229 Pflichtspielen stand er auf dem Platz. Umgerechnet in Minuten wirkt diese Statistik noch härter. Lediglich 8.283 (40,2%) von möglichen 20.610 Einsatzminuten absolvierte der Defensivspieler.

Dabei startete der Nationalspieler sensationell beim FC Bayern. Im Triple-Jahr 2013 war er einer der Gründe für den Erfolg. Der damalige Bayern-Trainer Jupp Heynckes setzte ihn konsequent im defensiven Mittelfeld ein. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase war er besonders in den Duellen mit Borussia Dortmund (z.B. CL-Finale) ein entscheidender Faktor. Martinez war eine Kombination aus Absicherung von Schweinsteiger und Schutzschild der Viererkette.

Seine Premieren-Spielzeit war seine bislang beste und konstanteste im FCB-Dress. Rückblickend sagte Heynckes dazu:

„Es war meine Idee, ihn zu holen. Anfangs hat er ja auch nicht so gut gespielt. Nach einiger Zeit sind die Spieler Neuer, Lahm und Schweinsteiger zu mir gekommen und haben gesagt: Das ist ein Volltreffer.“

Unter Pep Guardiola wurde Martinez dann zum Innenverteidiger. Nach einer guten ersten Saison unter dem Katalanen (34 Einsätze) begannen die Verletzungsprobleme. Seitdem hatte der 28-Jährige nie wieder einen festen Stammplatz in München. Durch die Verpflichtung von Mats Hummels und der Genesung von Jerome Boateng ist er in der Innenverteidigung in Zukunft auch nur die Nummer 3. Sollte Holger Badstuber wieder voll belastbar sein, wird Carlo Ancelotti Martinez wahrscheinlich wieder vor der Abwehr einsetzen – dort, wo er seine besten Spiele für die Bayern absolvierte.

In dieser Saison ging seine Leistungskurve nach oben. Martinez überzeugte im ersten Saisondrittel. Das machte den Verantwortlichen und den Fans Hoffnung für die Zukunft. Doch eine Oberschenkelverletzung warf ihn vor 2 Wochen erneut zurück. Zwar stieg er in dieser Woche wieder ins Training ein, sein Einsatz im Topspiel beim BVB allerdings ist fraglich. Sollte Javi Martinez den Verletzungskreislauf nicht bald durchbrechen und konstant zu Einsätzen kommen, muss seine Verpflichtung – zumindest in finanzieller Hinsicht – als Fehlkauf angesehen werden.

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