Jamie Vardy: Das One-Hit-Wonder von Leicester City

Jamie Vardy: Das One-Hit-Wonder von Leicester City

Was ist nur mit Jamie Vardy los? Im letzten Jahr schoss der Stürmer Leicester City noch zur Überraschungs-Meisterschaft. In dieser Spielzeit allerdings bekommt der 29-Jährige keinen Fuß auf den Boden. Es hat den Anschein, dass die Vorsaison nur eine einmalige Leistungsexplosion nach oben war.

Dass Leicester City den Überraschungs-Coup aus der letzten Saison in diesem Jahr nicht wiederholen wird können, war allen Beteiligten klar. Mit einer so schwierigen Spielzeit hätten die Foxes allerdings wohl nicht gerechnet.

Nach 13 Spieltagen und mageren 13 Punkten rangiert der amtierende Meister in der Premier League nur auf Platz 14. Der Abstand zur Abstiegszone beträgt gerade einmal 2 läppische Pünktchen. Die internationalen Plätze dagegen befinden sich mit 11 Zählern Rückstand schon außer Reichweite.

Schwache Torquote und harte Kritik

Ein Spiegelbild der aktuellen Saison ist Stürmer Jamie Vardy. Im Vorjahr schoss der englische Nationalspieler die Foxes mit 24 Toren noch sensationell zum Titel. Knapp 6 Monate nach der Meisterfeier befindet sich der 29-Jährige in einer persönlichen Krise. Von den Leistungen der Vorsaison ist er meilenweit entfernt. Erst 2 Ligatore stehen bei ihm zu Buche. Zum gleichen Zeitpunkt in der letzten Spielzeit hatte er schon 13 Mal zugeschlagen.

Für Michael Owen ist die Sache klar. Er bescheinigt Vardy zwar Talent, spricht ihm aber die Klasse anderer Top-Stürmer ab. Die letzte Saison sei laut dem ehemaligen Liverpool-Angreifer viel Glück gewesen:

„Selbst als er die Tore letzte Saison geschossen hat, hat er mich nicht als natürlicher Torjäger überzeugt. Er steuert mit seinen Laufwegen nichts bei. Er hat nie den Kopf oben, er schießt fast durch die Torhüter. Wenn du so ein Torjäger bist, brauchst du sehr viel Glück. Manchmal hast du das dann und manchmal nicht.“

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Jamie Vardy absolvierte bislang 13 Länderspiele (5 Tore) für England.

Seit dem 10. September, dem 4. Spieltag, wartet Vardy mittlerweile auf einen Treffer in der höchsten englischen Liga. In der Champions League konnte er trotz 5 Startelf-Einsätzen in 5 Spielen noch gar kein Tor erzielen. Noch bekommt der ehemalige Fabrikarbeiter Rückendeckung von seinem Trainer Claudio Ranieri. Aber endlos ist auch die Geduld des Italieners nicht.

In vielen Bereichen verschlechtert

Nicht nur der Killerinstinkt ist Vardy abhandengekommen. Auch in vielen anderen Bereichen weist er deutlich schlechtere Werte als in der letzten Spielzeit vor. Laut der Statistik von whoscored.com schießt, dribbelt und läuft Vardy auch deutlich weniger im Vergleich zur Saison 2015/16. Erst 15 Torschüsse (1,2 pro Spiel) gab der Stürmer in der Premier League ab. Dabei kam er in jedem der 13 Spiele zum Einsatz.

Vereinsintern liegt er damit hinter Riyad Mahrez (2,1), Islam Slimani (1,6), Daniel Drinkwater (1,4), Shinji Okazaki und Ahmed Musa (beide 1,3). Das ist eine erschreckende Bilanz für den letztjährigen Shootingstar und Stürmer Nummer 1 der Foxes. Auch bei den Dribblings und bei der Laufleistung lieg Vardy nicht auf einer Spitzenposition der City-Offensivspieler. Einzig seine 3 bisherigen Assists sind der Höchstwert im Team.

Gute Leistungen über mehrere Jahre bestätigen – das macht die Topspieler aus. Jamie Vardy ist das bislang noch nicht gelungen. Vielleicht hat er sein Pulver bereits im letzten Jahr verschossen. One-Hit-Wonder gibt es nicht nur in der Musik, sondern auch im Fußball.

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