Inter Mailand: Der Weg für Simeone ist frei

Inter Mailand: Der Weg für Simeone ist frei

Ungewöhnlicher Zeitpunkt, aber keinesfalls überraschend: Inter Mailand hat 3 Spieltage vor Saisonende seinen Trainer Stefano Pioli entlassen. Es ist bereits die 3. Trainer-Entlassung bei den Nerazzurri in dieser Saison. Die Ergebnisse der letzten Wochen waren ausschlaggebend dafür. Kurzfristig übernimmt U19-Trainer Stefano Vecchi die Aufgabe, langfristig soll Diego Simeone den Klub wieder zu Erfolgen führen.

Inter Mailand ist schon seit geraumer Zeit nur noch ein Schatten vergangener Tage. Seit dem Triple-Gewinn unter José Mourinho in der Saison 2010 rennt der Klub den eigenen Ansprüchen hinterher. Nach dem Abschied des Portugiesen gab es einzig und alleine den Triumph im italienischen Pokal (2011), ansonsten wurden die sportlichen Ziele in regelmäßiger Häufigkeit weit verfehlt. Letztmals waren die Nerazzurri in der Spielzeit 2012/13 in der Champions League vertreten. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft in Mailand eine große Lücke.

Trainerstuhl gleicht Schleudersitz

Rafa Benitez, Leonardo, Gian Piero Gasperini, Claudio Ranieri, Andrea Stramaccioni, Walter Mazzarri, Roberto Mancini, Frank de Boer und Stefano Pioli durften sich in den vergangenen 7 Jahren als Übungsleiter der Blau-Schwarzen versuchen – Erfolg hatte keiner. Letzterer wurde nach 27 Pflichtspielen (14 Siege, 3 Remis, 10 Niederlagen) am heutigen Mittwoch entlassen. Die jüngste Negativ-Serie wurde ihm zum Verhängnis. Inter ist in der Serie A seit 7 Spielen ohne Sieg und verlor in diesem Zeitraum 5 Partien, davon zuletzt 3 in Folge.

Wunschkandidat Simeone

Für die letzten 3 Saisonspiele übernimmt der bisherige U19-Trainer Stefano Vecchi das Kommando, im Anschluss plant der Klub allerdings die große Lösung und die heißt: Diego Simeone. Seit Monaten buhlen die Nerazzurri um den aktuellen Trainer von Atletico Madrid und abgeneigt ist der Argentinier nicht. Bereits im Dezember 2016 sagte Simeones Sohn Gio dem Corriere dello Sport:

„Früher oder später wird er wieder zu Inter Mailand zurückkehren.“

Darauf angesprochen sagte Simeone selbst, dass er die Nerazzurri, bei denen er bereits zwischen 1997 und 1999 als Spieler unter Vertrag stand, irgendwann trainieren wird:

„Es ist normal, dass mein Sohn, mein Vater, meine Schwester oder meine Frau sagen würden, dass ich in der Zukunft da sein werde, weil sie wissen, dass ich eines Tages Inter trainieren werde.“

Diego Simeone wäre die absolute Wunschlösung für die Verantwortlichen und die Fans.

Anzeichen verdichten sich

Ist dieser Zeitpunkt bereits zur Saison 2017/18 gekommen? Seine Zeit in Madrid neigt sich dem Ende. Das erneute Aus gegen Real Madrid in der Königsklasse scheint nach den zuvor verlorenen CL-Endspielen (2014, 2016) – ebenfalls gegen den Stadtrivalen – eine Art Abschluss zu sein. Dem ehrgeizigen Simeone macht es zu schaffen, dass er in der spanischen Hauptstadt nicht die dauerhafte Nummer 1 sein kann. Bereits im letzten Jahr machte der 47-Jährige von einer Option Gebrauch, seinen ursprünglich bis 2020 datierten Vertrag bis 2018 zu verkürzen. Es riecht nach 6,5 Jahren bei Atletico Madrid für Simeone nach einem Tapetenwechsel.

In diesem Sommer könnten die Spanier für den Erfolgstrainer noch eine Ablösesumme verlangen. Dass Simeone über sein Vertragsende hinaus in Madrid bleibt, ist mehr als unwahrscheinlich. Es wäre keine große Überraschung, sollte ihn Inter Mailand in ein paar Wochen nach dem Ablauf der aktuellen Saison als neuen Trainer vorstellen.

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