HSV: Wiederaufstieg in Gefahr

HSV: Wiederaufstieg in Gefahr

Für den HSV gibt es in seiner ersten Zweitligasaison nur eine Devise: Es soll die einzige Spielzeit im Unterhaus für die Nordlichter bleiben. Doch die Mission „sofortiger Wiederaufstieg“ ist ein steiniger Weg. Diese Erfahrung mussten auch die Hanseaten in den bisherigen Spielen machen. Ein Trainerwechsel brachte das Team zwar zurück in die Spur, doch führt Hannes Wolf die Rothosen auch wieder in die Bundesliga? Wir begleiten den Traditionsverein bei seiner angestrebten Rückkehr in die Bundesliga.

Mit Trainer Hannes Wolf ist der Hamburger SV auf Erstligakurs. 1,67 Punkte holte der 38-Jährige mit der Elf seit seinem Amtsantritt Ende Oktober in der Liga. Aber auch unter dem neuen Coach ist längst nicht alles Gold was glänzt. 3 Spieltage vor Saisonende ist der Klub auf Platz 4 abgerutscht und droht nun den direkten Aufstieg zu verpassen. Der Rückstand auf Rang 2 beträgt aber nur einen Punkt. Zuletzt geriet der Motor der Hanseaten ordentlich ins Stottern. Seit dem Derby gegen den FC St. Pauli (4:0) ist das Team ohne Sieg. Heimniederlage trotz 2:0-Führung gegen Darmstadt 98 (2:3), trostloses Remis beim VfL Bochum (0:0) und abermals eine peinliche Heimpleite gegen Abstiegskandidat 1. FC Magdeburg (1:2). Anschließend gab es je ein 1:1 in Köln und gegen Aue. Durch die 0:2-Niederlage gegen Union Berlin rutschte der HSV ab. Das Wolf-Team will Rang 2 mit aller Macht zurückerobern. Entscheidend dafür wird das Auswärtsspiel beim derzeit zweitplatzierten SC Paderborn am 33. Spieltag sein. Mit 53 Zählern aus 31 Partien liegt der HSV unter den Durchschnittswerten der letzten 10 Jahre, die für den direkten Aufstieg benötigt wurden. In den kommenden Wochen müssen die Rothosen punkten. Sonst platzt der Traum.

Fans halten die Treue

Nach Jahren im Abstiegskampf steht der HSV endlich wieder auf einer Spitzenposition in der Tabelle. Das freut natürlich die Fans, die auch in der 2. Bundesliga (alle 2. Bundesliga Wetten) mit Leidenschaft dabei sind. Der HSV begrüßt im Schnitt 48.613 Besucher im Volksparkstadion. Die erfahrenen Spieler um Aaron Hunt und Lewis Holtby gehen im Unterhaus mit gutem Beispiel voran und tun alles für den Wiederaufstieg. Das kann man auch von Pierre-Michel Lasogga sagen. 19 der 53 Pflichtspieltore gehen auf das Konto des Stürmers. Zusammen mit Hunt, Holtby, Douglas Santos, Rick van Drongelen, Gotoku Sakai und Vasilije Janjicic zählt er zu den Stützen. Sie alle mussten im vergangenen Jahr den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit mitantreten. Auch erwähnenswert: Torwart Julian Pollersbeck hielt in dieser Saison bereits 15 Mal (inkl. Pokal) seinen Kasten sauber. Neuzugang Khaled Narey weiß mit bisher 7 Toren und 4 Vorlagen zu überzeugen.

Im Notfall über die Relegation

Aktuell steht der HSV mit durchschnittlich 1,7 Punkten pro Spiel auf Rang 4. Mit dieser Ausbeute müssen die Rothosen auf Schützenhilfe hoffen, um die Rückkehr in die Bundesliga auf direktem Wege zu feiern. Die Tordifferenz ist im Vergleich zum punktgleichen FC Union Berlin einfach zu schlecht. Der zweitplatzierte SC Paderborn kann allerdings noch im direkten Duell überholt werden. Die Relegation allerdings eine Mammutaufgabe. Kein anderer Verein weiß aus eigener Erfahrung besser, wie schwer es ist, in den Alles-oder-nichts-Spielen gegen einen Bundesligisten anzutreten. 2014 verwehrte Hamburg als Erstligist Greuther Fürth und ein Jahr später dem KSC den Weg in die Bundesliga. In den letzten 10 Jahren packten 6 von 23 Absteigern (26%) ohne Umweg die Rückkehr ins Oberhaus. Lediglich der 1. FC Nürnberg kämpfte sich durch die Relegation wieder nach oben. Rein rechnerisch sind für den direkten Aufstieg 64,2 Punkte nötig. Das ist die durchschnittliche Ausbeute aller Tabellenzweiten aus den vergangenen 10 Spielzeiten. Diese Marke kann der HSV schon nicht mehr erreichen. Darmstadt 98 (2015, 59 Punkte) und dem 1. FC Nürnberg (2018, 60 Punkte) reichten allerdings auch schon weniger Zähler.

Bei den Buchmachern stehen Lewis Holtby und Co. trotz Formdelle hoch im Kurs. Für den Aufstieg in die Bundesliga steht nach dem 31. Spieltag die Quote bei 1.85. Tabellenführer Köln ist bereits enteilt. Allerdings ist Spielern, Verantwortlichen und Fans am Saisonende sicherlich egal, wie die Mannschaft aufsteigt. Hauptsache es gelingt!

Hannes Wolf
Hat HSV-Trainer Hannes Wolf (rechts) auch am Ende gut lachen?

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