HSV: Eigentlich alles wie immer…

HSV: Eigentlich alles wie immer…

Transfer-Stau, Hickhack um Nicolai Müller, müde Testspiele – Der Hamburger befindet sich 18 Tage vor dem Saisonstart gegen den FC Augsburg in einer Flaute. Ein gewohntes Bild in Hamburg. Schon im Vorfeld der letzten Saison wollte der im September 2016 entlassene Coach Bruno Labbadia aufgrund der Transferpolitik die Brocken hinschmeißen.

Geht man rein nach dem Stand der Saison-Vorbereitung, so fällt das am Montag über den Hamburger SV gefällte Urteil von Fußball BILD verheerend aus. Das Blatt sieht den HSV im Sommer-Ranking auf Platz 18, die Hanseaten wären somit Stand heute auf keinen Fall für den 1. Spieltag in der Bundesliga gegen den FC Augsburg gerüstet.

„Bis zum Start des Trainingslagers (in Österreich, d. Red.) wollten sie ihren Kader weitgehend komplett haben, morgen kehrt die Truppe aus Längenfeld nach Hamburg zurück. Personell herrscht noch Stillstand, inzwischen ist es sogar mehr Rückschritt“, hieß es dazu in Fußball BILD. Für diese Bewertung gibt es einige Gründe – doch grundsätzlich ist diese Situation in Hamburg alles andere als neu.

Transferpolitik bleibt das große HSV-Manko

Der im September 2016 geschasste Coach Bruno Labbadia verriet im April in einem ARD-Interview, dass er den HSV eigentlich schon vor dem Start der letzten Spielzeit verlassen wollte. Mit seinem Nachfolger Markus Gisdol konnten die Hamburger erst am letzten Spieltag die Relegation vermeiden.  „Ich habe in der Saison-Vorbereitung gespürt, dass ich aufhören soll“, erklärte Labbadia, „wir waren auf einem guten Weg, aber dann wollte man zu schnell an Dinge ran, die man fünf oder sechs Jahre lang falsch gemacht hat.“ Gemeint war die Transferpolitik der Hamburger Verantwortlichen – mit dem Millionen-Flop Alen Halilovic vom FC Barcelona als Spitze des Eisbergs. Der damals für 10 Mio. € verpflichtete offensive Mittelfeldspieler blieb in 6 BL-Spielen ohne Tor. Halilovic wurde inzwischen zu UD Las Palmas ausgeliehen…

In diesem Sommer hat Gisdol nun mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Sein 29 Spieler umfassender Kader weist mit 70,9 Mio. € laut Transfermarkt.de den fünftschwächsten Wert der Liga auf. Namhafte Transfers sind nach wie vor nicht in Sicht. Beim HSV tut sich schon seit Wochen, sieht man von der Verpflichtung von Gladbachs André Hahn einmal ab, wenig in Sachen neues Personal. Der letzte Zugang ist mit dem erst 19-jährigen Verteidiger Jonas Behounek ein Spieler aus der eigenen U23-Mannschaft. Die Hoffnung auf Spieler wie den argentinischen Innenverteidiger Germán Pezzella von Betis Sevilla oder den auf der gleichen Position einsetzbaren Spanier Alvaro Gonzalez von Villarreal ist trügerisch. Beide würden den HSV zwischen 6 und 12 Mio. € Ablöse kosten.

Hamburg braucht dringend einen Innenverteidiger

Den Abgang von Torhüter René Adler zum 1. FSV Mainz 05 kann man mit der Verpflichtung von U21-Europameister Julian Pollersbeck (Lautern) wohl kompensieren. Nicht aber den Wechsel von Linksverteidiger Matthias Ostrzolek, der zum Nord-Rivalen Hannover 96 geht. Die Vertragsverhandlungen mit Flügelstürmer Nicolai Müller liegen auf Eis, vermutlich wird der mit 5 Toren und 7 Assists im letzten Jahr an der Rettung beteiligte Offensivmann im kommenden Sommer ablösefrei gehen.

Mit dem vom mächtigen Investor Klaus-Michael Kühne zunächst von 56 auf 48 Mio. € zurückgefahrenen Saison-Budget stand sich der HSV selbst im Weg. Inzwischen wurde der Etat auf 55 Mio. € angehoben, namhafte Verstärkungen im Defensivbereich gab es dennoch nicht. Brügges Stefano Denswil fiel durch, Hoffnung macht allerdings Abwehr-Talent Rick van Dongelen. Der 18-jährige Niederländer soll von Sparta Rotterdam losgeeist werden.

Verlängerung mit Wood war ein wichtiges Signal

„Wir haben viele positive Signale gesendet“, verteidigt HSV-Sportchef Jens Todt die sommerliche Ruhe in Hamburg. Die schwachen Testspiel-Auftritte wie beim 3:5 gegen Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel, beim 1:1 gegen Sparta Rotterdam oder beim 0:2 am Montag gegen den türkischen Vertreter Antalyaspor kann er damit nicht gemeint haben.

Immerhin: Mit Stürmer Bobby Wood konnte ein Schlüsselspieler gehalten werden. Kyriakos Papadopoulos von Bayer 04 Leverkusen, in der letzten Rückserie ein „Mentalitätsmonster auf Leihbasis“ (Kicker-Special Die große Bilanz) wurde fest verpflichtet. Solche Typen wird der HSV brauchen…

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Wie lange spielt Nicolai Müller noch für den Hamburger SV?
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