Häßler, Auge & Co.: Ex-Nationalspieler bei den Amateuren

Häßler, Auge & Co.: Ex-Nationalspieler bei den Amateuren

Es scheint ein neuer Trend zu sein. Immer mehr ehemalige Nationalspieler entdecken ihre Leidenschaft für den Amateurfußball. Zuletzt gerieten Klaus Augenthaler und Thomas „Icke“ Häßler mit Engagements in den unteren Ligen in die Schlagzeilen. Allerdings gibt es noch zahlreiche weitere Ex-Weltklassekicker, die es nach ihrer aktiven Karriere nicht wieder in den Profi-Bereich geschafft haben und stattdessen ab Liga 4 abwärts tätig sind.

Klaus Augenthaler: Dem SV Donaustauf ist ein echter Coup gelungen. Der aktuelle Bezirksligist aus der Oberpfalz hat für die kommende Saison einen Weltmeister als Trainer verpflichtet. Klaus Augenthaler übernimmt die sportlichen Geschicke des aktuellen Tabellenführers der Bezirksliga Oberpfalz Süd. Immerhin kommt Auge mit der Erfahrung von 404 Pflichtspielen für den FC Bayern München nach Donaustauf. Zuletzt war er bis 2011 als Trainer der SpVgg Unterhaching tätig.

Icke
In der Vergangenheit als Techniktrainer des 1. FC Köln aktiv – Thomas Häßler

Thomas Häßler: Fast zeitgleich wurde das Engagement von Thomas Häßler beim Berliner Bezirksligisten Club Italia Berlino bekanntgegeben. Ebenso wie Augenthaler wird Icke den Job am 1. Juli antreten. Für den ehemaligen Freistoßkünstler ist es die erste Station als Cheftrainer in Deutschland. Bislang war Häßler, der insgesamt 101 Länderspiele für den DFB machte, nur als Technik- und Co-Trainer im Einsatz.

Jürgen Kohler: Sogar 105 Partien für den DFB hat Jürgen Kohler auf dem Buckel. Inzwischen ist „der Kokser“ in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar angekommen. Dort coacht der ehemalige Abwehrspieler den SC Hauenstein und das sogar ziemlich erfolgreich. Aktuell sieht es als Tabellenführer mit 12 Punkten Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz stark nach Regionalliga für die Kohler-Truppe aus. Zuvor war der 50-Jährige für die SpVgg Wirges, die U 19 des Bonner SC, den VfR Aalen und den MSV Duisburg verantwortlich.

Hans-Günter Bruns: Weniger bekannt ist Hans-Günter Bruns. Insgesamt 4 Länderspiele (stand im EM-Aufgebot 1984) und 366 Bundesliga-Spiele für Mönchengladbach, Schalke und Düsseldorf berechtigen ihn dennoch für unsere Kategorie. Nach Trainer-Stationen bei Adler Osterfeld, der SSVg. Velbert, RW Oberhausen und dem Wuppertaler SV ist Bruns beim Oberhausener Landesligisten Arminia Klosterhardt angekommen.

Mario Basler: Was wäre der Fußball ohne Mario Basler gewesen. Seine direkt verwandelten Ecken, seine Freistöße, seine Sprüche, seine Späßchen. Mittlerweile ist er als Geschäftsführer Sport bei Oberligist Lokomotive Leipzig deutlich ruhiger geworden. Zwischenzeitlich gab es schon Rauswurf-Gerüchte um den 47-Jährige, die der Verein jedoch dementierte. Super-Mario selbst hat übrigens die Stiefel noch nicht an den Nagel gehangen. Aktuell gehört er zum Kader des Verbandsligisten TuS Rüssingen.

David Odonkor: Als sportlicher Leiter des Oberligisten Hammer SpVg hat David Odonkor nun deutlich mehr Verantwortung als zuvor. Denn da stand der ehemalige pfeilschnelle Flügelspieler als Co-Trainer des Regionalligisten SC Verl nur in 2. Reihe. Unvergessen seine Flanke auf Oliver Neuville zum 1:0-Siegtreffer gegen Polen bei der Heim-WM 2006 in Dortmund. Danach hatte er jedoch nicht mehr viel zu lachen. Zahlreiche Verletzungen zwangen Odonkor zu einem frühen Karriereende im Alter von 29 Jahren.

Christoph Metzelder: Als Experte beim bwin Topspiel ist Christoph Metzelder noch nicht ganz von der großen Fußball-Bühne verschwunden. Trotzdem ist es um den ehemaligen Schalker und Dortmunder deutlich ruhiger geworden. In seiner Freizeit coacht er die U19 seines Heimatvereins TuS Haltern. Neben seiner Trainer-Tätigkeit ist er noch als Back-Up bei der 3. Mannschaft (Kreisliga B) der Halterner gemeldet. Für die deutsche Nationalmannschaft lief er insgesamt 47 Mal auf.

Metze
An jedem Samstagabend zusammen Fußball-Experten beim bwin Topspiel – Christoph Metzelder (r.) & Lothar Matthäus (l.)

Jörg Heinrich: Champions League- und Weltpokal-Sieger, 2 Mal deutscher Meister – Jörg Heinrich hatte bei Borussia Dortmund eine äußerst erfolgreiche Zeit als Spieler. In seiner Hochzeit wurde der gebürtige Brandenburger 35 Mal für die Nationalmannschaft berufen. Aktuell trainiert er den Regionalliga-Aufsteiger FSV Luckenwalde. Der 46-Jährige kämpft mit seinem Klub gegen den Abstieg. Zuvor war Heinrich 2 Jahre als Trainer des BSC Rathenow (Landesliga) tätig.

Thomas Brdaric: Schon deutlich mehr Stationen als Coach hat Thomas Brdaric. Nach Anstellungen bei Union Solingen, dem KFC Uerdingen (U19), der TSG Neustrelitz, dem VfL Wolfsburg II ist er nun bei Südwest-Regionalligist TSV Steinbach angekommen. Dort tauschte der Vollblut-Profi im Winter fast die gesamte Mannschaft aus. Statt Amateurtum gibt es nun nur noch Vollzeit-Kicker beim TSV. In seiner eigenen Karriere kommt Brdaric auf über 300 Erst- und Zweitliga-Spiele sowie 8 Einsätze für die Nationalmannschaft.

Maurizio Gaudino: Während Gianluca Gaudino derzeit vom FC Bayern München an den FC St. Gallen verliehen ist, krebst Vater Maurizio – immerhin 6-facher National- und fast 300-facher Bundesligaspieler – als sportlicher Leiter in der Oberliga herum. Mit dem SSV Reutlingen kämpft er gegen den Abstieg in die Verbandsliga.

Heiko Scholz: Zurück zu den Wurzeln. Das gilt für Heiko Scholz, der sowohl für die DDR (7 Spiele) als auch die BRD (1 Spiel) auflief. Seit 2013 ist er Trainer von Oberligist Lokomotive Leipzig und damit Arbeitskollege von Mario Basler. Schon in seiner aktiven Zeit kickte Scholz für die Leipziger, bevor er zu Dynamo Dresden wechselte, um anschließend im Westen bei Bayer 04 Leverkusen, Werder Bremen und Fortuna Köln seine Brötchen zu verdienen.

Gaudino
Gaudino (l.) zu seiner aktiven Zeit bei Eintracht Frankfurt
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