Gnabry: Wie lange ist der Werder-Youngster zu halten?

Gnabry: Wie lange ist der Werder-Youngster zu halten?

Für die Verpflichtung von Serge Gnabry erntete der SV Werder Bremen während der Hinrunde eine ganze Menge Schulterklopfer. Der für € 5 Mio. vom FC Arsenal gekommene Mittelfeldmann entwickelte sich schnell zum Fixpunkt im Werder-Spiel und reifte sogar zum Nationalspieler. Schon früher als gedacht könnten die Bremer aber die Kehrseite der Medaille zu spüren bekommen.

Selbst während der Winterpause ist Serge Gnabry das Gesprächsthema Nummer 1 beim SV Werder. Die Entwicklung, die der 21-Jährige seit den Olympischen Spielen in Rio genommen hat, ist beachtlich. 7 Tore und eine Vorlage machen den gebürtigen Stuttgarter zum Top-Scorer und auch zur Trumpfkarte der Bremer im Abstiegskampf. Ohne seine Treffer hätte die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri immerhin 4 Punkte weniger auf dem Konto, würde damit in der Abstiegszone stehen. Doch sollte Gnabry seine Form in der Rückrunde bestätigen, wird ein Wechsel immer wahrscheinlicher.

Bremen als Zwischenstation für einen Top-Klub

Serge Gnabry machte im November letzten Jahres seine ersten Schritte bei der A-Nationalmannschaft.

Schon der Transfer im Sommer war nicht ganz ohne Nebengeräusche über die Bühne gegangen. Der FC Bayern München hätte sich angeblich bereits ein Vorkaufsrecht für den Silbermedaillen-Gewinner gesichert. Neue Nahrung bekommen die Gerüchte um Gnabry (Vertrag bis 2020) nun durch eine – laut übereinstimmenden Medienberichten – Ausstiegsklausel von rund € 8 Mio.

Diese Klausel wollte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann bisher weder dementieren noch bestätigen, was wiederum Raum für weitere Spekulationen lässt. Neben dem Rekordmeister aus München gibt es mit Lazio Rom und dem SSC Neapel auch 2 Interessenten aus der Serie A – Tendenz steigend.

„Ich bin optimistisch, dass er über die Saison hinaus eine Perspektive bei Werder sieht“, sagt Trainer Nouri und spricht damit einen entscheidenden Punkt an. Um Serge Gnabry langfristig zu halten, muss Werder eine Mannschaft aufbauen, die wieder in der oberen Tabellenhälfte mitspielt. Ansonsten bleiben die Nordlichter, die zuletzt vor 7 Jahren in einem europäischen Wettbewerb mitgemischt hatten, wohl nur eine Durchgangsstation für Top-Talente.

Einige Bundesligisten kämen in Frage

Bei seinem Wechsel im August ging es für Gnabry in erster Linie darum, einen Stammplatz zu erobern. Existiert in seinem Vertrag tatsächlich eine mittlerweile branchenübliche Ausstiegsklausel, spielt die Zeit eher gegen Bremen. Nach seinem überzeugenden Debüt bei der DFB-Elf hat der dribbelstarke Mittelfeldmann beste Chancen auf eine Teilnahme am Confed-Cup im Juni. Dort könnte er sich auch auf internationaler Bühne in die Notizbücher von weiteren Top-Klubs spielen.

Nach seiner eher durchwachsenden Zeit in England macht für Serge Gnabry aber ein Wechsel innerhalb der Bundesliga deutlich mehr Sinn als der erneute Sprung ins Ausland. Der FC Bayern oder Borussia Dortmund wären problemlos in der Lage die kolportierten € 8 Mio. zu bezahlen, wobei der BVB im offensiven Mittelfeld bereits mit einigen jungen Spielern (Ousmane Dembélé, Emre Mor) besetzt ist. Mit seiner Spielweise würde Gnabry auch ins Beuteschema von RB Leipzig passen.

X