Frauenfußball beim BVB: Aus der Kreisliga in die deutsche Spitze

Frauenfußball beim BVB: Aus der Kreisliga in die deutsche Spitze

Große Neuerung bei Borussia Dortmund. Zum 1. Juli 2021 gründet der BVB eine Abteilung für Mädchen- und Frauenfußball. Im Gegensatz zu anderen namhaften Klubs startet die Frauenmannschaft aber nicht durch den Erwerb einer Lizenz in der Bundesliga, sondern in der untersten Kreisklasse. Die Verantwortlichen sprechen vom „Dortmunder Weg“, der das Team bis in die deutsche Spitze führen soll. Exklusiv für bwin News gibt Abteilungsleiterin Svenja Schlenker interessante Einblicke in den Frauenfußball beim BVB.

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Viele große Klubs sind mittlerweile im Frauensport bzw. im Frauenfußball vertreten. In der Frauen-Bundesliga tummeln sich mit Bayern München, dem VfL Wolfsburg, der TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen, dem SC Freiburg, Eintracht Frankfurt und Werder Bremen gleich 7 Klubs, deren Pendants auch bei den Männern in Deutschlands Eliteliga kicken. In der 2. Frauen-Liga treten u. a. der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig und Arminia Bielefeld an.

Borussia Dortmund suchen die Fans in dieser Aufzählung vergeblich. Im Juni 2019 sagte Lina Magull, DFB-Nationalspielerin und gebürtig aus Dortmund, in einem FAZ-Interview: „Das ärgert mich schon. Es gibt so viel Potential im Ruhrpott und in Dortmund. Da könnte man mit dem BVB wirklich etwas bewegen. Viele gute Spielerinnen haben schon gesagt, dass sie sofort für den BVB spielen würden.“

Der „Dortmunder Weg“

Jetzt können die Spielerinnen zeigen, ob sie zu ihrem Wort stehen. Borussia Dortmund kündigte bereits im Oktober 2020 die Gründung einer neuen Fußball-Abteilung an. Ab Juli 2021 wird Frauenfußball beim BVB gespielt. Wer aber im schwarz-gelben Trikot auflaufen möchte, der muss ganz unten anfangen. Die Borussia hat ganz bewusst entschieden, nicht durch eine erkaufte Lizenz in der Bundesliga zu starten, sondern sich aus der Kreisliga nach oben zu arbeiten. Svenja Schlenker, BVB-Abteilungsleiterin für Mädchen- und Frauenfußball, sagt dazu:

„Wir haben uns im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht. Dabei hatten wir verschiedene Szenarien im Kopf, die in Frage gekommen wären. Letztlich wollten wir das aber nicht alleine entscheiden. Deshalb haben wir eine große Umfrage an unsere Mitglieder gestartet, in der alle Möglichkeiten aufgeführt wurden. Herausgekommen ist, was wir uns auch erhofft hatten, nämlich dass wir unseren eigenen „Dortmunder Weg“ gehen und unten starten wollen. Wir sind in gewisser Hinsicht ja ein Arbeiterverein, deshalb schaffen wir es, in der Kreisliga anzufangen und irgendwann bestimmt auch hochklassigen Fußball zu spielen. So können wir den Frauenfußball langfristiger und professioneller aufbauen.“

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Frauenfußball-Abteilungsleiterin Svenja Schlenker (r.) im Gespräch mit BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer.

Frauenfußball beim BVB: Mehr als nur den Forderungen gerecht zu werden

Fans, Spielerinnen und Funktionär*innen forderten schon länger den Eintritt vom BVB in den Frauenfußball. Für Schlenker spielten die Forderungen bei der Neugründung aber keine übergeordnete Rolle: „Wenn wir in den Frauenfußball einsteigen, dann richtig und auch nicht nur, weil es von außen verlangt wird. Wir möchten zeitgemäß handeln. Wir möchten Mädchen und Frauen die Chance geben, in unserem schwarzgelben Trikot Fußball zu spielen. Zudem liegt es uns am Herzen, den Frauenfußball in Dortmund und der Region zu stärken. Durch die Strahlkraft unseres Vereins, erhoffen wir uns, dass wieder mehr Mädchen anfangen, Fußball zu spielen.“

Das Ziel der Borussia ist klar: In Zukunft soll Spitzenfußball der Frauen in Dortmund gespielt werden – am besten so schnell wie möglich. Der Weg von der Kreisklasse in die Bundesliga ist allerdings steinig, das wissen auch die BVB-Verantwortlichen. Deshalb gibt es keinen festgelegten Zeitplan, wann Schwarz-Gelb der Aufstieg in die deutsche Spitze des Frauenfußballs gelingen soll. „Wir sind ein sehr ambitionierter Sportverein, das wird auch im Frauen- und Mädchenbereich nicht anders sein. Dennoch haben wir bewusst keinen Zeitraum festgelegt, innerhalb dessen wir die Bundesliga erreichen wollen. Natürlich wollen wir es schnellstmöglich schaffen, aber es kann durchaus passieren, dass wir die eine oder andere Ehrenrunde drehen müssen. Das liegt ja auch nicht nur in unserer Hand. Die Ligen werden immer stärker und andere Mannschaften sind ebenfalls gut aufgestellt“, weiß Schlenker um die Schwierigkeit der Mission.

Bekannte Gesichter an vorderster Front

Um größtmöglichen Erfolg zu haben, setzt der BVB auf viel Know-How. Mit Christian Timm und Annike Krahn stehen 2 Ex-Profis dem Klub bei diesem Projekt in sportlich beratender Funktion zur Seite. Timm entstammt der BVB-Jugend, lief zwischen 1996 und 1999 für den Klub auf und schnürte im Anschluss noch für den 1. FC Köln, den 1. FC Kaiserslautern, Greuther Fürth und den Karlsruher SC die Schuhe. Annike Krahn spielte für den FCR 2001 Duisburg, Paris St. Germain und Bayer Leverkusen. Sie absolvierte 137 Länderspiele für die deutsche Frauennationalmannschaft und gewann mit dieser alle großen Titel. Für Schlenker ist das Duo ein Glücksgriff:

„Wir stehen bereits seit letztem Jahr im Austausch und beide waren auch an der Trainersuche beteiligt. Annike Krahn und Christian Timm haben jahrelange, teils unterschiedliche Erfahrungen im Fußball gemacht. Nicht nur, dass sie selbst aktiv und erfolgreich vor den Ball getreten haben, sie beschäftigen sich auch neben dem Platz viel mit dem Frauenfußball. Das große Netzwerk der beiden wird uns bestimmt oftmals nützlich sein. Besonderen Fokus lege ich jedoch auf ihre Unterstützung beim Aufbau einer ambitionierten Mannschaft und langfristig bei der Konzeption einer Nachwuchsabteilung.“

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Svenja Schlenker (l.) im Video-Gespräch mit Christian Timm (m.).

„Dortmunder Junge“ für den „Dortmunder Weg“

Timm, Krahn und die BVB-Verantwortlichen entschieden sich für Thomas Sulewski als ersten Trainer der Frauenmannschaft. Der 30-Jährige ist ein bekanntes Gesicht im Ruhrgebiet-Frauenfußball. Sulewski führte den Dortmunder Vorortclub SV Berghofen vor einem Jahr in die 2. Bundesliga. Für Schlenker passt er „am besten zu unserem „Dortmunder Weg“ des Frauenfußballs“. Des Weiteren schätzt die BVB-Abteilungsleiterin an Sulewski, dass er „ein Dortmunder Junge und Borusse durch und durch ist“.

Spielen wird die Frauenmannschaft der Schwarz-Gelben im Übrigen auf dem alten Trainingsgelände der BVB-Profis in der Fußball-Akademie – zumindest zu Beginn. In Zukunft soll das ehrwürdige Stadion „Rote Erde“ das Heimspielstadion der Damen werden. Cramer: „Das Stadion Rote Erde ist auf lange Sicht unsere Wunsch-Heimspielstätte. Erstmal werden die BVB-Frauen aber auf dem alten Trainingsgelände der BVB-Profis in der Fußball-Akademie spielen, im Schatten des Signal Iduna Parks. Dort finden die Spielerinnen hochwertige Bedingungen, genug Platz und eine super Infrastruktur vor. Denn diese wollen wir natürlich auch dem Frauenfußball bieten.“

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